Reinhardswald

Ein bewaldeter Höhenzug links der Weser, eine Hochfläche aus Buntsandstein mit Basaltkuppen (Staufenberg, Gahrenberg, beide 472m hoch), im Osten Steilabfall zur Weser, im Westen Abdachung zur Diemel, um die Sababurg NSG

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W E S E R

Warum immer nur an ferne Flüsse denken, unser liegt doch so nah? Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft wir schon Freitagmittags unsere Sachen zusammen gesucht haben, und ab ging es nach Hann.Münden, um das landschaftlich schönste Stück bis Höxter oder Lüchtringen zu paddeln. So oft, daß Michael unser eigentliches Zuhause schon als Winterquartier bezeichnet hat. Wir sind auf dem Wasser, sowie die Tage wieder wärmer werden, auch wenn wir morgens noch den Frost von den Zelten klopfen müssen. Trotz der immer wieder gepaddelten Strecke hat jede Tour ihre eigenen Reize. Schön ist es an der Weser, wenn zartes Grün am Rand auf den Frühling hinweist oder Sonnenstrahlen im Sommer die Haut bräunen. Aber am schönsten ist es dort, wenn Reinhardswald, Bramwald und Solling ihre prächtigsten Gewänder aus warmen Herbsttönen angelegt haben. Nicht ganz zu Unrecht sprechen viele von dieser Zeit als „Indian Summer am deutschen Yukon“. So haben wir schon Tage erlebt, an dem die Sonne erbarmungslos brannte, der Regen fast alles aufweichte oder der Wind sich zu strammer Stärke aufbauschte. Wir sind gepaddelt bei niedrigem, normalen und hohem Wasserstand, zu zweit oder mit Anderen, z.B. mit

- Jupp, vor dem sich kein Eisvogel verbergen kann, ist er auch noch so klein

- Dieter, der abends kaum vom Wasser zu kriegen ist

- Werner, der selbst vor verkohlten Ästen Halt macht, um sie einzupacken, übrigens zum Unverständnis von uns „Kunstbanausen“

- Hiram, dessen Frau Marianne, inzwischen ebenfalls kanufiebrig geworden, noch nicht genau weiß, ob sie ihr Pferd  vielleicht doch mit einem Canadier tauschen soll, denn die sechsjährigeTochter Sophia ist auch mit dabei

- und schließlich Bärbel und Roman, die extra aus dem hohen Norden anreisen

- sowie Hundedame Adelheid mit ihrem Anhang Susanne und Manfred

Unseren anfangs favorisierten Campingplatz direkt an der Schleuse und der Altstadt in Hann.Münden kehrten wir irgendwann den Rücken, als wir von der dort betriebenen Preistreiberei endgültig die Nase voll hatten. Inzwischen sind wir auf dem Platz des KC Münden Stammgäste geworden und zahlen dort nur noch etwa die Hälfte des öffentlichen Campingplatzes.

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April 1995 Jungfernfahrt mit dem Wenonah

August 1995 Premiere für Regina

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15.-17. Mai 1998   Von Hann.Münden bis Höxter

Frühstück in der „Weser-Oase“ am CP Karlshafen zu teuer in Relation zur Lieferung!

18.10.98 Fertigmachen zum Ablegen in Wehrden: Michael und Jupp

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07.-09. Mai 1999   Von Hann.Münden bis Höxter

21.-23. Oktober 1999   Abpaddeln von Hann.Münden bis Höxter

Teilnehmer: Jupp, Werner, Bärbel, Dieter, Jeanette, Alfons, Michael, Sylvia

Freitag > Der Sangeswettstreit: Da der Campingplatz Hann.Münden breits geschlossen ist, weichen wir auf das Gelände des KC Münden aus. Nach dem Abendessen in einem nahegelegenen griechischen Restaurant mit Axel und Bruni ist unser nächstes Ziel Renates „Weinkneipe“ in in der Altstadt, in der es zu einem sehr feuchtfröhlichen Ausklang des Tages kommt. Der Wein fließt reichlich und mit dem Lied „Im tiefen Keller sitz ich hier“ beginnt alles. Renates Stammgäste am Nebentisch wollen unseren Sangeskünsten nicht nachstehen und ruckzuck ist der beste Wettstreit im Gange. Es wird spät, sehr spät. Als wir endlich mit einem stark beeinträchtigtem Geradeausgang durch die Kleingartenanlage zu unserem Nachtlager aufbrechen, brennt schon lange kein Licht mehr in den Häusern. Die Nacht wird eiskalt!

Samstag > Manchmal kommt es anders: Qualvolles Aufstehen am Morgen! Jeder trödelt vor sich hin. Es ist bereits 12:30 Uhr, als die Boote endlich beladen sind. Der Bootsanleger schwankt dabei bedrohlich und besonders die Kaimauer an der Schleuse ist aufgrund des Niedrigwassers ein schwer zu bewältigendes Hindernis. Die frische, kühle Luft tut gut, die gleichmäßigen Bewegungen auf dem Wasser wirken beruhigend. Langsam kehren auch die Lebensgeister wieder zurück. Von Motorbootfahrern und Dampfern unbehelligt, ließen wir uns weite Strecken einfach nur treiben, wobei wir die bunte Farbenvielfalt der nahen Waldhänge auf uns wirken ließen. Zum Mittagessen landen wir am Fährhaus Hemeln an, dessen einfache Gerichte wie Bockwurst, Spiegeleier oder Strammer Max uns heute völlig ausreichen. Als sich allmählich ein trüber Schleier über das Wesertal legte, nährte sich in uns der Verdacht, es bis Bad Karlshafen nicht mehr zu schaffen. Gieselwerder war verlockend nah und die Motivation für die restlichen 15km nicht mehr aufrecht zu erhalten. Dieter baut sein Zelt mal wieder unter einer Laterne auf, was seine Nachtruhe empfindlich stören wird. Aufgrund einer fehlenden Alternative in der Nähe kehren wir abermals in ein griechisches Restaurant, dem „Delphi“   ein. dessen leckerer Vorspeisenteller extra für uns kreiert wird. Leider ist keine Brötchenbestellung auf dem Campingplatz mehr möglich, und der Bäcker im Ort öffnet erst um 10 Uhr. Es wird wieder eine sehr kalte Nacht.

Sonntag > Pausen müssen sein: Aufbruchstimmung in Gieselwerder. Ausgiebige Paddelpause zwischen Gieselwerder und Herstelle – obwohl es heute jedem wieder gut geht. Nach dem Mittagessen im Fährhaus Herstelle brauchen wir bald schon wieder eine Paddelpause. Resümee: trotz des „anstrengenden“ Beginns  und der nächtlichen Eiseskälte eine schöne Tour entlang der sich bunt färbenden Wälder.

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07.-09. April 2000   Anpaddeln von Hann.Münden bis Höxter

Freitag > Frostige Nacht: Nach dem Beladen der Autos stellt sich wie immer die  Frage: „Haben wir auch alles?“ Ein letztes Überprüfen, dann geht es endlich los. Bootsvorbereitungen auf dem Campingplatz in Hann.Münden. Nach der Arbeit kommt das Vergnügen: Weintrinken bei Renate

Samstag > Diverse Aufwärmungen: Kalt ist die Nacht gewesen, und so wird sich zuerst mit einigen warmen Sachen wie Socken und Wärmflasche versorgt. Dann geht es endlich los. Bootstransfer und Einsetzen an der Mündener Schleuse. Mittagspause in Hemeln: Brot mit Spiegeleiern pur bzw. mit rohem Schinken, Hühnerbrühe, einfach, aber schmackhaft. Auch dieses Mal kommen wir nicht an Gieselwerder vorbei, aber heute geplant. Schlummertrunk auf dem Campingplatz in Gieselwerder zur Nacht: Aufwärmung der einen Art…… oder eine Wärmflasche für die andere Art

WESER-MARATHON IN ZWEI TEILEN

I.  05.-07. Mai 2000   Von Hann.Münden bis Höxter: fkm 0-67

Freitag > Erfolgreiche Verteidigung: Als wir gegen 17:30 Uhr den Campingplatz in Hann.Münden erreichen, ist der bereits gut gefüllt, und wir müssen unseren gewöhnlichen Platz nahe dem Ausgang behaupten, da uns Busch ganz nach hinten schicken will.

Samstag > Hann.Münden - Bad Karlshafen  10:30-17:30 Uhr / Rast  12:30-14:00 Uhr in Bursfelde  

Kulinarischer Genuß: Zur Mittagszeit lassen wir uns in der „Klostermühle“ Bursfelde lukullisch verwöhnen, dem einzigen Restaurant mit durchgehend warmer Küche an der Oberweser.

Sonntag > Bad Karlshafen – Höxter  10:10-14:00 Uhr / Rast  12:00-13:15 Uhr im Fährhaus Wehrden

II.  13.-14. Mai 2000 Von Höxter nach Hameln: fkm 67-134

Samstag > Hunger ist der beste Koch: Höxter – Rühle: Nachdem wir in Höxter am Wassersportverein abgelegt haben, gibt es die erste Durchhalteparole auf dem fast geraden Stück hinter dem Kiekenstein bis nach Forst, bevor wir am Campingplatz in Polle zum Mittagessen anlanden. Da das Restaurant auf dem Campingplatz Rühle einen intensiven Altölduft verströmt, spazieren wir an der Weser entlang in den Ort. Der Weg ist etwas öde und lohnt sich nicht noch einmal, denn im „Gasthaus am Weinberg“ mundet uns das Essen nicht besonders. Wie heißt es so schön? Der Hunger treibt’s rein.

Sonntag > Ausgebremst: Rühle – Hameln: Etwa sechs Kilometer vor Hameln erfolgt die zweite Durchhalteparole an diesem Wochenende, denn der Rückstau der großen Hamelner Wehranlage macht sich allmählich bemerkbar, und es geht nur noch zäh voran.

