Loire 1998 Impressionen auf dem Teilstück Digoin - Gien

 28. Juli – 10. August 1998

 

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Die Planung

 

Diesen Sommer ist Fankreich unser Ziel. Wir wollen einer Einladung von Petra und Wilfried in die Provence folgen. Michael: „Was würdest du denn davon halten, wenn wir das Boot mitnehmen und danach auf der Dordogne paddeln?“ „Was, mit dem Riesending auf dem Dach so eine lange Autofahrt?“ Ich bin zunächst völlig entgeistert. „Bis an die Moldau sind wir doch mit den Männern auch schon gefahren. Was soll denn daran anders sein?“ Ganz überzeugt bin ich immer noch nicht. Je mehr ich mich aber damit vertraut mache und Michael nicht locker läßt, desto besser gefällt mir das Ganze. Inzwischen kommt Michael mit einer neuen Idee: „Ich glaube, die Dordogne ist im Juli/August doch nicht das Richtige. Dort soll es zu der Zeit sehr voll sein. Wie wär`s denn mit der Rhône oder der Loire?“ Nach erneutem Karten- und Reiseliteraturstudium ist klar: Die Loire soll es sein! Als die Planung immer mehr Gestalt annimmt, steigt mit der Vorfreude aber auch die Ungewißheit. Wo soll’s losgehen? Wie weit werden wir kommen? Kommt man von dort zum Auto zurück? Hat die Loire in den Monaten überhaupt genug Wasser? Fragen über Fragen! Aber Michael, stets vorausschauend, hat sich schon mit entsprechendem Lesestoff versorgt und Digoin als Startort auserkoren. Der Zielort ist für ihn ganz selbstverständlich: „Bis St. Thibault müssen wir kommen!“ Warum macht er auch sofort unmißverständlich klar. In der Nähe liegt der Weinort Sancerre, und das zieht Michael magisch an. Die Auskunft der Generalvertretung der „Französischen Eisenbahnen“, von St. Thibault gäbe es nur mittwochs eine zeitaufwendige „Kreuz- und Querverbindung“ mit Bus und Bahn, löst ein weiteres Literaturstudium und Änderung des Zielortes aus. Mit einer Tagesleistung von ca. 20 Tageskilometern könnten wir es bis Gien oder Orléans schaffen. Beide Orte haben gute Zugverbindungen nach Digoin.

 

 

Dienstag, 28.07.1998   Ankunft in Digoin

 

 

PIZZERIA DOLCE VITA

Pizza                              47,- fr

Pizza en salle (Calzone)            50,- fr

Getränke                          70,- fr

SUMME                          167,- fr

Nach einigen Tagen in der heißen Provence kommen wir voller Spannung und bestens mit Vorräten

 

 

CP DIGOIN

2 Personen  30,- fr

1 Zelt          30,- fr

SUMME      60,- fr

 

versehen (Vin rouge, Käse etc.) in Digoin an. Hier trennt die Loire die Region Auvergne von der Bourgogne, durch die unsere ersten Etappen führen werden.

 

Es folgt das übliche Paddlerrituell: Campingplatz suchen, Fluß ansehen (Wasser: glasklar, aber spärlich), Einstiegsstelle ausfindig machen, Zelt aufschlagen, Ort erkunden. Hier finden wir eine kleine Pizzeria, deren Pizzen vorzüglich und zu Michaels Wohlgefallen groß sowie reichlich belegt sind.

 

 

Mittwoch, 29.07.1998   Über Felsenstädte von Digoin bis Diou

 

Abfahrt 11:50 Uhr in Digoin/Rast 13:10-14:10 Uhr Insel nahe Talenne/Ankunft 18:00 Uhr in Diou/Wetter: sonnig, teils sehr windig

 

Am nächsten Morgen ist es soweit! Nachdem das anfängliche Chaos von Ausrüstungsgegenständen und Verpflegung gut verstaut im Canadier liegt, legen wir vom Ufer ab. Von Ruhe umgeben gleiten wir entspannt über das Wasser. Aber nicht lange! Ein häßliches Kratzen ertönt, wir sitzen fest. Es ist nicht das einzige Mal an diesem Tag. Manche Kiesbank lernen wir näher kennen als uns lieb ist. Michael meint dazu, er wolle die Loire eigentlich nicht mit den Füßen erkunden. (Unsere Ignoranz gegenüber der reibenden Wirkung von Wasser und Sand auf unsere Füße beschert uns später übrigens einen nicht mehr ganz so eleganten Gang.) Große Steine auf dem Flußboden fügen sich zu regelrechten Felsenstädten zusammen, die so manchen Fischschwarm Zuflucht bieten. Trügerisch wirken diese Felsblockgebilde in der glasklaren Loire, scheinen sie manches Mal bis knapp unter die Wasseroberfläche zu reichen. Doch es scheint tatsächlich nur so. In der Nähe von Talenne steuern wir unsere erste Insel in der Loire an, um eine kleine Stärkungspause einzulegen. Schnell oder langsam, wir sind ganz allein auf dem Fluß, nur von plätschernden Fischen begleitet. Munter springen sie hin und her, manchmal zum Greifen nahe, was Michael arge Gewissensnöte beschert: „Wenn jetzt einer ins Boot springt, ich wüßte gar nicht, was ich dann machen soll. Den Fisch fangen oder meinen Becher (mit Wein) festhalten?“

 

 

Nudeln mit Oliven-Tomatensauce

2 Zwiebeln, Knoblauch, Öl,

60 g Schinkenspeck, 50g Schafs-/Ziegenkäse,

kl. Ds. Tomaten, Oregano, Thymian,

Zucker, Salz, Cayennepfeffer.

