ALLIER UND LOIRE  13. Juli – 03. August 2002

 

 

 

ALLIER          13.-24. Juli 2002

 

 

 

Steile Hänge und sanfte Weinberge, einsame Inseln und urwaldartige Auwälder, wildrauschendes und sanft sprudelndes klares Wasser – Garanten für eine wildromantische Wassewanderung auf dem Allier und der Loire

 

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Samstag, 13.07.02   Der Allier ruft!                                                         Wetter: Regenschauer, Sonne

 

Abfahrt  4:10 h in Albaxen / Rast  7:55 - 8:30 h AB-Raststätte Alsbach-West / Rast  10:45-12:00 h  Autohof in Heitersheim /

 

Rast  14:15-15:00 h  AB-Rastplatz Aire du Garon / Rast  17:40-18:40 h  in Digoin / Ankunft  21:15 h in Brassac-les-Mines             

 

 

AB-RASTSTÄTTE ALSBACH-WEST

½ Brötchen m. Rührei                  1,95 €

½ Brötchen m. Spiegelei + Speck 1,95 €

2 Becher Kaffee                        4,20 €

SUMME                                     8,10 €

3 Uhr morgens: Das Summen des Weckers reißt uns aus dem Schlaf. Endlich ist es soweit: Der heiß ersehnte Urlaub beginnt! Drei Wochen Kanutour liegen vor uns. Eine Stunde später sind wir „on Tour“ und eine weitere halbe Stunde komplett. Wir, das sind Jupp, Dieter, Michael, ich, zwei Kajaks und ein Canadier auf dem Weg nach Frankreich. Der Allier und die Loire lassen Michael und mich nicht mehr los, und wir sind neugierig, ob sich unsere Begeisterung auch auf Jupp und Dieter übertragen wird. 5:30 Uhr: Unsanft werden wir aus unseren Urlaubsträumen gerissen. Ein heftiger, anhaltender Regenschauer

prasselt herab – das letzte Jahr läßt grüßen! Sollen wir wirklich wieder so eine Regenfahrt vor

 

uns haben? Ein leichter Anflug von Trübsinn?  Keine Chance! Wir sind voll damit beschäftigt,

 

jeden Sonnenstrahl freudig zu begrüßen, der durch die Wolken dringt. Heitersheim/Autohof

 

Bremgarten: Innerlich schon auf ein geplündertes Frühstücksbüffet vorbereitet, betreten

 

 

AUTOHOF BREMGARTEN

2x Frühstücksbüffet  11,90 €

Tanken                       30,00 €

SUMME                     41,90 €

wir gegen 11 Uhr den Autohof, Hunger und Kaffedurst in den Augen. Wie sonst ist wohl die sehr nette

Begrüßung der Kellnerin zu verstehen? „Sie können noch frühstücken. Es ist noch alles da. Packen Sie s

 

ich die Teller ordentlich voll und schmieren Sie sich auch Brötchen für unterwegs. Nehmen  Sie sich

 

mit so viel Sie wollen! Wo kriegen Sie denn noch so ein Frühstück für den Preis!“ Das lassen wir uns n

 

atürlich nicht zweimal sagen. Abwechslungsreich, was das Wetter anbelangt, setzen wir danach unsere

 

 

BAR / DIGOIN

2 Grand Café Crème

5,60 €

Fahrt fort. Während wir noch im Sonnenschein in Frankreich einreisen, wird der Himmel vor uns wenig später immer schwärzer. „Das sieht aber nicht gut aus!“ Diesen unheilschwangeren Worten folgt auch prompt der erwartete Regenguß und folglich eine regelrechte „Blindfahrt“. Im Anschluß folgt eine Hitzewelle, die uns bei unserer nachmittaglichen Rast den Schatten suchen läßt. Auch Digoin liegt noch im Sonnenschein. Apropos Digoin: Eine Rast in diesem Ort, wo unsere erste Loire-Tour begann, ist für

Michael und mich schon zum Rituell geworden, ebenso wie der Blick auf die Loire, deren derzeitiger Pegelstand

 

von 40 cm allerdings nichts Gutes ahnen läßt.  Noch bevor unser Kreislauf wieder so richtig in Schwung

 

 

AB-MAUT

Mulhouse – Fontaine (Belfort)     2,20 €

Fontaine – St. Maurice                 -    

St. Maurice – Châlon-s.-S./Sud  13,50 €

Riom – Clermont-Ferraud            0,90 €

Clermont-Ferr. – Brassac-l.-M.    -

SUMME                                    16,60 €

kommen kann, läßt uns der nächste Schauer eiligst in einer Bar Zuflucht suchen, bevor die Reise weitergeht.