25.-27. August 2000   Von Hann.Münden bis Lüchtringen

EXPO-Wasserspiele: Ohne Vorwarnung spritzende Säule

Spielerei am EXPO-Projekt: Erzeugen von Wasserklängen

29. September – 01. Oktober 2000   Von Hann.Münden bis Höxter

Sonntag > Fast ein böses Erwachen: Mit uns und dem herrlichen Wetter sehr zufrieden nutzen wir die schnellere Strömung zum Treiben und Meditieren. Jäh wurden wir aus unseren Träumen gerissen, als lautes Tuten von hinten um unsere Ohren schallt. „Achtung, Dampfer von hinten!“ Das sich einer an uns unbemerkt „heranschleichen“ kann, ist uns vorher noch nie passiert. Wir sitzen sofort wieder senkrecht im Boot und paddeln, was das Zeug hält, um aus der Mitte des Stroms zu kommen. Die beansprucht nämlich der Dampfer für sich. Auf das bekannte Spiel „Schiffe versenken“ wollen wir es jedenfalls nicht ankommen lassen. Das hätte er zweifellos für sich entschieden.

19.-22. Oktober 2000   Abpaddeln von Hann.Münden bis Höxter - Wochenend und Sonnenschein

Freitag > Die Prognose hat herrliches sonniges Wetter für unsere letzte Kanutour im Jahr versprochen, und sie soll recht behalten. Vorbereitung der Boote, wobei Michael und Hiram genug mit der Reparatur der Steueranlage zu tun haben. Heute genießen wir auf Renates Empfehlung unser Abendessen im „Ristorante Royal Ketty“. Danach geht es eine Tür weiter zu Renate, der Wein wartet.

Samstag > Bursfelde kommt in Sicht, und kurz darauf landen wir in der Bucht an, um in der „Klostermühle“ einzukehren. Es ist kaum zu glauben: Es ist Ende Oktober, und wir können noch draußen im Sonnenschein sitzen!!!

Sonntag > Frühstück am Kiosk auf dem Campingplatz: Belegte Brötchen + Kaffee

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11.-13. Mai 2001   Jungfernfahrt mit dem „Novacraft“ von Hann.Münden bis Höxter

Samstag > Noch mal Glück gehabt: Stolz auf unser neues Boot legen wir an der Schleuse ab. Wie schon so oft zuvor, landen wir an der Bucht unterhalb des Klosters Bursfelde an, ziehen den Canadier aus dem Wasser und freuen uns auf ein leckeres Essen in der „Klostermühle“. Gesättigt und zufrieden kehren wir zu unserem Boot zurück. Zeitgleich mit unserer Rückkehr passiert der Charterdampfer „Europa“ die Bucht. Wo vorher das Wasser noch stand, ist plötzlich nur noch Schlamm. Ein Aufschrei: „Halt das Boot fest!“, schon schwappt eine riesige Welle ans Ufer zurück, erfaßt den Canadier – und weg wäre er gewesen.

22.-24. Juni 2001   Von Hann.Münden bis Höxter

Freitag > Komm, gieß mein Glas noch einmal ein: Neue „Schikane“ auf dem Campingplatz: 10,- DM Pfand, wenn mit dem Auto auf den Platz gefahren wird, um dort zu entladen. Dagegen wehren wir uns allerdings erfolgreich. Zum Abendessen kehren wir ins „Asia-Haus“ ein, in dem gerade noch ein Tisch frei ist. Hier sind Gerichte und Getränke sehr preisgünstig, z.B. Entengerichte à 11,- DM, teuerstes Gericht kostet 16,- DM, als „scharf“ bezeichnete Gerichte sind auch scharf. Zum Abschluß des Abends geht es wie immer in Renates Weinkneipe, die auch vorzügliche Obstbrände, wie z.B. einen sehr leckeren „Williams Christ“ zu bieten hat. Michael: „Was hast du denn Schönes?“ Renate: „Oh, geht das schon wieder los! Du weißt doch, was ich habe, aber den „Early“ (Wein) kriegst du erst zum Schluß.“

Samstag > Hann.Münden - Bad Karlshafen  10:40-17:30 Uhr / Pegel Hann.Münden: 1,25m

Windjammer: Mittagsrast am Ausstieg des Campingplatzes in Weiße Hütte. Aufgrund des ständigen Gegenwindes, der sich mal mehr, mal weniger aufspielt, ist es kaum möglich, sich auch einmal treiben zu lassen. Eine Zeitlang paddeln wir gemeinsam mit einem Hamburger, der ebenfalls mit einem „Novacraft“ unterwegs ist und sehr mit dem Wind zu kämpfen hat. Wie immer sind die letzten 10km bis Karlshafen quälend, heute noch viel mehr, und die Arme werden immer schwerer.

Weit und breit ist kein Dampfer zu sehen. Schade! Wir hätten gern das „Welllenverhalten“ unseres neuen Canadiers getestet. Kurz vor Karlshafen durchbrechen Klingeltöne die Stille. Bärbel: „Können wir kommen?“ Die Frage nach dem „Wir“ deuten wir unterschiedlich. Während ich glaube, daß Bärbels „Neuer“ Roman mitkommt, meint Michael, seine Mutter käme mit. Meine Eingebung ist übrigens die richtige. Etwa eine Stunde nach unserer Ankunft, erreicht auch der Hamburger den Platz. So lernen wir Thomas Kettler kennen, dessen Buch „Kanu Kompaß Deutschland Ost“ uns bestens bekannt ist. Von ihm bekommen wir einige Tips für die Überfahrt nach Finnland: Das Frachtschiff „Finn-Liner“ nimmt auch Passagiere mit. Es gibt nur Außenkabinen, einen festen Tisch für die Mahlzeiten und ein „Kapitäns-Dinner“ am letzten Abend.

Sonntag > Bad Karlshafen – Höxter  10:20-ca. 14:30 Uhr

Bestandener Wassertest: Im Gegensatz zu gestern lugt heute die Sonne immer mal wieder durch die Wolken , und der Wind macht die meiste Zeit Pause. Nur der Akkordeonspieler am Fährhaus Wehrden nicht, der wieder die Gäste mit seiner eigentümlichen Spielweise „quält“. Was wir gestern bedauerten, können wir heute gleich zweimal testen. Bei der Begegnung mit zwei Dampfern nimmt der Canadier kein Wasser auf.

12. August 2001    Von Höxter bis Polle  11:30-14:40 Uhr

Zwischen Kemnade und Hehlen: Kalkstein trifft Sollingstein / Polle: Über den malerischen Aschenputtel-Ort mit historischem Stadtkern und verträumten Gassen, thront die Burgruine der Grafen von Everstein auf einem Bergsporn hoch über dem Wesertal mit einem einmaligen Panoramablick vom Burgturm.

26.-28. Oktober 2001   Abpaddeln von Hann.Münden bis Lüchtringen

Teilnehmer: Bärbel, Roman, Jupp, Hiram, Dieter, Lutz (ab Sonntag), Michael, Sylvia

und am Freitag die „Nichtpaddler“ Petra, Wilfried, Manfred und Axel

Freitag > Ausweichquartier: 1. Kleiner Umtrunk beim Kanuclub mit einer kleinen Spende der Wirtin: Kartoffelpuffer mit Apfelmus als Appetitanreger / 2. Abendessen im „Asia-Haus“ / 3. Wein (und Bier) bei Renate /

4. Ausweichquartier für die Nimmermüden, da Renate aufgrund ihrer morgigen Prüfung für den Motorbootschein pünktlich geschlossen hat: Absacker in einer der kleinen Kneipen

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10. März 2002   Impressionen eines Paddeltages auf der Weser / Pegel: 2,90m

Abfahrt   10:20 Uhr in Wahmbeck / Rast  13:15-14:40 Uhr in Wehrden / Ankunft  ca. 13:15 Uhr in Lüchtringen

Der erste richtige Sonnentag im März – Frühling liegt in der Luft! Das Hochwasser der Weser hat schon wieder den Rückzug angetreten, aber die Ufer sind immer noch vom Wasser überflutet. Wir (das sind vier Paddelsüchtige, ein Kajak und ein Canadier) haben schon lange darauf gewartet, die Paddel endlich wieder ins Wasser zu tauchen, um mit dem Boot darauf entlang zu gleiten. An der Fähre in Wahmbeck setzen wir ein – nur das Paddeln ist anfangs leichter gesagt als getan. Kräftiger Wind hindert uns an der Leichtigkeit des Dahingleitens. Ordentliche Muskelkraft ist nötig, um den Canadier überhaupt in Fahrt zu halten. Erholungspausen werden sofort mit dem Rückwärtsgang bestraft – trotz der guten Strömung. Aber auch der Wind braucht einmal Pause, die wir natürlich sofort zur Muskelentspannung nutzen und uns treiben lassen. Gegen Mittag sieht Geselle Wind endlich ein, daß er auch einmal etwas für uns tun kann. Wir sind ihm dankbar, daß er nicht mehr von vorn sein Spielchen mit uns treibt, sondern uns jetzt von hinten beflügelt. Jetzt genießen wir nur noch. Es ist schön, wieder auf dem Wasser zu sein. Dabei geht es uns einfach gut – und nicht nur uns.

Angelockt durch den Sonnenschein herrscht am Himmel reger Flugverkehr. Schwäne gleiten majestätisch vor einem strahlenden Blau über uns hinweg, Kormorane flattern mit ihren typisch hektischen Flügelschlägen an uns vorbei, und die scheuen Fischreiher erheben sich kurz vor uns vom Ufer, nur um sich ein paar Meter weiter wieder niederzulassen.

„Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt“, doch mit Schieben ist es an einigen Stellen des Weserradweges nicht getan. So beobachten wir einen Radfahrer dabei, wie er seinen Drahtesel über angeschwemmte Äste schleppt, die den Weg versperren. Solche Mühen haben wir nicht, hier hat das Wasser keine Barrieren. Wir benötigen nur ab und zu ein paar Paddelschläge, um das Boot gerade zu halten oder den noch aus dem Fluß herausragenden Büschen auszuweichen.

Normalerweise treffen wir auf der Weser immer einige Gleichgesinnte, heute aber nicht. Während wir auf dem Wasser die Einzigen zu sein scheinen, sieht es in Höxter so aus, als ob die ganze Stadt auf den Beinen ist. So weit das Auge reicht, flanieren Menschen auf der Weserpromenade – zu Fuß, auf Fahrrädern oder Inlinern. Etwas erschöpft, aber glücklich landen wir in Lüchtringen an, wo wir bereits erwartet werden. Unser „Taxi“ steht bereit, um uns nach Hause zu bringen.