Schwarze Oliven, Nudeln

 

 

AUSGABEN

1 Baguette, 1 Croissant   9,- fr

CP Diou                         46,- fr

1 Duschmarke                 7,- fr

SUMME                       55,- fr

 

 

CP DIOU    

2 Personen        30,- fr

1 Zelt                30,- fr

1 Duschmarke      7,- fr

SUMME            46,- fr

 

Rechts und links der Loire erstrecken sich weit ins Land reichende Weiden, deren Zäune teilweise bis in den Fluß hinein ragen. In diesem kleinen Wasserbereich rotten sich die hier heimischen weißen Charolais-Rinder eng zusammen, uns neugierig beäugend, wenn wir vorbei paddeln. Obwohl  mehr zu Fuß als im Boot unterwegs, erreichen wir Diou bereits am ersten Paddeltag. Ein großes Schild weist an der guten Ausstiegsstelle auf den kleinen Campingplatz hin, dessen ungewöhnliche Rezeption in einem engen Wohnwagen untergebracht ist. Die „Stadt“ selbst besteht auch nur aus einer langen Straße mit verschmutzten, halb zerfallenden Häusern.

 

 

Donnerstag, 30.07.1998   Bis hinter Le Fourneau: Die Kunst des Zeltaufbaus im Regen

 

Abfahrt  11:30 Uhr in Diou/ Rast  11:50-14:10 Uhr  Naturwehr / Ankunft  18:15 Uhr hinter Le Fourneau

 

Wetter: sonnig-bewölkt, leichter Gegenwind, leichte Regenschauer

 

 

EINKAUF/DIOU

3 Fl. Rotwein

3 Nektarinen, 6 Eier,

Créme fraîche,

Ziegenfrischkäse

Knoblauch,

Ds. Champignons

Shampoo, Duschgel,

2 Baguette à 3,- fr

123,70 fr

Versorgt mit frischen Baguettes, Ziegenkäse, Obst und Wein starten wir zur nächsten Etappe. Kurze Zeit später sorgt schon das verfallene Wehr mit seinen drei Felsstufen dafür, daß auch unsere Beinmuskulatur nicht erschlafft. Resultat nach einer ausgiebigen Besichtigung am linken Ufer: zu wenig Wasser zum Treideln, kein Weg zum Umtragen. Also wechseln wir zum rechten Ufer über. Nach der holprigen Portage über eine Weide bezwingen wir mitsamt Gepäck und Canadier auch noch den Stacheldrahtzaun und lassen alles die ca. 5 m hohe Böschung hinunter. Währenddessen verdrängen Wolken die Sonne immer mehr. Dank Regenschauer, der uns vom sofortigen Ablegen erfolgreich abhält, können wir in aller Ruhe die urtümliche Schönheit des Naturwehres ausgiebig betrachten.Im weiteren Verlauf verlangen Äste, Baumleichen und riesige, auf dem Grund dicht zusammenstehende Felssteine unsere ganze Aufmerksamkeit. Mein kribbeliger Bauch vermittelt mir das Gefühl, daß wir manches Mal gerade so drüber weg rutschen. Michaels Befehl von hinten bestärkt das auch noch: „Du mußt sagen, wo’s langgeht und vor allen Dingen laut! Sonst sitzen wir irgendwann drauf!“ Mit der Zeit klappt das auch, und ich brülle dementsprechend: „Links! Rechts! Geradeaus!“. Als wir an Le Fourneau vorbeigleiten, wird es Zeit, einen Lagerplatz zu suchen. Die drohenden Wolken ignorierend, entscheiden wir uns für eine sandige Landzunge. Gerade liegt das Innenzelt ausgebreitet im Sand, da erwischt uns der Inhalt besagter Wolken. Mit dem festen Willen, zumindest die Nacht im Trockenen zu verbringen, folgt nun Michaels gymnastische Einlage. Zwischen Innenzelt und eiligst darüber geworfener Außenhaut gelingt es ihm tatsächlich die Stangen durch die Laschen des Innenzeltes zu schieben.

 

Auf seine ausgestoßenen Flüche lasse ich hier besser der Fantasie des Lesers. Überall klebt bereits der nasse Sand und an das Einpacken am nächsten Morgen denken wir lieber nicht.

 

 

 

Freitag, 31.07.1998   Bis in die Nähe von Devay: Die Schwierigkeit, einen guten Lagerplatz zu finden

 

Abfahrt  10:45 Uhr hinter Le Fourneau / 1. Rast  13:10-14:10 Uhr  Insel nahe Balorre / 2. Rast  15:30-17:00 Uhr  in Thareau / Ankunft  19:10 Uhr nahe Devay / Wetter: sonnig-bewölkt, windig, Wasser wärmer als die Luft

 

 

IMBIß „CHEZ DUBIEZ“

3 Mini-Pizza            45,- fr

2 Camemb.-Sandw.  24,- fr

Kaffee                      7,- fr

SUMME                  76,- fr

Nicht der Sand ist am Morgen das Problem, es sind die Tarpstangen. Verfluchte Technik! Michael schiebt sie immer wieder ineinander und auseinander, dabei allerlei Variationen ausprobierend. Bevor seine Laune ganz auf den Nullpunkt sinkt, klappt es schließlich doch noch. Allmählich verändert die Loire ihr Gesicht. Über Jahrtausende hinweg sind die vom Zentralmassiv kommenden Steine immer mehr abgeschliffen.  Im Laufe der Zeit hat sich der Kies in feinen Sand verwandelt. An den Ufern sind herrliche Sandbänke entstanden, die zum Lagern regelrecht einladen. Das Flußbett wird tiefer und große Felssteine auf dem Grund werden seltener. Das Ufer bietet manchem, uns freundlich grüßenden Angler ein schattiges, kühles Plätzchen. Sonne, Woken und Wind bemühen sich ständig, unseren gleichmäßigen Paddelschlag zu unterbrechen (soll heißen Pulli an, Pulli aus), um im Boot bloß keine Langeweile aufkommen zu lassen. In Thareau bietet eine Sandbank in einer Linkskurve eine gute Anlandemöglichkeit. Während Michael am Boot seinen Wein bewacht, erkundige ich mich an der nahe gelegenen Imbißstelle „Chez Dubiez“ nach dem im Kanuführer angegebenen Campingplatz. Dabei stellt sich