Nach einem kurzen Zwischenstop in Moulins zwecks Pkw-Abstellung auf dem dortigen

 

Campingplatz, nähern wir uns immer mehr der Auvergne und damit unserem Ziel. Mit dem

 

Zusammenrücken der Wälder, zwischen denen sich jetzt auch ab und zu der Allier zeigt,

 

steigert sich auch die Freude auf die Kanutour. Endlich: Das Hinweisschild nach

 

Brassac-les-Mines! Ein paar Kilometer noch, und wir sind am Ziel! Aber die Zufahrt zum

 

Campingplatz ist gesperrt! Wir sehen nur Fußgänger und Feuerwehrleute. Was nun? Unsere

 

Boote sind zum Glück nicht zu übersehen und so können wir erleichtert die Frage eines

 

 

CAMPING MAL D’ALLIER

2 Personen             3,70 €

Zelt                        1,55 €

Pkw                         1,10 €

SUMME                 6,35 €

Feuerwehrmannes: „Camping?“ bestätigen und haben freie Fahrt zum Platz. Der Grund für die gesperrte Straße: hier wird gefeiert!  Gestenreich entschuldigt sich der Chef des Campingplatzes für das Fest. Seine Sorge gilt unserem Schlaf, da er selber schon seit drei Tagen keinen richtigen Schlaf mehr gefunden hat. Na ja, er weiß ja nicht, wie lange wir schon unterwegs sind. Schnell sind die Formalitäten erledigt und die Zelte aufgebaut. Bevor wir in den wohlverdienten Schlaffallen, drehen wir

noch eine Runde über den Festplatz und bleiben hängen. Schuld daran: ein wunderbares Feuer werk am

 

gegenüberliegenden Ufer des Alliers. Untermalt von Musik explodieren Sterne, Strahlen oder Spiralen

 

direkt über uns und verwandeln den Himmel in ein prächtiges Farbenmeer. Es ist schon ein eigenartiges

 

Gefühl  mitten drin zu sein am Vorabend des französischen Nationalfeiertages.

 

 

 

Sonntag, 14.07.02   Wasserwanderung wörtlich genommen!                                                 Wetter: Regen, kühl

 

Abfahrt  13:30 h in Brassac-les-Mines / Rast  14:10–14:40 h / Ankunft  18:10 h kurz vor Issoire

 

Tief und fest haben wir geschlafen – trotz aller Befürchtungen des besorgten Platzinhabers. Da es gestern Abend für die Bestellung von Baguettes zu spät gewesen ist, besorgen wir diese im nahen Zentrum. Frühstücken – Zusammenpacken – Bootswagen mit Booten und Gepäck beladen – Autos in Sichtweite des Campingplatzchefs abgestellt – Startbereit! Trotz einsetzendem Nieselregen rollen wir erwartungsfroh der Pforte entgegen, die uns noch vom Wasser trennt. So weit – so gut. Aber vor uns liegt ein „Landesteg“! Vor der hohen Kante streiken unsere voll beladenen Bootswagen, ebenso vor dem holprigen, breiten Uferstreifen. So beginnt unsere Tour zwar später als geplant, dafür aber mit einer guten Kalorienverbrennung. Als wir endlich in den Booten sitzen, ist es bereits früher Nachmittag. Sofort ziehen wir die Paddel dynamisch durchs Wasser. Allerdings nicht lange! Schon bald werden wir abrupt in unserem Elan gebremst, da uns das flache, kieselige Flußbett zum Aussteigen und Treideln zwingt. Der Nieselregen wird an diesem Tag unser ständiger Begleiter und läßt (insbesondere den Brillenträgern unter uns) die Flußlandschaft in weichen Konturen erscheinen. Rauschendes Wasser sorgt deshalb immer wieder für Spannung und die vielen kleinen Schwälle aufgrund des geringen Wasserstandes für abwechslungsreiche Aus- und Einstiege. Frei nach dem Motto: „Wer sein Boot liebt, der zieht!“ Über mangelnde Stimulierung des Adrenalinspiegels kann zumindest ich mich nicht beklagen. Ständig fordert der Flußverlauf hohe Konzentration. Kaum bleibt uns Zeit, die dicht bewaldete Landschaft und das immer enger werdende Tal, durch das sich der Allier schlängelt, ausgiebig betrachten und bewundern zu können.  Als es Zeit wird, einen Lagerplatz zu finden, ist das leichter gesagt als getan. Dichtbewachsene Ufer bieten kaum Ausstiegsmöglichkeiten, und die kiesüberzogenen Inseln laden auch nicht gerade zum rückenschonenden Lagern ein. Als eine Lücke in dem Dickicht am rechten Ufer sichtbar wird, landen wir an. Der Platz direkt am Ufer ist sehr klein, aber etwas oberhalb liegt eine kleine Wiese vor einem Feld. Eigentlich wollen wir den Tag unten am Lagerfeuer direkt am Fluß ausklingen lassen, doch nicht weit entfernte Motocrossfahrer veranlassen uns, unsere Ausrüstung vorsichtshalber nicht ganz außer Sicht zu lassen. So lodert unser Feuer eben oben. Jupp und Dieter gefällt’s trotzdem. Michael und ich sind am Allier eigentlich schönere Plätze gewohnt. Aber vielleicht gibt es hier oben keine besseren?