19.-21. April 2002   Anpaddeln von Hann.Münden bis Lüchtringen

Teilnehmer: Bärbel + Roman, Horst + Christine, Jörg, Wolfgang, Hiram, Werner, Jupp, Horst B., Michael + Sylvia

Samstag > Abfahrt   09:30 Uhr am KC Münden, 11:00 Uhr an der Schleuse Hann.Münden / 1. Rast 14:00-15:00 Uhr in Weiße Hütte / 2. Rast ca. 30 Min. in Wahmbeck / Ankunft  18:30 Uhr in Bad Karlshafen

Sonntag > Abfahrt   10:25 Uhr in Bad Karlshafen/Rast 12:30-14:00 Uhr in Wehrden /Ankunft  16:10 Uhr in Lüchtringen

07.-09. Juni 2002   Mit dem Hochwasser von Hann.Münden bis Höxter

Freitag > Das zweite Gesicht der Fulda

Bei unserer Ankunft glauben wir zunächst unseren Augen nicht zu trauen. Der Bootsanleger am KC Münden ist völlig vom Wasser überspült, das sich auch schon einen Teil der Rampe erobert hat. Wild schießt die normalerweise ruhige Fulda an dem Platz vorbei. Das Hochwasser hat sie in einen „reißenden“ Fluß verwandelt, dessen braune Brühe sich über das schräg verlaufende Naturwehr vor dem Tanzwerder stürzt und der Weser entgegen strömt.

Busch wird immer raffgieriger, wie die aktuellen Preise des Campingplatzes Hann.Münden zeigen:

Erw. 4,50 €, bei nur 1 Übern, + 0,50 €, Hochsaison + 0,50 €, Zelt 4,- €, Boot ab 2,- €

Samstag > Räuber auf der Flucht / Wetter: sonnig-bewölkt, leichter Gegenwind / Pegel Hann.Münden: 3,16m

Die reißende Fulda bringt uns eine Leistungssteigerung auf der Weser, so daß wir mit einer Paddelgeschwindigkeit von 12 km/h stromabwärts „rasen“. Selbst beim Treibenlassen haben wir immer noch 10 km/h drauf, trotz leichtem Gegenwind. Kein Wunder, bei einem Pegelstand von 3,16m in Hann.Münden. Wir paddelen durch eine Landschaft, die das Hochwasser verändert hat. Die weit über die Ufer getretene Weser läßt das eigentliche Flußbett nur noch erahnen, und das Wasser reicht zwischen Hann.Münden und Veckerhagen bis an die schroffen Felswände heran. Dampfer und Motorboote werfen hohe, lang anhaltende Wellen auf, die noch einige hundert Meter nachrollen. Kurz vor Karlshafen geschieht es. Wir sehen einen Räuber auf der Flucht, einen scheuen Nachtgesellen auf Wanderschaft. Was hat ein Waschbär am Tage so eiliges zu tun? Hat er sich in der Zeit vertan? Ist er Frühaufsteher oder bekam er nasse Füße in seinem Bau und ist auf der Suche nach einem neuen? Alle Jahre wieder: Die inzwischen stark genutzte Edertalsperre läßt in den Augen der Weseranrainer ihren eigentlichen Zweck immer mehr in den Hintergrund treten. Ehemals sollte sie durch geregelte Wasserabgaben die Weser in den trockenen Sommermonaten für die Berufsschiffahrt fahrbar halten. Stattdessen leidet insbesondere der Campingplatz in Bad Karlshafen alljährlich unter dem z.T. bewußt herbeigeführten Hochwasser, im Juni 2002 bereits das achte Mal in dem Jahr. Auf der überspülten Slipanlage und dem angrenzenden Weg können wir bis zum Ende der unteren, abgetauchten Ebene paddeln und schlagen erstmals das Zelt auf der zweiten Ebene auf.

Sonntag > Der Rückzug der Weser zeigt sich am wieder freigegebenen Weg zur Slipanlage.

16.06.02   Wilfrieds Jungfernfahrt von Wehrden bis Stahle

28.-30. Juni 2002   Von Hann.Münden bis Bad Karlshafen – Im Zeichen der Fußball-WM

Freitag > Der unverhoffte Einzug der Nationalelf ins WM-Finale läßt die schon traditionelle Kanutour mal etwas anders verlaufen. Damit wir am Sonntag nicht in Hektik geraten, wird an dem Tag das Paddeln gestrichen und als „Fußballopfer“ in die Chronik eingehen.

Samstag > Abfahrt 11:00 Uhr an der Schleuse Hann.Münden / Rast ca. 30 Min. in Oedelsheim / Ankunft 18:00 Uhr in Bad Karlshafen / Pegel Hann.Münden: 1,28m / Wetter: kühl, morgens leichte Schauer, z.T. heftiger Gegenwind

Wellenreiten: Auch heute können wir unserer neuen Leidenschaft wieder frönen – dem Wellenreiten. Überholt uns ein Dampfer, wird gepaddelt, was die Arme hergeben, um auf der Heckwelle zu surfen. Wellenreiten: So hat es begonnen: Unermüdlich das Paddel einstechend, trieb er seinen Renncanadier stromaufwärts. Was Michael aber am meisten beeindruckte, war seine Rückkehr. Der passierende Dampfer hatte nämlich ein Anhängsel. An seiner Seite „klebte“ dieser Rennpaddler und ritt auf der Schraubenwelle weserabwärts. Zur Nachahmung nicht zu empfehlen! Unsere neue Leidenschaft war geboren: Wellenreiten, aber auf der zweiten Welle hinter dem Dampfer. Seitdem stören uns die aufgeworfenen hohen Wellen nicht mehr, wir nutzen diese.

Sonntag > Letzte Vorbereitungen zur Heimfahrt in Bad Karlshafen – Wobei die Nervosität bei den Herren leicht ansteigend tendiert: Der Anpfiff zum WM-Endspiel (mit deutscher Beteiligung!) rückt immer näher. Während es sich unsere beiden Hälften zur Übertragung des Finales zu Hause bequem machen, fangen Bärbel und ich die Atmosphäre auf dem Marktplatz in Höxter ein. Zur 2. Halbzeit fahren wir wieder nach Hause, da die Videowand (übrigens Premiere) viel zu klein und dazu noch zu tief angebracht ist.

09.-11. August 2002   Ein Wochenende mit Horst und „Monsieur“

Freitag > Oh wie wohl ist uns am Abend: Horst, dem unsere Wesertour im April sehr gut gefallen hat, will mit „Monsieur“ eine Woche dem Lauf des Flusses folgen. Für das Wochenende schließen wir uns kurzentschlossen an und begleiten die Beiden bis Lüchtringen.

Samstag> Ertragen muß man, was der Himmel sendet: Bei einem Pegelstand von 1,55m, der seit gestern Abend um 56cm gestiegen ist, legen wir gegen 12 Uhr an der Mündener Schleuse unter dichter Bewölkung ab. Es dauert nicht lange, und Petrus zeigt uns, was er drauf hat. Ein kreisendes Gewitter mit heftigen Regenschauern zwingt uns bereits hinter der zweiten Brücke ans Ufer und zu einer Wartezeit von etwa einer Stunde. Die steigende Tendenz der Weser können wir am Abend in Bad Karlshafen immer noch beobachten.

Sonntag > Da Horst und „Monsieur“ auch einmal schneller als wir sein wollen, tauschen wir mal die Boote. Aber der Tausch bringt den Beiden auch nicht die erhoffte Geschwindigkeit, wir fahren ihnen auch mit dem kürzeren Boot fast davon.

23.-25. August 2002   Von Hann.Münden bis Stahle – Premiere für Marianne und Sophia

Samstag > Um Sophia etwas Abwechslung zu verschaffen,  unterbrechen wir die Tour bis Bad Karlshafen mit drei Pausen, wobei sich die Wolken immer mehr verdichten. Kaum stehen Zelte und Tarp kommt der schon erwartete Regenschauer heftig herunter. Abermals können wir das Steigen der Weser beobachten, dessen Wasserstand rasant zunimmt.

Sonntag > Da kein Auto von Hann.Münden geholt werden muß, drängt die Zeit nicht. Sophia wird es immer noch nicht langweilig, so paddeln wir bis Stahle. Mariannes Schlußworte: „Jetzt sind wir immer dabei!“

Nachlese: Film über die Tour von Marianne

11.-13. Oktober 2002   Von Hann.Münden bis Höxter

25.-27. Oktober 2002   Kampf gegen die Naturgewalt von Hann.Münden bis Bad Karlshafen

Teilnehmer: Jupp, Bärbel, Roman, Hiram, Marianne, Sophia, Susanne, Manfred, Michael, Sylvia

Freitag > Schlechtes Omen: Abpaddeln ist angesagt, aber schon die erste Nacht verheißt nichts Gutes, denn der Wind sucht Angriffsflächen und zerrt gewaltig an den Zelten.

Samstag > Pegel Hann.Münden: 2,40m

Sturmfahrt von Hann.Münden bis Bad Karlshafen: Noch zuversichtlich legen wir ab, nicht ahnend, was da noch auf uns zukommen wird. Die sonst ruhige Wasseroberfläche der Weser schaukelt sich heute durch den Wind besonders in den Engstellen zu tanzenden Wellen auf. Von einer gemütlichen Paddeltour kann keine Rede sein. Es gibt nur eins: Paddeln, paddeln, paddeln, denn der kräftige Wind treibt seine Spielchen mit uns. Einen Paddelschlag aussetzen würde uns trotz der flotten Strömungsgeschwindigkeit wieder flußaufwärts schicken. Treibt uns der windige Gesell tatsächlich mal von hinten an, können wir es gar nicht richtig genießen, denn kurze Zeit später zeigte er uns mit heftigen Seitenböen, wer hier das Sagen hat. Endlich taucht Karlshafen hoher Schornstein am Horizont auf. Gut 40 km Plackerei liegen hinter uns, und wir glauben, hinter der nächsten Kurve in Sicherheit zu sein. Weit gefehlt! Mühsam kämpfen wir uns um diese letzte Biegung herum. Aber anstatt die letzten fünf Kilometer bis zum Campingplatz in Karlshafen einigermaßen geruhsam paddeln zu können, beginnt ein zähes Ringen um jeden Meter, da die beiderseitigen Bergrücken einen außerordentlichen Kamineffekt bewirken. Der Druck des Windes dreht den Canadier einfach herum. Manchmal hilft nur noch eine Zuflucht ans Ufer für eine kurze Atempause, um die letzten Kräfte zu mobilisieren und den Canadier wieder zur Räson zu bringen.