 

heraus, daß es sich dabei nur um einen Rastplatz für Wohnmobilisten und Wanderer handelt. Während ich auf das bestellte Essen warte, erzählt die Bedienung vom mittäglichen Ansturm einer deutschen 15-köpfigen Kanutentruppe, dabei lachend auf ihren Mini-Backofen zeigend: „Alle wollten Hamburger!“. Mit frisch gefüllten Wassersäcken setzen wir unsere Tour fort. Obwohl der Kanuführer nun den schönsten Teil der Loire verspricht, an dem besonders viele einsame Lagerplätze zu finden sind, gestaltet sich die Suche danach als schwierig. Die besten Plätze sind entweder von tierischen Hinterlassenschaften belegt oder der Platz sieht aus, als ob gerade eine Motocross-Veranstaltung stattgefunden hat. Der vierte anvisierte Platz entspricht endlich unseren Erwartungen, auf deren kleinen Anhöhe wir die abendliche Stille genießen, während die untergehende Sonne die Flußlandschaft in ein warmes rötliches Licht taucht.

 

Samstag, 01.08.1998   Vorzeitiges Etappenende in Decize

 

Abfahrt  10:30 Uhr nahe Devay / Ankunft  12:00 Uhr in Decize / Ankunft  15:30 Uhr am CP Decize

 

Wetter: bewölkt, Regenschauer

 

Während eines reichhaltigen Frühstücks und eines ebensolchen Schauers sinnieren wir über die Möglichkeit des Packens und der Weiterfahrt: „Na, ich mach erst mal noch’n Kaffee!“ Was macht schon morgens um Neun bei solchem Wetter? Kaffeetrinken! Und um Zehn? Kaffeetrinken! Und um Elf? Jetzt reicht’s mit Kaffee! Entweder gehen wir zum Vin rouge über oder wieder auf Tour. Aufgrund der augenblicklichen Weinknappheit entscheiden wir uns für die zweite Variation, obwohl es immer noch leicht von oben nieselt.

 

 

Chili-Topf

Zwiebel, Knoblauch, Öl,

Knoblauchwurst, Ds. Rote Bohnen,

Brühe, Salz, Chili. Oregano, Ziegenkäse, dazu Baguette

 

Ausgaben BÄCKER & SCHLACHTER

2 Baguette, 1 Sesam-, 1 Zwiebelbag.29,40 fr

Kartoffelsalat, ½ Wurst, 2 Käse      70,00 fr

CP Decize                                         48,70 fr

SUMME                                          147,10 fr

Die Loire, inzwischen durch andere Flüsse verstärkt, zieht nun in weiten Schleifen durch die ruhige Landschaft, umsäumt von sandigen Ufern und dichten Auwäldern. Steile Uferabbrüche zeugen von der Naturgewalt der Loire, wenn sie Hochwasser führt. Gestrandete Baumleichen ermöglichen uns, die Manövrierfähigkeit unseres Canadiers einmal richtig auszutesten. Kurz vor Decize hat die Berieselung von oben endlich ein Ende gefunden. Die Zeit drängt etwas. Es ist Samstag, kurz vor Zwölf und somit kurz vor Geschäftsschluß. Rekordverdächtig legen wir den Weg von unserer Anlandestelle vor der Brücke bis zur Altstadt zurück. Weit und breit kein Weinladen in Sicht. Verzweifelte Blicke unsererseits erbarmen schließlich doch noch einen Fleischereiverkäufer. So können wir zumindest mit Lebensmitteln und einem Spezialitäten-Geschenk den Rückweg zum Boot antreten. Die Spezialität offenbart sich als ein leckeres mit Speck gefülltes Hefebrot und tritt demzufolge die Weiterfahrt nur noch unvollständig an. Frisch gestärkt und voller Energie nehmen wir nun die Überwindung des folgenden Wehres in Angriff und landen am linken Ufer an. In dem fast völlig versandeten Überlaufwehr fristen nur ein paar kümmerliche Wasserpfützen ihr Dasein. Der lockere Sand fordert nicht gerade zu einem Umtragen auf, und so setzen wir zum anderen Ufer über, um an der Rampe des einmündenen  Canal du Nivernais auszusteigen. Dessen glitschige Ufersteine können einem bei Unachtsamkeit ein erfrischendes Vollbad bescheren. Mich erwischt es nur bis zu den Knien. Zu dusselig, den Einstieg zu finden, beschließen wir, aufgrund der aufziehenden dunklen Wolkenfront den heutigen Tag auf dem hiesigen Campingplatz zu beenden, wozu wir nur einige hundert Meter den fast stehenden Aron hoch paddeln müssen.  Mit „schicksalhafte Begegnung der gleichen Art“ oder „gleich und gleich gesellt sich gern“ könnte man folgende Begebenheit überschreiben: Vor einem Wehr kapitulierende Höxteraner Kanuten kommen mit Celler/Hannoveraner Kanuten ins Gespräch. Fast abreisefertig bieten diese den Erstgenannten für den folgenden Tag mobile Transporthilfe zwecks Wehrüberwindung an, welche sofort äußerst dankbar angenommen wird. Während eines regen Erfahrungsaustausches und Erlebnisberichten über die Befahrung des Yukons, geht der Abend fast unbemerkt in die Nacht über. Hellhörig werde ich, als von einem Verpflegungsstand berichtet wird: „Gestern waren wir an so einem kleinen Verpflegungsstand. Das Mädchen war ja sehr nett und

bemühte sich auch sehr – aber es dauerte!“ „Ach,

 

ihr wart das mit den vielen Hamburgern!“ Als wir

 

irgendwann in die Schlafsäcke kriechen, hat sich

 

ein Gedanke in Michaels Kopf festgesetzt: Den

 

Yukon zu paddeln!