 

 

 

Montag, 15.07.02   Keine Aussicht auf Wetterbesserung                                                     Wetter: Regen, bewölkt, kühl

 

Abfahrt  11:40 h kurz vor Issoire /  Rast  14:00-14:45 h / Rast in Coudes / Ankunft  18:45 h in Longues

 

Am Morgen ist der Himmel verhangen und die nahe gelegene Bergspitze noch vom Nebel umschlungen. Erst als sich dieser lichtet, wird ein Bergdörfchen sichtbar, das sich oben an den Hang schmiegt. Gemütlich sitzen wir vor den Zelten beim Frühstück, als sich wieder unser gestriger Begleiter zu uns gesellt. Nicht lange, als sich dieser in einen heftigen Regenschauer verwandelt. Uns bleibt nur eins: Flucht in die Zelte und genaue meteorologische Beobachtungen des Himmels! Allmählich ändert sich die Farbe am Horizont von dunkelgrau auf hellgrau. Es ist fast Mittag, als wir alles mehr oder weniger trocken  in den Booten verstaut haben und ablegen.

 

Paddelnd oder treidelnd bewegen wir uns durch die vielen kleinen und mittleren Schwälle sowie über zahlreiche, meist nur knapp überspülte Kiesbänke flußabwärts, leichte Feuchtigkeit von oben inbegriffen. Die Treidelei wissen wir aber auch durchaus zu schätzen – als Schutzmaßnahme gegen das Absterben der Füße! „Michael, fahrt ihr mal vor!“ Wie schon gestern werden wir vorgeschickt sowie das Rauschen im Fluß lauter wird. So nutzen wir ab und zu die Gelegenheit, den beiden zu zeigen, wie man es nicht macht, indem wir manchen Stein mitnehmen oder auf uns auf einem ausruhen. Coudes kommt in Sicht und damit die Chance, frisches Baguette zu kaufen. Wohlwissend, daß die Bäckereien montags geschlossen haben, legen wir an. Es gibt schließlich auch einen Supermarkt im Ort. Leider ist es der einzige, und der hat geschlossen – wie es aussieht, für immer. Also geht’s weiter – mit dem tröstenden Gedanken an die Notreserve im Gepäck: das bewährte Dosenbrot von Aldi. Eine kleine Lichtung direkt hinter der Brücke nach Longues veranlaßt uns, anzulanden, um eine Lagermöglichkeit auszukundschaften. Einstimmige Meinung, hier bleiben wir. Das kleine Restaurant am anderen Ufer läßt Michaels Herz sofort ein paar Takte schneller schlagen. Konkret: die Aussicht auf einen Rotwein und ein Gläschen Ricard, denn besonders der Rotwein  fehlt uns noch im Gepäck. Nur Jupp und Dieter verweigern einen Fußweg über Land. Nach dem Abendessen ist es zu spät, und so wird nichts mehr daraus. Unnötiger Arbeitsaufwand wird nicht betrieben, so bleibt das Tarp dort, wo es hingehört. Als die Wolken ihren Inhalt plötzlich ablassen, bleibt uns deshalb nur  noch die frühzeitige Flucht in unser Vorzelt. Das am Boden vereinigte Wasser bewegt sich im Laufe des Abends verdächtig nahe an unserem Zelt vorbei und wird von uns äußerst mißtrauisch beäugt. Es bleibt uns fern genug, aber es sind nur ca.10 cm, die uns von nassen Füßen trennen.