Ausgezerrt und hungrig landen wir schließlich an. Es wird keine lange Nacht mehr. Nicht lange nach dem Abendessen kriechen wir müde in unsere Schlafsäcke.

Sonntag > Abbruch: Da die Wettervorhersage für heute Sturmwarnungen meldet, bleibt nur noch eins: Abbruch der Tour. Das haben wir sowieso vor,  denn den Kampf gegen die Naturgewalt müssen wir nicht fortsetzen. Mariannes Resümee: „Ich glaube, wenn das meine erste Tour gewesen wäre, würde ich es mir wohl ganz genau überlegen, ob ich noch einmal in ein Boot steige.“

07. Dezember 2002  Rintelner Eisfahrt

> Michaels und Manfreds erste Eisfahrt: Hameln bis Rinteln 27km

> ca. 850 Teilnehmer in Kajaks, Canadier und Mannschaftscanadier

> Eindrücke: Gute Organisation mit Glühwein und Erbsensuppe, Frost überzieht die Packsäcke, die etwa zweistündige Tour reicht in der Kälte

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21.-23. März 2003   Anpaddeln auf der Weser von Hann.Münden bis Lüchtringen

Fit in den Frühling: Paddeln gegen die Frühjahrsmüdigkeit auf der Oberweser

Teilnehmer: Dieter, Jupp, Werner (nur am Sonntag), Marianne, Hiram, Sophia, Susanne, Manfred, Michael, Sylvia

Pegel Hann.Münden: 1,99m

Freitag > Ein Vergnügen erwarten ist auch ein Vergnügen: Eine Schlagzeile in der Tageszeitung verkündet: „Der Winter geht, das große Gähnen kommt: Die richtige Starthilfe für Körper und Seele“. Die haben wir: Rein in die Boote und rauf aufs Wasser! Die Gedanken gehen zurück: Wie war das noch im letzten Jahr? >>> Impressionen eines Paddeltages- 10.03.2002

Es ist wieder März und die innerliche Unruhe ständig gewachsen. Es geht wieder los! Es ist Freitag, und wir sind auf den Weg nach Hann.Münden. Als wir am KC Münden ankommen, treibt die Fulda wie üblich friedlich und gemächlich am Platz vorbei. Das war auch schon einmal anders. >>> Das zweite Gesicht der Fulda – 07.06.2002

„Ihr seid aber früh dran!“ macht die Platzchefin ihren anfänglichen Unmut erst einmal Luft, um noch schnell entschuldigend anzufügen: „Es ist doch noch gar nicht alles sauber und richtig aufgeräumt. Das Putzkommando kommt erst morgen.“Zu unserer Wesertour gehört inzwischen ein schon traditionelles Startprogramm. Wir beginnen mit einem guten und vor allen Dingen preiswerten Abendessen im „Asia-Haus“ und enden in unserer kleinen Weinkneipe bei Renate, der Weinhandlung Winkelmann, in der Bacchus von uns schon reichlich geehrt wurde. Einer dieser Abende wird uns wohl unvergessen bleiben. >>> „Sangeswettstreit“ – 21.10.1999

Samstag > „Wir wollen ganz schön genießend den Tag verbringen.“:  Nach einer bitterkalten Nacht (dank warmer Schlafsäcke kein Problem) und einem reichhaltigen Frühstück in der äußerst kühlen Morgenluft, erbarmt sich schließlich doch die Sonne und läßt erahnen, daß es ein schöner frühlingshafter Tag werden wird. Zelte abbauen, Boote zu Wasser lassen, packen, los geht’s, aber zunächst nur ein paar Paddelschläge lang. Schon müssen wir wieder raus, um an dem einzigen Hindernis, der Schleuse Hann.Münden, die Boote umzusetzen. Danach heißt es nur noch: Paddeln, Treiben, Seele baumeln lassen. Völlig im Einklang mit Hirams Motto: „Wir wollen ganz schön genießend den Tag verbringen.“ Nach der geruhsamen Fulda empfängt uns die Weser mit einer flotten Strömung, so daß wir spielend eine Geschwindigkeit von 9-10 km/h erreichen – Schongang für die Armmuskulatur. Noch ist es ruhig auf der Weser, und wir brauchen sie nur mit der heimischen Tierwelt zu teilen. Erhaben kreisen über uns Bussarde und Rote Milane auf der Lauer nach fetter Beute. Erpel auf Brautschau plätschern neben dem Ufer entlang, und die Schwäne gleiten schon in trauter Zweisamkeit übers Wasser. Keine unbeherrschten Motorbootfahrer stören diese Ruhe. Wir genießen diese Stille. Sie wird nicht mehr lange dauern, bald werden die kommerziellen Bootsverleiher die „Kreuzfahrer“ auf den Fluß loslassen. Mir klingt es schon jetzt in den Ohren: „Sowas kann man auch geradeaus fahren?“ Kurz vor Gimte erregt eine Baumreihe am linken Ufer unsere Aufmerksamkeit, dessen Äste weiß in den Himmel ragen. Des Rätsels Lösung ist schnell gefunden. Kormorane bevölkern die Bäume und markieren sie mit ihren Hinterlassenschaften. Einige Kilometer weiter lugt vorwitzig ein großes Nest hinter einem Hügel hervor. Bald danach wird auch der Rest sichtbar. Rank und schlank ragt das „Wahrzeichen“ Vaakes empor: Der Schornstein mit dem lange Zeit einzigen Storchennest im Oberweserraum. Bisher hat es jedes Jahr ein Storchenpaar beherbergt. Inzwischen gibt es einige Kilometer weserabwärts ein weiteres Nest zu sehen. In Vaake reihen sich stolz die liebevoll gepflegten Häuser an die Uferpromenade, an der sich die herabhängenden Zweige der Trauerweiden sanft im Wind wiegen. Veckerhagen kommt in Sicht, wo die Gierfähre gerade am gegenüberliegenden Ufer in Hemeln anlegt, um ihre Fracht zu entladen. Hinter Veckerhagen frischt der Wind auf, natürlich von vorn. Böse Erinnerungen werden wach, hat der es doch im vergangenen Jahr geschafft, uns zum Abbruch unserer letzten Wesertour zu zwingen. >>> Die Sturmfahrt – 26.10.2002

Der Fluß macht einen scharfen Knick nach links, und der Wind wird endlich durch die hohen Hügel des Bramwaldes abgeblockt. Dafür paddeln wir jetzt in den „Kühlschrank der Weser“ ein, im Sommer eine willkommene Stelle, um es langsam gehen zu lassen, in der kühleren Jahreszeit Motivation, die Paddelfrequenz zu erhöhen, um die Kälte hier schnell hinter uns zu lassen. In früheren Zeiten wurde dieser Teil des Bramwaldes möglichst ganz gemieden. Hier hauste einst ein berüchtigter Raubritter in der hoch im dichten Wald verborgenen Burg, der die Gegend in Angst und Schrecken versetzte. Golden funkeln die Turmspitzen der Stiftskirche des ehemaligen Benediktinerklosters Bursfelde am Horizont in der Sonne. Noch zwei Biegungen, und wir paddeln an dem Gebäude aus dem 11.Jh. vorbei, das heute eine beliebte Tagungsstätte beherbergt. Dicht daneben drängt sich die alte Klosterkirche, in der die ursprünglichen Fresken zum größten Teil wieder freigelegt sind. „Weißt du noch, als wir das erste Mal mit dem neuen Novacraft auf der Weser waren und wir hier Pause machten?“ >>> Noch mal Glück gehabt mit der Jungfernfahrt – 12.05.2001

Bis Oedelsheim liegen die Ortschaften weiter vom Ufer entfernt. Wir paddeln hauptsächlich an Wäldern, Weiden, Wiesen und an Graureihern vorbei. Jetzt zu Anfang des Jahres, lassen sich die meisten dieser Fischliebhaber durch nichts und niemanden stören. Regungslos verharren sie am Wasser, wenn wir vorbei paddeln. Im Laufe des Frühlings werden sie zusehends nervöser, sowie die Angler die Flußufer wieder in Besitz nehmen. Schon beim leisesten Paddelschlag verlassen sie dann fluchtartig ihren Platz. Erst bei Gieselwerder überspannt wieder eine Brücke die Weser. Für uns bedeutet das, knapp zwei Drittel der Tagesetappe liegen hinter uns. Aber hier endete die schon vorzeitig. >>> Die Folgen des „Sangeswettstreits“: Manchmal kommt es anders… - 22.10.1999

Heute sind wir fit und paddeln an dem noch verlassen wirkenden Campingplatz schwungvoll vorbei. Nur Sophia hat inzwischen die Müdigkeit übermannt. Lang ausgestreckt schlummert sie völlig entspannt in dem sanft schaukelnden Boot. Lippoldsberg kündigt das Ende des Bramwaldes an. Ob hier auch die Beutezüge des Raubritters endeten, ist ungewiß. Räuber gibt es aber auch heute noch in dem nachfolgenden Waldgebiet, dem Solling, der hinter Bodenfelde bis ans Ufer der Weser heranrückt. So gut wie nie bekommt man diesen putzigen Spießgesellen am Tage zu sehen. Uns war es bisher nur einmal vergönnt. >>> Räuber auf der Flucht – 08.06.2002

 

Stapelrecht (1247 bis Anfang des 19.Jh.)

Alle Waren, die die Stadt erreichten, mußten am Hafen ausgeladen und drei Tage zu Vorzugspreisen angeboten werden. Die Weiterbeförderung war nur mit Mündener Schiffen oder Fuhrwerkern gestattet.

Mit einer weiten Linksschleife zieht die Weser an Bodenfelde vorbei, Kurz darauf kommt Wahmbeck in Sicht. Wie in den Ortschaften zuvor, liegt auch hier die Fähre noch die meiste Zeit am Ufer. Ebenso ist noch die nachfolgende Skibob- und Wasserskistrecke verwaist, und die Ruhe der Natur bleibt noch ungestört. Der langgezogene, teilweise bis ans Wasser heranreichende Höhenzug am linken Ufer zwingt die Weser zu weiten Schleifen. Inzwischen erliege ich nicht mehr dem trügerischen Schein, hinter der nächsten Kurve den Schornstein zu sehen, der den Beginn des heutigen Kurorts Bad Karlshafen ankündigt. Vom Fluß aus ist der am Reißbrett entstandene Stadtkern nicht zu sehen, dessen Gründung bis 1699 zurückgeht. Von der Vergangenheit berichtet das „Hugenotten-Museum“ am Hafen mit einem liebevoll gestalteten Pfad durch die Geschichte und hiesiger Ansiedlung der aus

Frankreich geflüchteten Hugenotten. Zudem existiert inmitten der Stadt der

einzige Binnenhafen der Welt, der allerdings nur von Wasservögeln benutzt wird.