 

Sonntag, 02.08.1998   Von Decize bis kurz vor Nevers: Einfache und nicht so einfache Wehrüberwindungen

 

 

MAXIMARCHÉ DECIZE

Cotes/Bergerac blanc    11,95 fr

Macon rouge                    18,50 fr

Bordeuax rouge               14,90 fr

Cotes du Luberon rouge   11,30 fr

Agenais Sauvignon           10,90 fr

35gx3 Ziegenkäse           12,50 fr

200g Käse m. Nüssen      12,90 fr

Speck                             29,00 fr

Gemüse, Obst                  11,70 fr

SUMME                        148,95 fr

Abfahrt  12:00 Uhr in Decize / Rast  13:45-14:30 Uhr hinter Béard / Wehr Imphy  16:30-18:10 Uhr / Ankunft  18:45 Uhr zwischen Imphy + Nevers/ Wetter: Nebel, sonnig-bewölkt

Am nächsten Morgen verschwindet alles im dichten Nebel. Nachdem wir unsere Flüssigkeitsvorräte im Supermarkt (auch sonntags geöffnet) ergänzt haben, Boot und Ausrüstung im Auto verladen ist, machen wir uns auf die Suche nach dem Einstieg hinter dem Wehr. Bis wir dort ankommen, geht eine kleine Odyssee durch das Zentrum voraus. Mit einem nochmaligen Paddlerdank und

 

einem letzten Winken legen wir schließlich in dem sich langsam hebenden Nebel ab. Kurz vor Imphy unterliegen die letzten Nebelschwaden endgültig der Sonne, die sich allmählich immer mehr entfaltet. Je mehr wir uns dieser Industriestadt nähern, desto trüber wird auch das bis Nevers sehr klare Wasser der Loire. Zur Bewältigung des Wehres von Imphy landen wir zunächst

 

rechts an, um festzustellen, daß eine Portage nur über steile, schmale Treppenstufen möglich ist. Also überqueren wir mal wieder den Fluß, um links anzulanden. Hier motiviert dichtes Brombeergebüsch und ein schmaler Trampelpfad auch nicht besonders zum notwendigen Körpereinsatz. Also bewegen wir uns möglichst grazil mitsamt unseren Klamotten durchs Gestrüpp und Brennesseln an der schiefen Ebene um das Wehr herum. Als wir zum Schluß den Canadier holen, ist es mit der Grazilität vorbei. Zerkratzt von Brombeerranken, geschunden von den Brennesseln, haben wir uns eine Pause redlich verdient.

 

 

Inseltopf

Zwiebel, Knoblauch, Öl,

Speck, Gurken, Tomaten

Brühe, Wasser,

Salz, Pfeffer, Paprikacreme,

dazu Reis

 „Fkm 450 – Bei MW und NW Brückenreste (Holzpfähle) im Fluß!“ warnt der Kanuführer. Mit dem

festen Willen, diese Stelle noch heute Abend zu besichtigen, schlagen wir kurz davor unser Lager

 

am linken Ufer auf. Während wir uns mit den Heerscharen von Grillen friedlich arrangieren, sagen

 

wir den kleinen, stechenden Rüsseltierchen den Kampf an. Mit der Zitronenduftkerze obliegt uns

 

selbstverständlich der Sieg. Gesättigt vom Abendessen und ein bißchen berauscht vom Rotwein

 

 geraten allerdings die besagten Holzpfähle in Vergessenheit.

 

 

Montag, 03.08.1998   Von Nevers bis hinter Marseille-des-Aubigny: Ein langsamer Beginn am Morgen und ein unerwarteter Besuch am Abend

 

Abfahrt  9:45 Uhr zwischen Imphy + Nevers/ Umtragen 10:45-12:10 Uhr Brücke Nevers / Rast  13:00-13:30 Uhr Insel/  Ankunft  18:30 Uhr Insel zwischen Marseille-des-Aubigny + La Marche / Wetter: Nebel (Sicht ca.50m) , Sonne

 

Und was schickt uns Petrus am nächsten Morgen? Weißen, undurchdringlichen Nebel! Trotzdem wagen wir uns heroisch ins Boot und tasten uns langsam vorwärts. Im diffusen Licht schälen sich allmählich die Pfähle aus dem Wasser. Mit vollem Körpereinsatz (beschleunigter Puls, angeregte Nervenbahnen...) manövrieren wir uns geschickt zwischen den alten Brückenresten hindurch. Als hätte die Sonne nur auf die Bewältigung des Parcours gewartet, schiebt sie anschließend die Nebelschwaden zur Seite und strahlt zu uns herab. Unerschütterlich steht die Brücke von Nevers vor uns auf ihrem, die ganze Flußbreite überspannenden Betonsockel, der nur knapp mit Wasser überspült ist. Genauso unerschütterlich absolvieren wir die folgende Kletterpartie, um unsere Ausrüstung über die riesigen Steinbrocken, die das Wehr verblocken, ins Unterwasser zu befördern. Nachdem das Boot wieder einsatzbereit ist, überlassen wir uns wieder der Strömung. Wer glaubt, Fata Morganas gäbe es nur in der Wüste, der irrt gewaltig. Hier sind es Fischernetze, die den Anschein erwecken, über den gesamten linken Seitenarm gespannt zu sein. Völlig überzeugt, daß es so ist, wenden wir kurzerhand das Boot. Gegen die Strömung ankämpfend, verweigern schließlich die Muskeln immer mehr ihren Dienst. Wir wenden abermals. Irgendwie werden wir schon weiterkommen. Aber der Spuk ist auch verschwunden. Ungehindert können wir an den Netzen vorbei paddeln. Auf einer einsamen Insel hinter Fourchambault, irgendwo zwischen Marseille-des-Aubigny und La Marche beenden wir die heutige Etappe. Ein lautes Brummen unterbricht die Stille, und ein wunderschöner, schwarz-smaragdgrüner Moschusbock beehrt uns mit seinem Antrittsbesuch. Flink untersucht er alles auf dem Tisch mit seinen langen Fühlern und Gebißzangen. Michael, der seinen Wein nicht teilen will, scheucht den  allzu neugierigen Käfer von seinem Becher fort, so daß der überrascht im Gras landet. Eiligst rappelt er sich aber wieder auf, krabbelt an den glatten Tischbeinen wieder hinauf, um seine Untersuchungen fortzusetzen. Als er mit dem Resultat zufrieden zu sein scheint, setzt er seine Reise fort.