 

 

 

Dienstag, 16.07.02   Von Longues bis vor die Felsbarrieren von Dallet                                                             Wetter: bewölkt, sonnig

 

 

AUSABEN

6 Baguette      2,78 €

Lebensmittel  19,76 €

6 Fl. Rotwein  10,32 €

5 l-P. Rotwein  4,09 €

SUMME         36,95 €

Eigenanteil    18,47 €

Abfahrt  11.40 h  in Longues / Rast  13:20-14:00 h / Rast  15:05-15:20 h  in Cournon / Ankunft  16:50 h  in Dallet                          

Vielversprechend sieht der Morgen zwar nicht gerade aus, aber es ist trocken – zumindest von oben. Der ca.

 

1 km entfernt liegende Ort birgt eine kleine Überraschung in sich: einen Aldi-Markt, der Michael endlich

 

seinen ersehnten Rotwein beschert. Schnell werden am Bahnhof noch unsere Trinkwassersäcke aufgefüllt und

 

schwer bepackt – langsames Stretching der Arme inbegriffen – marschieren wir zurück. Es ist wieder fast

 

Mittag, als wir endlich ablegen – nur um nach ein paar Paddelschlägen wieder anzulegen, um das folgende Wehr

 

rechts zu umtragen. Weiterhin erschließt sich eine landschaftlich wunderschöne Gegend, in der sich der Allier

 

zwischen steilen, markanten Felswänden durch ein enges Tal windet. Hin und wieder lugen kleine Bäumchen aus

 

 

CAMPINGPLATZ DALLET

4 Personen            18,00 €

1 Platz                    6,00 €

1 extra                   2,00 €

4x Tax                   0,60 €

SUMME               26,60 €

Eigenanteil            13,30 €

den Felsritzen hervor, die sich dort regelrecht festklammern. Verschiedenartige Schwälle verhindern immer wieder erfolgreich, hier einfach nur entlang zu treiben, um die Landschaft ausgiebig wahrzunehmen. Dazwischen strömt der Allier gemächlich dahin, mitunter so flach werdend, daß wieder heißt: „Raus aus den Booten!“. Langsam wird aber aus der anfänglichen Wasserwanderung per Fuß immer mehr die eigentlich vorgesehene Wasserwanderung im Boot. Während unserer Rast auf einer Insel präsentiert Michael stolz den erworbenen Rotwein. Selbst der Sonne scheint’s zu gefallen, blinzelt sie uns doch endlich einmal aus dem ansonsten wolkenverhangenen Himmel für einen Augenblick zu. Als sich das nächste Wehr einige Kilometer hinter

Cournon durch rauschendes Wasser ankündigt, paddelt Jupp diesmal als Erster wagemutig heran und

 

befindet: „Durchfahrt in der Mitte kein  Problem!“. Jupps Anweisungen folgend durchfahren wir den

 

glatten Schwall des verfallenen Wehres ohne Schwierigkeiten. Das nächste Hindernis folgt bald danach.

 

Bei Dallet zieht sich ein Betonband quer über den Fluß mit mehreren Felsstufen im Anschluß. Ohne große

 

Absprache sind wir uns schnell einig, heute nicht mehr! Außerdem verspürt Jupp Waschzwang, und so

 

kommt uns der direkt davor gelegene Campingplatz gerade recht. Der Besichtigung der Felsstufen folgt

 

 

MENUE

* Salade Faicheur / Carpaccio Entrcôte (zu dick!)

* Saumon l’Oiselle (Lach m. Kräutersauce) / Entrecôte

* Tarte Tatin / Fromage

eine durchaus kontrovers geführte Debatte:“Fahren oder Treideln?“. Schließlich vertagen

 

HOTEL-RESTAURANT/DALLET

2x Menü                         32,00 €

Fl. Cotes d’Auvergne         8,00 €

2 Café                              2,40 €

SUMME                         42,40 €

wir diese Entscheidung auf den nächsten Tag und schauen

uns erst einmal den kleinen Ort an. Bevor wir den Abend

 

vor den Zelten ausklingen lassen, führt uns der Weg noch

 

in das einzige Restaurant, indem das Essen enttäuschend,

 

aber der Rotwein ganz passabel ist.