Schiffe haben hier noch nie angelegt, und die Schleuse zur Weser war niemals in

Betrieb, Hafen und Schleuse sind Relikte eines geplatzten Kanalbaus nach Kassel,

der das Mündener Stapelrecht umgehen sollte. Endlich – der Schornstein reckt

sich gen Himmel, nur noch einige Meter bis zur Brücke, und schon legen wir am dahinter liegenden Campingplatz an. Der durchfeuchtete, nachgiebige Boden zeugt noch vom letzten Hochwasser, so daß wir unsere Zelte erst auf der nächsten Ebene aufbauen können. >>> Alle Jahre wieder – 08.06.2002

Uns hat dieses Jahr tatsächlich noch keiner erwartet, was die Begrüßung verdeutlicht: „Ihr seid aber früh dran!“. Zum Glück sind genug Brötchen fürs Frühstück in der Tiefkühltruhe des Kiosks, denn selbst der Bäcker hat seine Arbeit am Sonntag noch nicht aufgenommen. Auch die Enten scheinen noch im Winterquartier zu sein. Auf der Suche nach Leckerbissen belagern sie normalerweise den Uferbereich des Platzes. Schade, denn sie haben schon einen gewissen Unterhaltungswert, eine Portion Komik inbegriffen, wie die Beobachtung eines unglückseligen Erpels zeigte.

>>> Wie ein wilder Stier – 06.05.2000

Sonntag > Nach einem langen, ausgiebigen Frühstück setzen wir unsere Tour fort. Unter wolkenfreienm, blauem Himmel paddeln wir an den „Hannoverschen Klippen“ vorbei, drei aus dem Waldhang hervorragenden, schroffen Felsen, bestückt mit Uhukästen. Mit der flotten Strömung lassen wir uns unter der Brücke von Würgassen hindurch treiben. Diesmal reißt uns kein Dampfer unsanft aus unseren Träumen wie im letzten Jahr. >>> Fast ein böses Erwachen – 01.10.2000

Längst sind die Kühltürme des KKW Würgassen verschwunden und beeinträchtigen nicht mehr die friedvolle Landschaft in dem engen Tal. Überlebt hat das Schild mit der Warnung „Elektrofischscheuchanlage“, das uns immer noch zum Schmunzeln bringt. Welcher Fluß hat schon elektrische Fische zu bieten? Der wahre Hintergrund: Warnung vor der elektrischen Anlage, die das Eindringen der Fische in das bereit gehaltene Kühlwasser verhindern sollte. Aber ob die Fische das lesen können? Scheinbar mühelos bewältigen Enten und Schwäne die Weser auch aufwärts. Ganz anders dagegen der einsame Paddler, der uns hier schon öfter entgegen gekommen ist. >>> Wellenreiten – 29.06.2002

Leider hat die Dampfersaison noch nicht begonnen, worüber wohl Hundedame Adelheid ganz glücklich ist. Seit einer Kenterung sucht sie bei kabbeligen Wasser sofort Zuflucht auf Susannes Schoß. Heute hat sie das nicht nötig und liegt, den Kopf auf dem Süllrand gestützt, ganz entspannt im Bug des Canadiers. Auch das am Beverunger Speicher liegende Frachtschiff bedeutet keinerlei Gefahr für sie, ruht es doch unbeweglich am Pier. Früher herrschte auf der Weser reger Frachtverkehr, heute sieht man das nur noch selten. Ein paar Kilometer stromabwärts überspannt die interessanteste Brücke den Fluß, die vollständig genietete Eisenbahnbrücke hinter Blankenau. Als wir unter ihr durch paddeln, rattert gerade die Regionalbahn über uns hinweg. Ein „Gruß“ von oben bleibt uns glücklicherweise erspart, trotz Michaels Befürchtung. So steht einer gepflegten Mittagsrast im Fährhaus Wehrden nichts mehr im Wege. An dem beliebten Treffpunkt für Wanderer aller Art sind bei dem heutigen schönen Wetter bereits die meisten Tische besetzt. Nur derjenige, der an Wochenenden sein Akkordeon voller Inbrunst quält, hat zu unserer Erleichterung seinen Weg hierher noch nicht gefunden. Als wir wieder ablegen, neigt sich unsere Tour langsam dem Ende zu. Von oben blickt schon das Schloß Fürstenberg auf uns hinab, weiß wie das berühmte Porzellan seiner Manufaktur. Jetzt breitet sich das Flußbett immer mehr aus, und mit der zunehmenden Breite wird die Weser träger. Bei Niedrigwasser und Gegenwind hat sie uns hier schon manches Mal regelrechte Durchhalteparolen abgerungen. Aber heute nicht. Trotz der abnehmenden Fließgeschwindigkeit geht es immer noch flott voran, und bald erscheinen die ersten Häuser von Höxter am Horizont. Schließlich paddeln wir um die heutige letzte Kurve, vorbei an der Schloßanlage Corvey, der ehemaligen Benediktiner-Abtei, heute u.a. Anziehungspunkt für Liebhaber der klassischen Musik. Die letzten zwei Kilometer genießend, lassen wir uns langsam auf Lüchtringen zutreiben, dem Endpunkt unserer Tour. Es ist wieder eine schöne Paddeltour gewesen, der richtige Start in den Frühling! Kein Regen und kein nennenswerter Gegenwind haben dabei unser Wohlbefinden beeinträchtigt. Wie drückte es Hiram zu Beginn so schön aus? „Wir wollen den Tag ganz schön genießend verbringen.“ Das haben wir – beide Tage!

27.-29. Juni 2003   Von Hann.Münden bis Höxter

Teilnehmer: Marianne, Hiram, Sophia, Manfred, Helmut B., Michael, Sylvia

Samstag > Bootsgassen-Premiere: Nachdem wir uns gestern bereits die neue Bootsgasse, die gleichzeitig als Fischtreppe fungiert, an der Hann.Mündener Schleuse angesehen haben, sind wir glücklich, nicht umtragen zu müssen und steuern frohgemut auf das Wehr zu. Helmut, das erste Mal in einem Boot sitzend, paddelt mit Michael, ich mit Manfred im „Wenonah“. Michael und Helmut testen als Erste die Bootsgasse, und nach einer etwas umständlichen Einfahrt geht auch bei uns alles glatt.

08.-10. August 2003   Von Hann.Münden bis Höxter

Samstag > Abfahrt 9:10 Uhr in Hann.Münden/1. Rast 12:30-13:15 Uhr in Oedelsheim/2. Rast 14:30-15:00 Uhr in Wahmbeck/Ankunft  16:45 Uhr in Bad Karlshafen/ Pegel Hann.Münden: 1,09m/ Wetter: sonnig

Tückische Wassergasse: Bootsgasse Hann.Münden: Noch zeigt der Pegel an der Schleusenbrücke grün, also darf die Bootsgasse noch befahren werden. Bereits während der Einfahrt bleiben wir aber stecken, und das mit unbeladenem Boot. Michael müht sich aus dem Canadier, schiebt ihn ca. 2/3 der Gasse über die Borsten hinunter, klettert ins Boot zurück, so daß wir wenigstens das untere Drittel noch durchgleiten können und kontaktieren im Unterwasser aufgrund des niedrigen Wasserstandes leicht mit den Steinen.

Sonntag > Abfahrt 10:10 Uhr in Bad Karlshafen/Rast 12:05-12:55 Uhr gegenüber Wehrden /Ankunft  14:10 Uhr in Höxter/ Wetter: sonnig

Badetag: Bei dem herrlichen Sommerwetter müssen wir uns den Fluß mit zahlreichen Schlauchbooten teilen. Zudem

haben wir noch nie so viele Leute gesehen, die in der Weser schwimmen.

15.-17. August 2003   Von Wehrden bis Hameln

Freitag > Abfahrt 18:05 Uhr in Wehrden /Ankunft 18:55 Uhr in Höxter/Wetter: sonnig-bewölkt

Nachdem wir unser Zelt beim Wassersportverein Höxter aufgebaut und das Auto bis Hameln vorgefahren haben,

bringt uns Hiram nach Wehrden zwecks kleiner Paddeltour bis Höxter. Hier „spielen“ wir Touristen und spazieren

an der Weser entlang zum Abendessen ins „China-Wok Jasmin“ ins Zentrum der Stadt.

Samstag > Abfahrt 9:10 Uhr in Höxter/1. Rast 12:25-13:25 Uhr in Polle /2. Rast 14:20-15:10 Uhr in Grave/Ankunft  16:20 Uhr in Bodenwerder/Wetter: sonnig-bewölkt, Gegenwind

Brötchenservice: Mit der Ankunft von Hiram, Sophia und Werner, die uns bis Bodenwerder begleiten wollen, kommt auch der Brötchen-Service: Hiram bringt belegte Brötchen mit. Tip: Hausgebackener Kirschkuchen an der Campingplatz-Restauration in Grave!!! Preiswert: 1 Stück + Sahne = 1,80 €

Sonntag > Abfahrt 9:45 Uhr in Bodenwerder/Ankunft 12:55 Uhr in Hameln/Wetter: sonnig-bewölkt

Überraschung beim Kanuclub in Hameln, in dessen Bootshaus wir eigentlich zu Mittag essen wollen: Es gibt hier keinen Mittagstisch , sondern nur eine Abendkarte. Aber solange wollen wir dann doch nicht warten.

Weser-Pegel sinkt auf 80cm: Schiffahrt ruht ab morgen (Neue Westfälische v. 03.09.2003) > Noch vor acht Monaten überflutete die Weser Fußwege und Straßen in Höxter und Umgebung, ab morgen ist der Fluß zu Fuß passierbar. Die Wassertiefe beträgt dann nur noch 80cm – trotz der jüngsten Regenfälle, die nicht ergiebig waren. Das Wasser- und Schiffahrtsamt Hann.Münden muß wegen der langen Trockenperiode den Wasserzulauf von der Edertalsperre abstellen. Das hat Auswirkungen auf die Schiffahrt. Die Ausflugsdampfer müssen ihren Betrieb vorerst einstellen. Es können ab Donnerstag nur noch Sport- bzw. Paddelboote auf der Oberweser fahren.