 

 

Dienstag, 04.08.1998   Wüstendurchquerung in La Charité-sur-Loire

 

Abfahrt 9:30 Uhr zwischen Marseille-des-Aubigny + La Marche/Ankunft 10:45 Uhr in La Charité-sur-Loire

 

Wetter: bewölkt, leichter Schauer

 

Während wir noch bei herrlichem Sonnenschein unsere Insel verlassen, begrüßt uns vor La Charité-sur-Loire mal wieder ein leichter Regenschauer. Trotz des trüben Wetters ist die alte Steinbogenbrücke der Stadt schön anzusehen. Die laut Kanuführer angekündigte Durchfahrt ist allerdings nicht möglich, da Baumstämme, Äste und große Steinbrocken das Joch versperren. Ich will aussteigen, doch Michael schreit plötzlich von hinten: „Da fahren wir durch!“ „Was? Wo denn?“ „Da! Da steht CANOE!“ „Nein, nie im Leben!“ Augenblicklich schlägt mein Pulsschlag Purzelbäume. Ich sehe nur Felsbrocken rechts und links von dem beschilderten Joch sowie wildes, laut rauschendes Wasser, welches sich durch den Brückenbogen stürzt. Michael brüllt nochmal: „Doch! Los in die Zunge rein! Das schaffen wir!“ Mit rasant steigendem Adrenalinspiegel spielen sich fatale Kenterszenen vor meinen geistigen Augen ab. Innere Bestätigung bekomme ich auch noch durch einen Mann am Brückenpfeiler, der sofort seine Kamera zückt, als wir dem Schwall immer näher kommen. Trotz alledem – meisterlich auf den Wellen reitend jagen wir mit der Strömung durch das Joch. Gicht spritzt hoch, wir sind durch! Der nächste kleinere Schwall ist kaum der Rede wert. Beim Rückblick auf die Brücke sehen wir erst die gesamte Ansammlung Schaulustiger, die wohl voller Spannung gewartet haben wie wir durch die Brücke kommen – mit oder ohne Boot.

 

 

SUPERMARCHÉ CASINO

Camembert         9,65 fr

Sauc. Volaill            7,90 fr

Pottrin. Sale          12,05 fr

Comte Casino          13,13 fr

125g Butter            4,80 fr

275g Bananes vrac  3,25 fr

485g Rais, Italia     11,10 fr

Cappuccino             17,90 fr

6 Eier                      8,05 fr

SUMME                87,83 fr

 Es hat irre Spaß gemacht und am liebsten würde ich noch einmal durchfahren. Stattdessen landen wir an der breiten Sandbank an, um zum Campingplatz zu gelangen, der auf der Insel zwischen den beiden Brücken liegt. Könner nutzen den Ausstieg an der steilen Treppe am linken Ufer zwischen den beiden Schwällen – die Gütersloher wählten diesen Weg. Dem Wanderer in der Wüste gleich, zerren wir durstend und schwitzend unsere Habseligkeiten über die weite Sandfläche. Angesichts des ruhig gelegenen Campingplatzes und des schönen Städtchens mit seinen engen Gassen, kleinen Läden und gemütlichen Restaurants verblaßt die Erinnerung an die vorausgegangene Quälerei immer mehr. Nach einem guten Menü in der „Auberge de la Poule Noir“ lassen

wir uns noch einen ausgezeichneten „Pouilly Fumé“ munden, wobei uns ein Paddlerpärchen aus Aurich Gesellschaft leistet.

 

 

Menue:

* Amuse geule

* Karottencremesuppe/Pilze

+ Pastetchen in Knoblauchsauce

* Schinken in Weißwein

* Fromage blanc (Quark pur)/Käsetafel

Dessert à la carte:

Crêpes mit Schokolade (sehr süß!)

 

SUPERMARCHÉ CASINO

D.P.H. 20, 60%   2,35 fr

Bounty                 9,40 fr

Cotes Luberon    14,15 fr

Cotes Rhône       18,30 fr

Cahors               13,80 fr

Cotes Ardechoi  10,40 fr

Cotes Rhône      22,80 fr           

Listel Rubis         16,10 fr

SUMME           107,30 fr

 

Gespräche und Weinverkostung lassen den Abend

schnell vergehen.