 

 

 

Mittwoch, 17.07.02   Sind wir wirklich zum Paddeln hier?                                                   Wetter: sonnig bis bewölkt

 

Abfahrt  10:40 h  in Dallet / Rast  12:25-13:35 h  am Pont-du-Château / Ankunft  20:20 h  bei fkm 243

 

 

AUSABEN

4 Baguette +

4 Croissants 6,40 €

Eigenanteil  3,20 €

Treideln und Portagen: 10:40–11:40 h  Felsstufen in Dallet / 14:25-17:25 h  Auskundschaften und Portage am WWIV / 17:40-18:50 h  Felsstufe hinter AB-Brücke bei fkm 240                                                                                                                                       

Der Morgen der Entscheidung: Wie kommen wir am besten durch bzw. über die Felsstufen? Dieters Kommentar

 

gibt schließlich den Ausschlag: „Wir werden keine Gelegenheit zum Wandern auslassen!“ So setzen wir bis zu den

 

Felsplatten in der Flußmitte über, um von dort aus zu treideln. Kaum sind wir angelandet, geht das Palaver wieder

 

los:  „Wie kommen wir da durch?“. Selbst das wenige Wasser im linken Arm entwickelt durch die Enge eine

 

beachtliche Geschwindigkeit, so daß das Treideln der vollbeladenen Boote zur Herausforderung wird. Mit vereinten Manneskräften wird dies zwar, wenn auch sehr zeitaufwendig, bravourös bewältigt, aber als wir anschließend noch einmal einen Blick zurückwerfen, beschleicht uns allerdings das vage Gefühl, daß wir uns höchstwahrscheinlich den dämlichsten Weg ausgesucht haben. Michael dazu nur: „Selbst die Sonne lacht uns aus!“ Aber es kommt noch besser. Kaum genießen wir es, die Paddel gleichmäßig durchs Wasser zu ziehen, kündigt heftiges Rauschen schon den nächsten Schwall an. Nur ungefähr 200m weiter ziehen sich wieder Felsstufen durch den Fluß. Kurz vor der Eisenbahnbrücke landen wir zur Besichtigung an. Gegen den Wasserdruck von links steuernd passieren wir den schönen Schwall, dessen Wellenschlag Jupp in seinem flachen Kajak eine kleine Dusche beschert. Damit bloß nicht unsere Beinmuskulatur einrostet, steht schon das nächste Hindernis an: Das Wehr an der Pont-du-Château, welches wir rechts umtragen. Bevor wir die Boote wieder zu Wasser lassen, relaxen wir aber erst einmal bei Baguette, Käse und Rotwein. Schaut man von einiger Entfernung auf die Stadt, erhebt sich stolz die alte Kirche über der Brücke - ein schönes Fotomotiv. Dieters Kommentar: „ Muß ich doch jetzt nicht gucken, hast du doch fotografiert, kann ich doch dann auf dem Bild sehen“ – frei übersetzt: „Ich bin doch nicht hier, um zu gucken, sondern um zu paddeln!“ Das tun wir dann auch wieder – an hohen, steil aufragenden, teilweise mit Zement stabilisierten Sandwänden und dicht bewachsenen Ufern entlang, zwischen Steinen hindurch und über Felsplatten hinweg. Als in der Ferne Hochmasten sichtbar werden, schärft sich sofort unsere Sinne, heißt es doch, wenn man die sieht, ist die WWIV-Strecke nicht mehr weit und das Getöse schon von weitem zu hören. Rechtzeitiges Anlanden sei nötig! Doch das ist leichter gesagt als getan. Wie und wo? Endlich zeigt sich die Andeutung eines Trampelpfades zwischen dem dichten Buschwerk und Bäumen am rechten Ufer. Sofort legen wir dort an und finden ca. fünf Meter oberhalb eine wunderschöne Lichtung, belagert von Pfadfindern o. ä. Von Müllentsorgung haben die anscheinend noch nichts gehört. Schade um den schönen Lagerplatz! Während ich bei den Booten bleibe, marschieren Michael, Jupp und Dieter schwungvoll los, um erst einmal die Lage zu erkunden. Ungefähr eine dreiviertel Stunde später: Wiederkehr der leicht resigniert wirkenden Kundschafter. Unsere Hoffnung, näher an die Wildwasserstrecke heranzukommen, hat sich als trügerisch erwiesen. Der fast direkte Weg am Ufer wird von Bauschutt völlig versperrt. Also haben wir eine lange Portage vor uns, unvorstellbar ohne Bootswagen. Aber auch damit: Wo bleibt der Spaß? Als wir uns durch das Chaos des bereits erwähnten Lagers geschlängelt haben, spendet der Wald noch angenehme Kühle, aber beim Verlassen empfängt uns die Sonne wieder mit all ihrer Kraft. Jeder Baum an der Asphaltstraße ist willkommen für eine schattenspendende Pause – allerdings gibt es davon nicht viele. Zwei Stunden später stehen vier ausgelaugte Kanufahrer - und zumindest ein erschöpfter Bootswagen, der seinem Ärger zugleich Luft macht – wieder vor dem Allier. Bequem können wir hier die Boote zu Wasser lassen, einpacken und ablegen. Lange trägt uns die Strömung aber nicht. Dafür sorgt die Felsstufe direkt nach der folgenden Autobahnbrücke. Dieter, sonst kaum vom Wasser zu kriegen, meint sehr nachdrücklich: „Das ist heute aber das letzte Mal! Wenn ich danach nochmal auspacken muß, packe ich nicht wieder ein!“ Wieder werden Ausrüstung und Boote über das linke Ufer ungefähr vier bis fünf Meter nach oben gehievt, über die parallel zum Fluß verlaufende Straße transportiert und hinter der Felsstufe nach unten getragen. Drei Kilometer weiter haben wir alle genug. Der Schwall sieht zwar fahrbar aus, aber die hohen Wellen garantieren eine erhebliche Wasseraufnahme. Heute Abend ist uns danach aber nicht mehr. Wir landen rechts an, schlagen uns einen breiteren Pfad zwischen dem wuchernden Dorngestrüpp frei und schleppen ein letztes Mal an diesem Tag alles ca. fünf Meter nach oben. Wie die Wegelagerer campieren wir in Ermangelung eines besseren Platzes am Wegrand und fallen nach dem Essen nur noch müde auf unsere Matten in den wohlverdienten Schlaf. Der vertreibt wenigstens den Anflug des Gedankens: „Warum mache ich das eigentlich?“