Nichts geht mehr auf der Weser (Neue Westfälische v. 05.09.2003) > Auch die Fährleute der Personenfährenhaben ihre Probleme mit dem sinkenden Wasserstand der Weser, der z.Zt. 98cm beträgt. Es ist kaum möglich, die Stege noch weiter in das Flußbett zu schieben, denn die Ketten, mit denen sie verankert werden, sind meist schon in voller Länge ausgelegt. > Das Wasser schwindet: Am Fähranleger Herstelle läßt der dunkel gefärbte Uferstreifen erkennen, wie der Wasserstand in der Weser in den vergangenen Stunden gesunken ist.

17.-19. Oktober 2003   Abpaddeln von Hann.Münden bis Lüchtringen

Teilnehmer: Hiram + Sophia, Dieter + Jan-Christoph, Susanne + Manfred, Jupp, Michael + Sylvia

Freitag > Auf Tillys Spuren: Wir sind schon so oft in Hann.Münden gewesen, waren wir noch nie auf der Tillyschanze, dem legendären Hügel, von dem aus im Dreißigjährigen Krieg die Stadt vergeblich aus eingenommen werden sollte. Nach einem etwa  

15-minütigen Fußweg vom DKV-Platz aus bietet sich uns ein herrlicher Blick auf das unter uns liegende Städtchen.

Samstag > Tiefstand/Abfahrt 11:40 h in Hann.Münden/Ankunft 18:40 h in Bad Karlshafen/Wetter: sonnig

Obwohl es gestern Abend nicht so spät geworden ist, kriechen wir erst spät aus den Schlafsäcken. Noch schmückt Raureif die Zelte und Nebel hüllt alles ein. Nach einem ausgedehnten Frühstück braucht es schließlich einen Motivationsschub, um endlich aufzubrechen und allmählich stapeln sich die Gepäckstücke zum Beladen der Boote. Da die Bootsgasse vom 01.10.-30.04. gesperrt ist, stellen wir uns schon mental auf das ungeliebte Umtragen an der Mündener Schleuse ein. Aber das wäre uns sowieso nicht erspart geblieben, denn das dafür ausreichende Wasser fehlt. Bei dem bisher noch nie erlebten Tiefstand an der Schleuse stehen wir diesmal vor einem Problem und fragen uns, wie wir am besten die Boote beladen. Noch hat es die Sonne nicht geschafft, den Dunst zu vertreiben, aber im Laufe des Tages dringen Sonnenstrahlen doch noch langsam durch die Nebelschwaden.In Bad Karlshafen verabschieden wir uns von „unserem“ Italiener: „Tschüß bis zum Frühjahr! Wie sind wohl in diesem Jahr das letzte Mal die Weser herunter gekommen.“ Erstaunte Reaktion: „Wieso? Ihr könnt doch auch mit dem Auto kommen.“

Sonntag > Verschleierungen: Steifgefrorene Zelte, Raureif auf den Booten, Nebel über Bad Karlshafen – so begrüßt uns der Morgen. Undurchdringlicher Nebel hüllt bei unserer Abfahrt immer noch das ganze Tal ein und beginnt sich erst gegen 11:30 Uhr langsam aufzulösen. Zuvor versuchen Sonnenstrahlen einige Male vergeblich, den weißen Schleier zu durchdringen. Nur gut, dass die Weser nicht ganz so schmal ist, denn die Sicht reicht teilweise gerademal nur von Buhne zu Buhne.

13. Dezember 2003  Rintelner Eisfahrt

> Michael + Manfred und etwa 750 andere Kanuten

> von Eis und Kälte keine Spur, dafür reichlich Gegenwind

> für die Strecke zwei Stunden mehr gebraucht als das Jahr zuvor

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15. August 2004   Jungfernfahrt mit dem Solo von Bad Karlshafen bis Höxter


Jetzt ist es also wahr, / wir paddeln als Paar / nicht wie sonst im Tandem. / Jeder fährt seinen eigenen / Canadier die Weser hinab. / Für mich heißt das, Schlag um Schlag / Das Gefährt gerade zu halten,  / um keine Kreuzfahrt zu gestalten. / Läuft es aber endlich geraudeaus, / kommen Motorisierte angebraust. / Einige kennen wohl ihre Bremse nicht. / deren Wellen stören mich nicht. / Aber mein Boot quer zu stellen / und mich danach stets zu quälen, / um es wieder auf Fahrt zu bringen, / läßt meine Nervenbahnen schwingen.

Kurz vor Lauenförde taucht der Dampfer hinter uns auf. / Die Weser wird eng, ich geh‘ lieber raus. / Damit ich dort nicht so alleine bin, / steuert auch Michael zum Ufer hin. / Die Anstrengung macht mich richtig lahm, / immer schwerer wird der Arm. / Seit Karlshafen sind wir auf Tour, / bis Höxter soll’s geh’n. Wie schaff‘ ich das nur? / Kurz vor Wehrden will ich nicht mehr, / das Solopaddeln ist so schwer! / Doch nach dem Essen, eine Stunde später, / sag ich mir: die sechs Kilometer / reiß ich auch noch runter. / So fahr’n wir doch gemeinsam bis Höxter hinunte


22.-24. Oktober 2004   Abpaddeln von Hann.Münden bis Höxter - Unterwegs mit Turbo-Max

Teilnehmer: Hiram, Marianne + Sophia, Dieter, Ulli, Kai + Leon, Jörg + Max, Michael, Sylvia

Freitag: Ein Abend in Hann.Münden


Herbst ist es wieder geworden. / Zum Abpaddeln sind ein paar Neue geworben. / Vom hohen Norden sind Jörg und Max dabei / sowie aus Holzwickede „Family Kai“. / Im Vorfeld gab es einige Fragen: / „Kann man sich auf die Weser wagen?“ / Für uns stellt sich diese Frage nicht, / doch aus Flachländersicht / ist es auf jeden Fall besser, / wählt man erstmals fließendes Gewässer, / sich vorher zu vergewissern, / anstatt gedanklich rumzuzittern. / Schnell vergeht die Zeit beim Zeltaufbau. / Jörg steht derweil mit Max im Stau. / Ihre Ankunft erfolgt aber nicht zu spät, / noch sind wir beim KC / in Münden bei einem kühlen Bier, / denn auch so etwas gibt es hier. / Mit Beginn der Dunkelheit / kommen auch Ulli, Leon und Kai. / Schließlich schiebt sich unsere kleine Karawane / ins Zentrum durch die Kleingartenanlage. / Die bekannteste Person der Stadt / ist sicherlich Dr. Eisenbarth. / Hier hat er marktschreierisch Patienten geworben / und ist in dem Fachwerk-Kleinod auch gestorben. / Bei seinen Operationen ohne Narkose / rutschte wohl Manchem das Herz in die Hose. / Heute braucht hier Keiner mehr Angst zu haben, / denn das geschah vor vielen Jahren. / Nach etwas Beschnuppern ist schnell klar, / Sophia und Max finden sich als Paar. / An der Fulda entlang / wandern sie schon Hand in Hand. / Wie jedes Mal / folgt jetzt unser Ritual. / Im „Asia-Haus“ lassen wir es uns schmecken, / anschließend geh’n wir Bacchus wecken. / In der Weinhandlung Winkelmann / ist man dafür bestens dran. / Guten und preiswerten Wein / schenkt uns dort Renate ein. / Manch‘ Abend haben wir schon dort verbracht / und uns danach torkelig auf den Weg gemacht. / Heute wird es nicht so spät. / Bald machen wir uns auf den Weg / zu den Zelten zurück, / wo wir – zum Glück / nicht in eisiger Kälte – noch etwas reden, / bevor wir uns in die Zelte bewegen


Samstag >Von Hann.Münden bis Bad Karlshafen  - Wetter: bewölkt


Warme Sachen waren um diese Zeit immer Pflicht, / diesmal brauchen wir so viel nicht. / Lau für die Jahreszeit ist das Wetter. / So schafft es nicht das Thermometer / die Plusregionen zu verlassen, / wir können es kaum fassen. / Kein Raureif bedeckt am Morgen unsere Zelte, / und die Finger sterben beim Frühstück nicht vor Kälte. / Unser Lager wird abgebaut / und alles in den Booten verstaut. / Bevor wir auf die Weser kommen, / wird noch ein Hindernis genommen. / Michael will nicht an der Schleuse umtragen / und lieber die Bootsgasse fahren. / Nur ist uns dieser Weg verwehrt, / denn die ist jetzt schon gesperrt. / Sehr zu Michaels und Dieters Verdruß / kommt, was nun kommen muß, / denn das Wehr von Hann.Münden / ist nur zu überwinden / indem man die Fulda links vor der Schleuse verläßt / und dahinter die Boote wieder ins Wasser setzt. / Ein paar Meter weiter am Weserstein / büßt die Fulda ihren Namen ein. / Nun paddeln wir heiter / auf der Weser weiter. / Max legt auch sofort los. / Warum, fragen wir uns, macht er das bloß? / Während wir auch gern mal im Kanu dösen, / kann er sich nicht vom Paddeln lösen. / Sophia kann das auch nicht verstehen / und ihn nur noch von hinten sehen. / Selbst Jörg, Max sein Vater, / den plagt morgen vielleicht der Muskelkater, / kann ihn nicht bewegen, / einen langsameren Gang einzulegen. / Mit seinen knapp drei Jahren / wird Leon seine erste lange Kanutour fahren. / Dieser kleine Racker / hält sich dabei ganz wacker. / Irgendwann ist er aber geschafft, / ihn hat die Müdigkeit hingerafft. / In dem meist recht engen Tal / windet sich die Weser mal / an kleinen Orten, mal an steilen Hängen entlang, / das macht die Landschaft interessant. / Links im Reinhardswald versteckt, / Dornröschen wurde hier einst vom Prinzen geweckt. / Rechts kommt der Bramwald dem Ufer ganz nah. / Wie es früher hier war / erzählen noch heute die Leute. / Ein Raubritter witterte fette Beute. / Wenn sich jemand in den Wald verirrte, / war’s Pech, wenn nach seinem Habe er gierte. / Im Herbst zu paddeln ist hier sehr schön, / nur läßt sich die Sonne heute selten seh’n. / Das bunte Laub der Blätter / bildet bei sonnigem Wetter  / einen prächtigen Farbenteppich, / leider seh’n wir den diesmal meistens nicht. / Die Freude lassen wir uns trotzdem nicht verleiden, / uns ab und zu auch einmal treiben / und genießen es, träge im Boot zu sitzen. / Als die Bursfelder Klosterkirchtürme am Horizont blitzen, / haben wir fast schon die Hälfte geschafft, / und einige Kilometer flußabwärts wird Pause gemacht. / An der Fähre von Oedelsheim / finden sich alle zum Imbiß ein. / Leon, unser jüngster Sproß,marschiert hier sofort loszum Fährmann, der am Ufer wartetund prompt mit den Kindern startet / zur kostenlos Überfahrt auf seiner Fähre, /

