Einen breiten Rahmen der zu befahrenden Flüsse in Tschechien nimmt die Moldau/Vltava ein. In meinen Augen nicht zu unrecht, ist sie doch der Fluss, der vom Wasserstand her ganzjährig befahrbar ist. Die Campingplätze sind vom 1. Mai bis 30.September geöffnet. Außerhalb dieser Zeit kann man zwar zum größten Teil auf diese Plätze, wobei allerdings die sanitären Anlagen und die Gastronomie geschlossen sind. Will man die Moldau paddeln, sollte dies nicht in der Ferienzeit von Mitte Juni bis Ende August geschehen, da die Moldau dann sehr frequentiert ist. 2000 Boote am Tag sind dann keine Seltenheit. In der restlichen Zeit sind in der Hauptsache Schulklassen, Betriebe, Familien und Einzelreisende auf der Moldau. Bei einer einigermaßen geschickten Planung läßt sich aber hier der Eindruck einer gewissen Einsamkeit herstellen. Manchmal ist es ja auch ganz nett, neue Leute kennenzulernen.

 

Die Luznice wurde von uns vor Jahren im Frühling befahren und ist mir von daher noch gut in Erinnerung, dass  wir von Mücken förmlich aufgefressen wurden. Die Wehre waren durchweg nicht befahrbar und mit vielen Kreuzen versehen, die von tödlich verunglückten Paddlern zeugten.

 

Die Sazava fließt wie die Berounka durch ein sehr schönes Tal und hat als Highlight am Ende eine WW1-Strecke, die aber, als ich dort war wegen Niedrigwasser nicht befahrbar war. Beiden Flüssen ist gemein, dass eine PKW-Begleitung nur mit viel Kilometerfresserei verbunden ist, da die Straßen recht weit entfernt sind und nur als Stichstraßen zu den Flüssen führen. Die Berounka zeichnet sich zudem dadurch aus, dass sie auf einer fahrbaren Strecke von 110 km über 40 Umtragungen hat.

 

Die Elbe/Labe habe ich ab Litomerice befahren. Sie ist von hier bis Hamburg ein schiffbarer Fluss. Auf tschechischer Seite gibt es kaum Zeltplätze. Wir haben damals wild gezeltet und keine Probleme gehabt. Ein Highlight ist es, in das Elbsandsteingebirge hineinzufahren.