 

 

 

Donnerstag, 18.07.02   Insel der Blumen                                                                  Wetter: Sonne

 

Abfahrt  10:15 h / Rast  11:45-11:55 h / Rast  13:25-14:10 h / Ankunft  18:10 h  in Vichy                                      

 

 

CAMPINGPLATZ VICHY

4 Personen           0,88 €

1 Platz                12,50 €

SUMME             13,88 €

Eigenanteil           6,69 €

Was bedeuten schon die Strapazen von gestern? Schlimmer kann es doch gar nicht mehr kommen! Ausrüstung und Boote wieder die hohe Böschung herunter schleppen – was macht das schon? Darin sind wir ja allmählich geübt, und die Wurf- und Fangtechniken funktionieren auch immer besser. Im strahlenden Sonnenschein legen wir schließlich frohen Mutes ab. Aber die gestrigen Anstrengungen scheinen aber noch in den Knochen zu stecken, denn trotz der relativ flotten Strömung haben wir das Gefühl, nicht so richtig vorwärts zu kommen. Die Kilometer zwischen den beiden folgenden Brücken ziehen sich endlos hin. Dazu bläst uns auch noch der aufkommende Wind heftig ins Gesicht. Deshalb genießen wir die Stille in den Windpausen ganz besonders und hören treibend dem fröhlichen Zwitschern der zahlreichen Vögel zu. Dicht bewachsene Ufer werden allmählich aufgelockert und geben die Sicht auf schöne Lagerplätze frei, die wir in den ersten Tagen so vermißt haben. Entspannt folgen wir dem Hauptstrom. Die Treidelei scheint endlich ein Ende gefunden zu haben, bis Baumleichen und Wohlstandsschrott in Form eines Kühlschrankes beide Arme des Alliers versperren. Nur ein kleines Rinnsal bleibt, um weiterzukommen. Zur Mittagspause landen wir auf einer der Inseln zwischen Luzillat und Limons an, auf dem ersten Blick keine Schönheit. Bis Dieter auf der Suche nach Schatten einen zweiten Blick hinter die Bäume wirft. Ein lauschiger schattiger Platz lädt die Sonnenflüchtigen zum Verweilen ein. Mir eröffnet sich noch eine andere Sicht: Silberdisteln, lila Sommerflieder, rosa Malven, weiße Kamille, gelbe Königskerzen und grazile weiß- und blaublühende Blumen

verwandeln das Innenleben der Insel in ein farbenprächtiges Blütenmeer. Kurz nachdem wir wieder abgelegt