das ist für uns eine Premiere. / Bootsfahrer gern über Erfahrungen sprechen, / doch langsam wird es Zeit aufzubrechen. / Noch ein Gläschen Wein, / danach steigen wir wieder ein. / Und zum Schluß / noch einen Gruß / zum netten Fährmann hin, / dann haben wir nur noch Paddeln im Sinn. / Bis Bad Karlshafen ist es noch ein Stück, / und Sophia wird schon wieder fast verrückt. / Sie schafft es nicht, hinter Max herzukommen, / ihr Bootsteam hat dies auch nicht ernsthaft in Angriff genommen. / Ebenso kümmert das Athos nicht. / Sein faltiges Gesicht / plaziert er lieber auf dem Kanuboden. / Dafür kann man ihn nur tüchtig loben. / In Wahmbeck landen wir noch einmal an / und gehen dort zur Rast an Land. / Leon und Kai suchen voller Stolz / viele kleine Stöckchen Holz. / „Wofür soll das denn sein?“ will Michael wissen. / „Ein Feuer woll’n wir heut‘ Abend nicht missen.“ / So die Antwort von Kai. / „Wir haben alles dabei / für ein Lagerfeuer auf die Schnelle / auch ohne Feuerstelle.“ / Des Rätsels Lösung sehen wir am Abend, / man muß nur Grillrost, Brenner und Feuerschüssel haben. / Noch ist es aber nicht soweit, / und Dieter meint: „Jetzt wird es Zeit / an die Flasche im Boot zu denken / und etwas davon auszuschenken!“ / Natürlich ist uns sofort klar, /

er will Becherovka. / Auch Marianne lockt dieser Kräutergeist an. / Sie pirscht sich mit Hiram schnell heran. / Mit einem Becherovka im Bauch / schaffen wir jetzt die letzten Kilometer auch. / Um die letzte Kurve geht die Paddelei, / und Jörg und Max sind schon fast dabei, / in Karlshafen an Land zu gehen. / Wir können die Beiden kaum noch sehen. / Die letzte Kraft wird mobilisiert, / die Straßenbrücke wird passiert, / und ratz-fatz / erreichen wir den Campingplatz.

 

Karlshafen, die barocke Reißbrettstadt / hat einen Hafen – und jetzt gebt acht: / Ein Schiff war niemals hier, / Enten und Schwänen dient er als Revier. / Der hessische Landgraf hatte einst einen Plan. / Er holte verfolgte Hugenotten heran, / die als tüchtige Strumpf- und Handschuhwirker galten. / Sie sollten den Aufschwung seines verarmten Landes gestalten. / Um Mündens Stapelrecht zu umgehen, / mußte er nach Alternativen sehen. / Um seine Schiffe direkt nach Kassel zu bekommen, / wurde der Hafenbau in Angriff genommen. /Die Diemel sollte schiffbar werden, / doch lag das Projekt schon bald im Sterben. / Technische Schwierigkeiten nahmen überhand, / und des Flusses Wasserstand / war oft zu gering, / so daß allen das Bauen verging. / Aber nun zu unserer Tour zurück, / der Bootsinhalt wird Stück für Stück / für das Lager auf die Wiese gebracht / und sich danach für den Stadtgang fein gemacht. / Dieter ist zwar noch etwas skeptisch, / denn wir bestellen einen Tisch / im „Kaiser Wilhelm“ zum Essen. / Dort ist sein Unbehagen schnell vergessen, / denn in diesem Kurlokal / gibt es eine gute Wahl / zwischen Gerichten mit und ohne Fleisch. / Dieter findet auch sogleich / etwas Vegetarisches für sich. / Für die Anderen und für mich / landen diverse Schnitzel auf die Teller, / pur, mit Zwiebeln, Gorgonzola (oder ist es Mozzarella?) / Jörg fällt es zunehmend schwer zu bleiben, / doch die „Happy Hour“ muß er noch erleiden. / Zwei Getränke für eins, das nehmen wir noch mit, / danach geht es zu den Zelten zurück. / Nach dem Schlafsack schreit Jörgs Empfinden, / während sich die Anderen am Feuer einfinden. / Mit Becherovka im Bunde / wird es eine fröhliche Runde. / Im lodernden Feuerschein / kehrt noch lange keine Ruhe ein. / Man wird es kaum glauben, / Dieter wacht mit Argusaugen / über den tschechischen Schnaps / und füllt sein – nein unser – Glas / immer wieder reichlich ein. / Irgendwann muß es aber sein, den Abend zu beschließen / und endlich in die Schlafsäcke zu kriechen.


Sonntag > Von Bad Karlshafen bis Höxter  - Wetter: sonnig bis bewölkt


Bis wir auf dem Wasser sind, / geh’n morgens schon ein paar Stunden hin. / Nach dem Frühstück braucht es seine Zeit, / bis alle sind zur Abfahrt bereit. / Jörg hat sich inzwischen erholt. / Sophia sitzt bei Dieter im Boot. / Am Abend zuvor hat sie schon mit ihm geübt / und hofft nun, daß sie Max heute einkriegt. / Über die kurzen Weserwellen wippen / wir vorbei an den Hannoverschen Klippen. / Drei kahle Felsen aus Buntsandstein / ragen rechts in die Landschaft rein. / Gut geht es dem Uhu hier, / dort hat er in Kästen sein Tagesquartier. / Dieser lichtscheue Gesell‘ / jagt nur nachts, tags ist es ihm zu hell. / Niete an Niete ohne Lücke / hält zusammen die Eisenbahnbrücke / zwischen Blankenau und Wehrden, dem kleinen Ort. / An dessen Fährhaus landen wir sofort, / dort halten wir es draußen nicht lange aus. / Schnell nehmen wir ins Innere Reißaus / Vor dem Akkordeonspiel / eines älteren Herrns, der quält es zuviel. / Noch wenige Kilometer sind es bis zum Ziel, / zum Paddeln ist das nicht mehr viel. / Es naht das Ende der Tour, / von oben strahlt weiß Fürstenbergs Manufaktur. / Die restliche Zeit vergeht wie im Flug. / Wir nähern uns Zug um Zug / unserem letzten Ausstieg. / Dabei wird noch etwas geübt, / mit anderen Paddeln umzugehen, / und leuchtende Augen sind dabei zu sehen. / Oft sind neue Erfahrungen / die reinsten Offenbarungen. / Wie leicht das Paddeln gehen kann, / hat man das richtige Werkzeug zur Hand, / wird mir schnell klar / mit Jörgs Paddel aus Kevlar. / Höxter taucht am Horizont auf, / am Wassersportverein steigen wir aus. / Ein letztes Mal werden die Boote an Land gezogen / und anschließend auf die Autos gehoben, / dann heißt es Abschiednehmen / bis zum nächsten Wiedersehen.


04. Dezember 2004  Rintelner Eisfahrt

 

Michael und Manfred

 

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01.-03. April 2005   Von Hann.Münden bis Karlshafen im Solo

 

Freitag > Warm oder kalt?: Empfang beim Mündener KC: „Das ist doch viel zu warm für euch!“ entgegen der anderslautenden Warnung eines Gastes vom Platz: „Es ist nachts noch ganz schön kalt.“ Da das „Asia-Haus“ Urlaub macht, kehren wir zum Abendessen in den Rathauskeller ein und werden nicht enttäuscht. Das Matjesfilet mit grünen Bohnen sowie das Sauerfleisch mit Remoulade, jeweils mit Bratkartoffeln, können wir nur weiter empfehlen. Renate, die mit den Vorbereitungen zur ersten Hann.Mündener „Beat Night“ beschäftigt ist, weilt leider nicht in ihrer Weinkneipe. Dafür zaubert ihre Thekenvertretung  leckeren einen roten Müller-Thurgau herbei.

 

Samstag > Alte Schätzchen: Zeitweilig pustet uns der Wind bei dem heutigen trockenen, klaren Wetter etwas ins Gesicht. Während unserer Mittagsrast in Hemeln zieht Geschichte an uns vorbei. Die Teilnehmer der Oldtimer-Ralley setzen gerade mit der Fähre über, so daß wir die alten, liebevoll gepflegten Karossen in aller Ruhe bestaunen können. An der Rampe des Campingplatzes Oedelsheim zeigt sich, daß ich dringend meine Paddeltechnik verbessern muß. Mit Karacho  rausche ich in der schnellen Strömung vorbei, weil ich das Boot zu spät gedreht habe. So kann ich einige Meter flußabwärts erst anlanden. Im Hotelrestaurant Kronenhof lassen wir uns erstmalig mit einem „Seniorenteller“ verwöhnen, denn die von uns begehrte Scholle gibt es nur noch als solchen. Michaels Kommentar nach dem Essen: „Eigentlich hat mit das auch gereicht.“

 

Sonntag > Irgendwie geht es immer: Als wir zur Mittagsrast in Wahmbeck anlanden wollen, erwischt es mich wieder. Die starke Strömung am Bootsanleger treibt mich abermals weiter. Dafür klappt die Anlandung in der Bucht hinter dem Anleger um so besser.

 

01.– 03. Juli 2005   Die erste Tour mit dem GOC von Gimte bis Bad Karlshafen

 

Freitag > Treffpunkt Oedelsheim: Neugierig auf den GOC - „German Open Canoe“ – machen wir uns auf den Weg nach Oedelsheim, dessen Campingplatz als Standort für das Wochenende ausgewählt ist. Der Ofen muß brennen! Peter sorgt für seinen Ofen und für unsere Wärmequelle.