 

 

 

AUBERGE DE LA POULE NOIR

Apéritif                         25,- fr

Apéritif                         20,- fr

2x Menue                     260,- fr

2 Fl. Pouilly fumé         320,- fr

2 Café                           30,- fr

SUMME                      655,- fr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 05.08.1998   Von La Charité-sur-Loire bis St.Thibault: Putzkolonne am Morgen und die Widrigkeiten des Sandes

 

Abfahrt  12:40 Uhr in La Charité-sur-Loire / Rast  13:45-14:30 Uhr  Insel kurz hinter dem Château Mouron / Ankunft  17:00 Uhr  Brücke St.Thibault / Wetter: sonnig, warm, heftiger Seiten- und Gegenwind

 

 

LE VIVALDI

Fl: Wein      98,- fr

2x Menue   156,- fr

Fl. Bier         15,- fr

Cappuccino  22,- fr

Café noir       8,- fr        

SUMME    299,- fr

 

Menue:

* Wurst-Brot-Cornichons/ Terrine de Maison

* Salat

* Charolais-Entrecôtes/Coque au vin

* Apfeltarte/Käseplatte

Teamwork nach dem Frühstück: Zunächst erkundet eine Wespe die Notwendigkeit einer individuellen Hilfeleistung. Flink rollt sie etwas Rühreireste vom Pfannenboden zusammen, klemmt diese zwischen ihre Beinchen und verschwindet mit ihrer Beute. Wenig später rückt eine kleine Armada an. Mit den emsig zusammengekratzten Resten schrauben sich die Wespen schließlich torkelnd in die Höhe, uns die restlichen Aufräumarbeiten hinterlassend. Da wir uns eine weitere „Wüstendurchquerung“ ersparen wollen, folgt vor dem Einbooten stattdessen die Abseilnummer am linken Seitenarm über eine steile Leiter. Nach taktischen Überlegungen kann das Schauspiel beginnen, der Hauptakteur steht bereit mit Seil und Boot. Langsam schiebt sich dieses über den Abgrund und kommt auch im ungeteilten Zustand unten an. Weder Abgründe noch sonst irgendetwas konnten uns bisher daran hindern, die „unbezähmbare“ Loire zu erkunden – so auch nicht der aufkommende unaufhörliche Wind. Kampfesmutig, die Herausforderung annehmend, durchschneiden wir das aufwogende Wasser. Als wir uns bis zum Naturwehr vor St. Thibault durchgekämpft haben, läßt uns der windige Geselle endlich in Ruhe. Gelassen nehmen wir die rechten Schwälle des schräg verlaufenden Wehres in Angriff, um anschließend an der Rampe des Campingplatzes am linken Ufer anzulanden. Hier erwischen wir gerade noch den letzten freien Platz auf dem sehr kleinen Gelände. In dem ebenso kleinen Ort kehren wir in das Restaurant „Le Vivaldi“ ein und sind uns anschließend einig, hier müssen wir nicht noch einmal hin. Die Atmosphäre ist zwar sehr nett, aber gegessen haben wir schon besser.

 

LES TERRASSES DE L‘ÎLE

Rotwein                         o.B.

Buffet (nur Salatb.) 30,- fr

Buffet (ohne Dess.)  50,- fr

Cola                          12,- fr

2 Café noir               13,- fr        

SUMME                 105,- fr

 

Menue komplett:

* Salatbuffet

* Warmes Tagesgericht:

Gulasch mit Reis/Pommes frites

* Dessert

 

EINKAUF

3 Baguettes       12,00 fr

Pkg. Zigaretten  19,40 fr

Campingplatz     44,00 fr

SUMME            75,40 fr

 

Sancerre mit seinen Weinbergen, obwohl nur ca. drei Kilometer entfernt, erscheint uns aber nur noch im Traum. Unsere inzwischen

 

vom Loiresand etwas wundgescheuerten Füße streiken.

 

 

Donnerstag, 06.08.1998   Von St.Thibault bis kurz vor Ousson-sur-Loire: Smalltalk auf dem Fluß

 

Abfahrt  11:20 Uhr in St.Thibault / Rast  12:50 Uhr in Cosne-sur-Loire / Umtragen + Rast  16:45-19:15 Uhr  am KKW-Wehr Belleville / Ankunft  17:55 Uhr  zwischen Nouvy-sur-Loire + Bonny-sur-Loire  / Wetter: sonnig, warm, z.T. leichter Seiten- und Gegenwind

 

Von jetzt an erhöhen sich die Anforderungen an Aufmerksamkeit und Konzentration. Nicht nur Baumleichen und Getrüpp machen die Strecke zum Parcour, sondern auch der Felsenreichtum des Flußgrundes. Manch ausgreifenden Ästen schlagen wir dabei ein Schnippchen, ehe wir am Restaurant des links liegenden Campingplatzes von Cosne-sur-Loire zur Mittagspause anlanden. Hier bekommen wir ungefragt sofort je eine Karaffe Rotwein und Tafelwasser auf den Tisch gestellt, nachdem wir  gerade sitzen. Der Wein wird übrigens  nicht berechnet, da wir nicht das komplette Menue in Anspruch genommen haben. Frisch gestärkt (Tip: das Salatbuffet mit einer Vielfalt von diversen Gemüse- und Wurstsorten, Nudel-, Reis-, Kartoffelsalat, Eier, Fisch, Meeresfrüchte, Obst... – einfach phantastisch!) fühlen wir uns nun bereit, das hinter Myennes liegende KKW Belleville in Angriff zu  nehmen. Nichts einfacher als das, umtragen wir das aufgrund fürsorglich angelegter Rampen innerhalb kürzester Zeit. Hilfsbereit hilft Michael danach auch noch einer gerade anlandenen „Gummikuh“ übers Wehr. Zwecks Erfahrungsaustausch paddeln wir einige Zeit gemeinsam mit der dazugehörenden Besatzung, einem Paar aus Frankfurt nebst Hund, der nichts lieber macht, als sich immer wieder den am Rand schwimmenden Enten anzubiedern. Als sich jeder seine Insel sucht, trennen sich wieder unsere Wege. Ein kühles Bad am Abend kann Geist und Seele erlaben. So halten wir’s nach den üblichen Lagervorbereitungen. Unter Einsatz der noch verbliebenen Kräfte trotzen wir heute geradezu der hier herrschenden enormen Strömung der Loire.