 

haben, lenkt ein Rauschen vor der Brücke D63 unsere volle Konzentration auf das Wasser. Die schräg im Fluß

 

verlaufende Felsstufe durchfahren wir links ohne Schwierigkeiten, ebenso die Stufe unter der Eisenbahn-

 

brücke bei Abrest. Als wir am 1. Campingplatz in Vichy anlanden, sind wir froh, hier zu sein und verdrängen

 

 

RESTAURANT “LE CABANON”

2x Menü                        34,00 €

Fl.  Saint Pourcain          11,50 €

SUMME                        45,50 €

 

MENUE

* Salat Auvergnat / Kartoffel-Speck-Pfanne

* Truit Meunière / Coque au vin

* Le gratin Fruits rouge / Ronde Fromage

ganz schnell den Gedanken an die morgige Portage.

Lieber genießen wir, d. h. Michael und ich,  im Restaurant

 

 „Le Cabanon“ das erste gute französische Menü auf

 

dieser Tour. Jupp und Dieter begnügen sich nur mit

 

einem Salat und wissen gar nicht, was ihnen entgeht!

 

 

 

Freitag, 19.07.02   Dieter’s „Allier-Taufe“                                                                                             Wetter: Sonne, heiß

 

Abfahrt   10:30 h in Vichy / Portage  10:50-12:45 h Wehr Vichy / Rast  12:45–13:30 h am  Wehr Vichy / Rast  15:45-16:00 h in Billy /

 

 

AUSABEN

2 Baguette +

4 Croissants 4,50 €

Eigenanteil  2,25 €

Lebensmittel     ?

Ankunft  17:30 h kurz vor Varennes                 

Breit, fast schon seenartig liegt der Allier im Sonnenschein vor uns, ohne ein Anzeichen von Strömung. Rechts

 

säumen moderne Häuser das Ufer und links dehnen sich die großen Sportanlagen der berühmten Kurstadt Vichy

 

aus. Unser „Versäumnis“, die Schwimmwesten anzulegen, wird sofort von der „Securité“ bemängelt, als wir uns

 