 

Samstag > Weser in Flammen: In Gimte legen wir ab und paddeln gemütlich bis Oedelsheim, natürlich mit einer Stärkungsrast in Hemeln. Ganz Oedelsheim ist gerüstet für das Ereignis im Sommer: „Die Weser in Flammen“. Den Eintritt für den Festplatz sparen wir uns allerdings, denn die auf dem Fluß schwimmenden flackernden Lichter sowie das abschließende Feuerwerk am gegenüberliegenden Ufer beobachten wir hervorragend vom Uferstreifen am Campingplatz aus. Das Fährhaus hat leider noch nicht wieder eröffnet, und so muß abends der Grill seine Arbeit leisten.

 

Sonntag > Sammlerleidenschaft: Besonders viel Spaß haben die Jüngsten mit dem Einfangen der erloschenen Kerzenschiffchen auf der Etappe von Oedelsheim bis Bad Karlshafen. Einige der „großen Kinder“ läßt sich dieses Vergnügen aber auch nicht nehmen.

 

10.-13. August 2005   Wieder in heimischen Gefilden nach der Rückkehr aus Litauen

 

11.08.2005 > Prominenz an der Fähre: Von Hann.Münden bis Oedelsheim - Rege Betriebsamkeit herrscht am Fährhaus in Hemeln. Trittin gibt heute hier sein „Sommer-Interview“. In Oedelsheim hat das Fährhaus inzwischen wiedereröffnet, und die neuen Besitzer bieten eine sehr empfehlenswerte frische Küche!

 

12.08.2005 > Von Oedelsheim bis Bad Karlshafen

 

13.08.2005 > Von Bad Karlshafen bis Höxter

 

13.-15. Oktober 2005   Goldener Herbst

 

Samstag > 14.10.2005  Von Hann.Münden bis Oedelsheim: Nach und nach verschleiern Nebelschwaden die Umgebung

 

Sonntag > Von Oedelsheim bis Bad Karlshafen: Wohltuende Rast in Wahmbeck mit Blick auf die Fähre, die unermüdlich von Ufer zu Ufer gleitet

 

10. Dezember 2005  Rintelner Eisfahrt

 

Michael und Manfred

 

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30. Juni – 02. Juli 2006   WM-Fieber in Oedelsheim

 

Freitag > Standort: Campingplatz Oedelsheim - Zu unserer Freude ist auf dem Campingplatz für die TV-Übertragung der Fußball-WM vorgesorgt worden, und so finden wir - Peter, Bärbel, Roman, Michael und ich - uns früh genug an der Campingstube ein, um einen guten Platz zu ergattern.  Zu unserem Bedauern ist leider ist die Aktion „Weser in Flammen“ leider aufs nächste Wochenende verschoben worden.

 

Samstag > Von Gimte bis Oedelsheim

 

18.- 20. August 2006   Von Hann.Münden bis Oedelsheim

 

Nach der noch trockenen Tour von Hann.Münden bis Oedelsheim verzichten wir auf die weitere geplante Tour bis Bad Karlshafen aufgrund der nicht gerade rosigen Wetteraussichten.

 

09. Dezember 2006  Rintelner Eisfahrt

 

Michael und Manfred

 

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18.-20. September 2009   Von Hann.Münden bis Bad Karlshafen

 

Freitag > Auf den Spuren der Römer: Im April 2004 sorgte die Meldung der Entdeckung eines römischen Marsch- und Versorgungslager für Aufregung. Das bisher einzige in Niedersachsen gefundene Römerlager ist der am weitesten von der römischen Reichsgrenze nach Osten vorgeschobene Stützpunkt. Das mehrteilige Lager diente vermutlich von 9v.-9n.Chr. als Versorgungsstützpunkt der von Drusus durchgeführten Feldzüge. Da wir bereits am frühen Nachmittag in Hann.Münden sind, begeben wir uns weit in die Vergangenheit zurück. Der Abstecher zum Römerlager Hedemünden empfinden wir allerdings als enttäuschend, da wir etwas mehr erwartet haben. Als archäologische Laien sehen wir wohl nicht das Wesentliche und sind deshalb auf eine Beschreibung angewiesen. Um die visuell umzusetzen, braucht es aber auch eine Menge Vorstellungskraft.

 

Römerlager Hedemünden: Auf einer bewaldeten Hochfläche oberhalb eines zur Werra abfallenden Steilhanges liegt ein Ringwall, strategisch günstig an der alten Werrafurt, am Kreuzungspunkt des antiken Fernwegenetzes. Unweit des Geländes wurden bereits 1895 zwischen Hedemünden und Ellerode römische Münzen gefunden. Ab 1998 erfolgten die ersten Probegrabungen, die zum Nachweis eines zweiteiligen Römerlagers führten. Entdeckt wurden gut erhaltene Geländeüberreste mit Wall- und Grabenbefestigungen, Terrassierungen und Steinsetzungen sowie Metallfunde und Keramikbruch. Lager I: Gut erhaltene Befestigungsanlage aus Wall und Graben mit einem 320m langen und maximal 150m breiten länglich ovalen Grundriß. Der Außengrundriß zeigt zwei 760m lange und parallelverlaufende West- und Ostflanken, eine halbrund gebogene Nordflanke sowie eine durch bastionsartige Abknickungen abgesetzte Südflanke.

 

Tore sind mittig in der Südflanke sowie jeweils mittig in der West- und Ostflanke erkennbar, ein weiteres Tor befindet sich im Südosten. Im gesamten Innenraum sind Hinweise auf anthropogene Setzungen großer unbearbeiteter Sandsteine vorhanden, z.T. als rechteckige Grundrisse und Punktfundamente für „schwebende“ Holzbaukonstruktionen ehemaliger Lagervorratsgebäude rekonstruierbar. Geophysikalische Untersuchungen zeigen im nördlichen Teil des Lagers ein Zentralgebäude. Zudem gibt es Hinweise auf unterirdische Keller und Zisternen. Funde im Wall: Eiserne Pionieräxte (Dolabra), eiserne Schaufelhacke, einheimischer Keramikbruch, römische Drehscheibenware in Gelb- und Rottönen, Holzkohle. Lager II: Das südlich von Lager I  im direkten Anschluß liegende Areal reicht mit seinem fast rechteckigen Grundriß bis an den Steilhang zur Werra. Die Wall-Gruben-Linien der Befestigung sind auf dem Waldboden noch flach erhalten. Ausgegrabene intensive Brandreste belegen, daß die Wehrbauten aus Holz-Erde-Mauern mit vorgelagerten Spitzgräben bestanden.

 

Obligatorisch ist die Besichtigung des Pegels an der Schleusenbrücke, der im grünen Bereich liegt, sowie der Bootsgasse, an deren Auslauf die ins Wasser hereinragende Weide endlich zurückgeschnitten worden ist. Überraschung am Abend: Aus dem „Asia-Haus“ ist das „Asian-Bistro Mr. Pham“ geworden, die zweite Überraschung folgt, denn das Essen ist noch besser.

 

Samstag > Eine neue Wärmequelle: Gemächlich beginnt unsere Tour am KC Münden und flott sausen wir wenig später durch die Bootsgasse am Mündener Wehr. Abends wird Michaels neueste Errungenschaft getestet und für gut befunden – der „Puzzle-Ofen“ von Peter Bloch.

 

Sonntag > Als wir am Fährhaus in Wahmbeck anlanden, scheint dort das ganze Dorf auf den Beinen zu sein, um bei dem  Dorffest dabei zu sein. An dem Trampelpfad zum Parkplatz in Bad Karlshafen, unserer Aussetzstelle, treffen wir auf hilfsbereite Jetskifahrer, deren Höllenmaschinen wohl mal eine Ruhepause brauchen. Nach dem Zeltabbau in Oedelsheim und einem Cappuccino an der Restauration geht es leider wieder nach Hause.

 

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OWZ vom 15.01.2011 Regen und Überschwemmungen: Hochwasser könnte wieder steigen

 

Am Montag erreicht das Weserhochwasser in Höxter einen vorläufigen Höhepunkt von 6,32m – der höchste Stand seit Jahren.

 

16. Januar 2011   Hochwasser extrem

 

Soweit das Auge reicht / nichts als Wasser weit und breit. / Regenfälle haben mit aller Macht / die Weser extrem zum Steigen gebracht. / Zum Paddeln reizt mich das nicht, / dafür umso mehr Michael und Friedrich. / Sie machen sich nach Bad Karlshafen auf / und folgen ab dort rasant dem Weserlauf.

 

08. Mai 2011   Auf Marathon-Beobachtungsposten

 

Wir beziehen Stellung an der Fähre Würgassen, Frühstück inklusive, und warten auf Peter Keßler, der mit seinem neuen

 

Solocanadier am Weser-Marathon teilnimmt. Boot um Boot gleitet vorbei. Endlich ist ein Stechpaddler am Horizont

 

weseraufwärts erkennbar. Es ist tatsächlich Peter, der sich, als er uns sieht, sofort zum Anlanden bereit macht und

 

sich über die willkommene Ablenkung mit Brötchen und Kaffee freut. Dermaßen gestärkt geht es für Peter jetzt noch

 

bis Holzminden. Zur Abrundung eines schönen Sonnentages lassen wir uns auf dem Rittergut Meinbrexen ein

 

volumenöses Stück Erdbeerkuchen gut schmecken

 

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07. Februar 2012   Eiszeit

 

Eisige Kälte hat Höxter dermaßen fest im Griff und die Weser mit Eisschollen geschmückt

 

31. März 2012   Kurztour mit dem NDR von Corvey bis Lüchtringen

 

Der NDR hat sich bei Kalle für Dreharbeiten angemeldet, / die Reportage wird nächstes Jahr Ostern gesendet. / So wird das „NORDTOUR“-Team voller Neugier erwartet / und nach deren Ankunft und Hotelbesichtigung auf der Weser gestartet. / Kameramann samt Technik sind im Canadier verladen, / doch nachdem Martin und ich in die Strömung gewendet haben, / unser Passagier schon stutzt, / denn erst jetzt wird ihm bewußt, / er sitzt – trotz Einweisung - falsch herum im Boot / und hat beim Filmen damit große Not. / In der nächsten  Bucht halten wir deshalb schon wieder an, / damit der Arme seine Stellung wechseln kann. / Gegen den Wind unsere schwere Fracht in Fahrt zu bringen / ist mühsam, doch zum Glück paddeln wir bloß bis Lüchtringen.