 

 

Freitag, 07.08.1998   Bis kurz vor Gien: Ein kulinarisches Highlight fast am Wege

 

Abfahrt  10:00 Uhr zwischen Nouvy-sur-Loire + Bonny-sur-Loire / 1. Rast  11:00-15:20 Uhr in Ousson-sur-Loire / 2. Rast  16:00-16:15 Uhr auf einer Sandbank / Ankunft 17:30 Uhr  zwischen Briare + Gien / Wetter: sonnig, heiß

 

 

 

AUSGABEN

Einkauf       120,77 fr

Bar O.-s.-L.  60,00 fr

Restaurant  170,00 fr           

SUMME     350,77 fr

 

Vorspeise:

* Überbackener Ziegenkäse auf geröstetem Brot mit Salat

Menue:

* Heilbuttfilet auf Kartoffelscheiben, Salat

bzw. Hähnchen mit Pilzen, Gemüseragout, Reis

* Kirschschnitte mit Fruchtsauce

 

 

EINKAUF

4 Tomaten, 2 St. Käse,

kl. Gl. Cornichons,

4 Fl. Wasser, Fl. Cola,

Fl. Rotwein

120,77 fr

Frühstück ohne Kaffee!!! Diese drastische Maßnahme wegen vermeintlicher Gasknappheit läßt ein gemütliches Frühstücken einfach nicht zu. Mineralwasser ist eben doch kein Ersatz für ein morgendliches ordentliches Getränk. Während wir noch unsere sieben Sachen zusammen suchen, paddeln die Frankfurter schon winkend an unserer Insel vorbei. Kurz darauf sind wir aber auch wieder auf Tour. Als wir die „Gummikuh“ am Ufer von Ousson-sur-Loire sehen, legen wir ebenfalls eine Rast ein, da unsere Vorräte sowieso einer Auffüllung bedürfen. Ousson-sur-Loire entpuppt sich als ein verarmtes Dorf, in das sich wohl außer ein paar Wanderpaddlern kaum Touristen verirren. Glücklicherweise existiert in dem verlassen wirkenden Ort noch ein kleiner „Tante-Emma-Laden“ mit dem Allernötigsten (wie z. B. Wein) und immerhin drei Bars. Obwohl den geistigen Getränken nicht abgeneigt (der Pastis ist hervorragend!), begehren wir auch etwas festere Nahrung, hier allerdings vergebens. Den Tip der Einheimischen folgend, machen wir uns auf zum ca. 1 km entfernt liegenden Restaurant an der Nationalstraße. Ein Schlemmermenü entschädigt uns für den heißen, mühseligen Marsch. Der Schreck kommt danach. Bargeld ist gefragt, da die Eurocard nicht so will, wie sie soll (oder die Kellnerin will nicht so, wie sie soll?). Es reicht gerade so, doch das Trinkgeld fällt dadurch sehr gering aus. In der vor Hitze flimmernden Luft bewegen wir uns mehr oder weniger im Schneckentempo zurück zu den Booten und bezwingen den kleinen Schwall des Naturwehres im linken Seitenarm, um die Insel zu passieren. Nachdem sich unsere Wege wieder getrennt haben, machen wir endgültig Rast zwischen Briare und Gien. Idylle pur! Laue Lüfte wehen vom anderen Ende der Sandbank Wortfetzen einer kleinen, am Lagerfeuer sitzenden Gruppe herüber. Der Vollmond bestrahlt Fluß

und Landschaft mit

 

seinem diffusen Licht.

 

Nur die über uns

 

blinkende Flugzeuge

 

zeugen von der nahen

 

Zivilisation.

 

 

 

Samstag, 08.08.1998   Die letzte Etappe bis Gien: Wo geht’s lang zum Campingplatz?

 

Abfahrt  10:00 Uhr zwischen Briare + Gien / Ankunft 11:00 Uhr  Brücke Gien / Wetter: sonnig, heiß

 

Nur noch ca. 80 km bis Orléans, aber der Wasserstand sinkt täglich! Michaels alptraumhafte Visionen (Loire nicht mehr befahrbar, Bootstransport zu Fuß durch Orléans) läßt uns nur noch bis Gien paddeln, um dort endgültig Schluß zu machen. In der brennenden Mittagssonne landen wir zunächst rechts vor der alten Steinbogenbrücke an. Während Michael Fahrkarten vom weit entfernt liegenden Bahnhof besorgt, schone ich meine wundgescheuerten Füße unter der Brücke. Selbst die Enten ziehen sich nach und nach von ihrer sonnigen Sandbank in den Schatten der Brückenpfeiler zurück, stecken ihre Köpfe unter einen Flügel und halten ein Schläfchen. Wie man allerdings mit dem Boot zum Campingplatz kommt, ist uns zunächst ein Rätsel. Wir sehen ihn zwar, aber auch Sand, Sand und nochmals Sand, danach nur noch Steine vorm Ufer. Schließlich offenbaren zwei parallel zum Platz führende Steinreihen die Zufahrt mit seinem guten Ausstieg. Ein Platz ist schnell gefunden, natürlich im vollen Sonnenlicht! Kein Baum soll mit seinem Schatten das morgendliche Abtrocknen des Zeltes verhindern, bestimmt Michael. Es dauert Stunden,  bis dieses umsorgte Teil endlich bezugsfertig steht, was unser Nachbar nur grinsend kommentiert: „So lange habe ich noch keinen das Zelt aufbauen sehen.“

 

 

 

 

 

AUSGABEN

Bistro/Gien  171,00 fr

Einkauf         92,05 fr

Bahnfahrt   143,00 fr 

SUMME     406,05 fr

 

EINKAUF/MARKTHALLE

Pflaumen,

200g Schinkenwürfel,

2 Fl. Limo, Fl. Apfelsaft,

6 Fl. Wasser, Fl. Rotwein

92,05 fr

 

BISTRO/GIEN

Karaffe Rosé                                         14,- fr

Überb. Ziegenkäse  m. Schinken/Salat 40,- fr

Entrecôte, Pommes Frites/Salat          50,- fr

Cola                                                       11,- fr

4 Grand Café au lait                             56,- fr        

SUMME                                              171,- fr

 

 

 

 

Sonntag, 09.08.1998   Der letzte Tag vor der Heimfahrt: Zeit des Wartens

 

 

EINKAUF/MARKTHALLE

5 Tomaten, 6 Eier

1 Ziegenkäse,

2 Baguettes, 2 Croissants

67,85 fr

 

AUSGABEN

Einkauf                       67,85 fr

Parkplatz CP Digoin  220,00 fr

SUMME                   287,85 fr

 

Während Michael den Tag damit verbringt, das Auto von Digoin zu holen, vertreibe ich mir die Zeit abwechselnd mit Lesen inklusive der Flucht vor der erbarmungslosen Sonne und Abkühlungen unter der kalten Dusche.Als Michael viel später als erwartet abends wieder kommt, hat er einen reichlich abenteuerlichen Tag hinter sich und demzufolge einiges zu erzählen:

„Bis St. Imbert ging alles gut, aber dann sprang der Zug nicht wieder an. Der Schaffner rannte auf dem

 

Bahnsteig hin und her, und ich verstand ja nichts, nur irgendetwas mit ‚Machine, Machine‘. Ich dachte

 

nur, jetzt ist der Zug verreckt. Es war tatsächlich so. Ein Mönch seufzte nur ‚Mon dieu‘ – das verstand

 

ich wenigstens -, sprang aus dem Zug und zückte sein Handy. Hier war nichts, nicht einmal ein bißchen

 

Schatten. Es war wirklich nur ein Bahnsteig. Anscheinend kannten die Anwohner so etwas aber schon,

 

denndie kamen sofort und versorgten uns mit Wasser.“

 

 

Zugfahrt Gien – Digoin > 12:42 Uhr Abfahrt in Gien/13:41 Uhr Ankunft in Nevers

 

13:50 Uhr Abfahrt in Nevers/ 15:28 Uhr Ankunft in Digoin

 

 

Montag, 10.08.98   Zeit des Abschieds

 

Abfahrt  10:50 Uhr in Gien / 1. Rast  ca. 1 Std. in Aubeterre / Grenzübergang Saarbrücken  18:35 Uhr / 2. Rast  ca. 45 Min. Autohof Ramstein / Ankunft 22:50 Uhr  in Albaxen

 

 

 

AUSGABEN

Einkauf                    41,80 fr

CP Gien                   119,00 fr

Mittagessen           180,00 fr

Maut Châlons-Metz 52,00 fr

Maut Metz-Saarbr. 22,00 fr

SUMME                 414,80 fr

AH Ramstein            19,- DM

 

In der „Marktlagerhalle“ nahe dem Campingplatz decken wir uns noch einmal ordentlich mit Ziegenkäse und Wein ein, bevor wir endgültig von der Loire Abschied nehmen. Es sind herrliche Tage gewesen, trotz Regen, Treideln, Schlepperei und wunden Füßen. Diese Widrigkeiten werden schnell vergessen sein. In Erinnerung werden wir die urwüchsige Schönheit der Flußlandschaft der Loire sowie ihre Inseln und Sandbänke behalten. Treffender wie ein Zitat aus einem Informationsblatt kann ein Schlußwort kaum sein: „Um die Loire zu schätzen, darf man weder Angst vor nassen Händen oder Schuhen noch vor Hitze oder Kälte haben. Die Loire offenbart sich nur denjenigen richtig, die versuchen, sie kennenzulernen und liebzugewinnen.“  Als Route für die

 

 

RESTAURANT ROUTIERS

“LES TILLEULS”

2x Menue              130,- fr

2 Wasser               20,- fr

2 Café                    12,- fr

SUMME     162,-/180,- fr

 

Rückfahrt von Gien wählen wir die Strecke über Saarbrücken: Gien > N77/ Aubeterre > Troyes > AB Châlons-en-Champagne/est > Metz > Saarbrücken

 

 

MARKTHALLE

Getränke, Obst,

Ziegenkäse,

41,80 fr

 

Kurzes Intermezzo auf der N77 zwischen Troyes und

Châlons-en-Champagne: Ein Wiedersehen mit dem

 

Pärchen aus Norderstedt, das wir auf dem Campingplatz

 

in Digoin kennengelernt hatten.

 

 

 

 

 

 

 

Ausgaben

 

 

 

Provence

 

Essen + Getränke/Anfahrt     ca. 35,00 DM

 

Vignette CH                                 50,00 DM                                    85,- DM

 

Maut Sisteron-Manosque         ca. 30,00 fr

 

Maut Manosque-Avignon               52,00 fr           82,00 fr

 

Sonstiges: Reifen                                                612,00 fr

 

Essen + Getränke (inkl. Trg.) ca. 850,00 fr

 

Lebensmittel, Getränke         ca. 305,00 fr      1.155,00 fr

 

SUMME                                                           1.849,00 fr   =  ca. 555,- DM

 

                                                                                                     640,- DM

 

 

 

Loire-Tour

 

Maut Cavaillon-Lyon                        96,00 fr

 

+ Châlons-e.Ch.-Saarbrücken           74,00 fr         170,00 fr

 

Essen + Getränke (inkl. Trg.) ca. 2.150,50 fr

 

Lebensmittel, Getränke          ca. 1.150,50 fr     3.400,00 fr

 

Pkw-Standgebühr                          220,00 fr

 

Bahnfahrt Gien-Digoin                   143,00 fr         363,00 fr

 

Campingplätze                                                       372,70 fr

 

SUMME                                                              4.205,70 fr   =  ca. 1.262,- DM

 

Essen + Getränke/Rückfahrt                                                                 22,- DM

 

                                                                                                        1.284,- DM