der Brücke nähern. Ihrer freundlichen, aber bestimmten Aufforderung , dieses nachzuholen, folgen wir lieber. Lange wehrt das Paddelvergnügen sowieso nicht, da wir an der zweiten Brücke schon wieder an Land müssen. Das Wehr hinter der Brücke ist nicht fahrbar. Eine lange Portage über den Parkplatz diesseits und über die Wiese jenseits der Straße steht an, da der direkte Weg am Ufer durch steile Treppen sehr erschwert wird. Mir fällt dabei der leichteste Part zu. Ich gehe im gegenüber liegenden Supermarkt einkaufen, im Eiltempo. Schließlich will ich die Jungs nicht unnötig warten lassen. Naiver Glaube! Als ich zurückkomme, hockt hinter dem Wehr nur ein völlig fertiger Dieter neben seinen Klepper mit nur noch einem Wunsch: Ruhe im Schatten. Zwei Stunden später liegt auch der Rest hinter dem Wehr. Bei solchen Portagen macht sich schmerzlich bemerkbar, wenn plötzlich ein Bootswagen seinen Dienst verweigert. Nach einem stärkenden Imbiß und viel Flüssigkeit, setzen wir am frühen Nachmittag wieder ein. Doch schon bald bremsen quer im Fluß liegende Steine unsere Fahrt wieder, die wir links treideln können. Aber wo bleibt Dieter? So wie er ankommt, scheint er unerläßliche Wassertemperaturmessungen vorgenommen zu haben. Bis zur Straßen- und Eisenbahnbrücke hinter Boutiron genießen wir es, ungehindert in dem wieder enger gewordenen Flußbett zu paddeln. Das dahinterliegende stark verblockte Wehr ist für uns nicht fahrbar, aber links gut zu treideln. Wenige Kilometer danach nähern wir uns dem Wehr von Billy, welches wir rechts schwungvoll durchfahren. Nach einer Rast hinter dem Wehr, wo sich Dieter seiner nassen Sachen von seiner „Allier-Taufe“ entledigt, paddeln wir weiter durch die einsame Flußlandschaft. In dem breiter gewordenen Fluß sind viele Baumleichen gestrandet, die zwar unsere volle Aufmerksamkeit fordern, aber keine großen Schwierigkeiten darstellen. Die Suche nach einem geeigneten Lagerplatz gestaltet sich allerdings nicht so einfach. Tierische Hinterlassenschaft am Ufer weisen auf eventuellen Besuch hin, sollten wir uns dort niederlassen. Jupp und Dieter schenken dem aber keinerlei Glauben und reden sich ein, die Kuhfladen seien schon so trocken, da seien seit mindestens 14 Tagen keine Rinder mehr gewesen. Trotz Michaels und meiner Bedenken, landen wir schließlich doch an einem solchen Platz an, da Varennes schon Sicht ist. Kaum haben wir uns häuslich eingerichtet, traben sie an. Noch bleiben sie in respektvoller Entfernung stehen, die Eindringlinge neugierig beäugend. Dann kommen sie Schritt für Schritt vorsichtig näher. Jupps Idee rettet uns schließlich, bevor sie uns ihre Gastfreundschaft beweisen können. Alles, was wir an Tampen und sonstigen Schnüren finden können, raffen wir eiligst zusammen und zäunen uns ein. Es wirkt! Die Charolais-Rinder beobachten uns noch ein Weilchen, dann ziehen sie wieder ab. Bald danach ist das Feuer entfacht, aromatische Düfte steigen aus dem Topf  empor und der Wein wechselt vom Faß in die Becher. Unter sternenklarem Himmel am Lagerfeuer kommt bei Dieter langsam etwas Wehmut auf. Morgen beginnt für ihn der letzte Tag dieser Tour. Es hält ihn wach. Ist er sonst einer der Ersten gewesen, der im Zelt verschwand, kann er sich heute Abend kaum vom Wein trennen.

 

 

 

Samstag, 20.07.02   Sonnenglut                                                                                 Wetter: Sonne, keine Wolke am Himmel!

 

Abfahrt   9:45h / Rast  12:35-13.40h in Châtel-de-Neuvre / Rast  14:50-15:15h kurz vor AB-Brücke bei fkm 342,3 /

 

Ankunft  17:00h in Moulins

 

 

CP DENEUVRE

2 Bier                             3,70 €

Café Deneuvre, O-Saft  5,05 €

Cappuccino                     2,30 €

SUMME                        11,05 €

 

Unter strahlendem Himmel trägt uns der Allier durch seine Windungen. Kein Wölkchen ist am Himmel zu sehen, und nur Vogelgezwitscher durchbricht ab und zu die Stille. Vorsichtig nähern wir uns einer Silberreiher-Kolonie. Noch scheinen sie uns nicht zu bemerken. Aber plötzlich erheben sich die scheuen Vögel wie auf ein unsichtbares Zeichen fast gleichzeitig von ihren Bäumen. Weg sind sie – keine Chance zum Fotografieren. Im Gegensatz zu den braunen und weißen Rindern dieser

Gegend, die sich sofort dem Fluß nähern, wenn sich darauf etwas bewegt. Ausgedörrt von der Hitze

 

legen wir mittags am Campingplatz Deneuvre an, um im Schatten etwas abzukühlen und der weiteren

 

Dehydratation vorzubeugen. Im Laufe des Nachmittags jagt die Sonne die Temperatur immer weiter

 

nach oben, so daß wir fast schon dankbar für den streckenweise aufkommenden Gegenwind sind. Von

 

Schatten zu Schatten paddelnd,

AUSABEN

Lebensmittel, Getränke 42,24 €

Wein                                4,63 €

SUMME                        46,87 €

Eigenanteil                    31,26 €

haben wir schließlich nur noch einen Gedanken: Durchhalten –

Moulins kann nicht mehr weit sein! Als

CAMPINGPLATZ MOULINS

2 Personen/Zelt x 2 Nächte        SUMME              16,20 €

am Horizont vereinzelt Häuser und die erwartete

Eisenbahnbrücke auftauchen, mobilisieren wir noch einmal die letzten

 

Kräfte. Nur noch einige Paddelschläge, bis wir erschöpft am

 

Campingplatz von Moulins anlanden.

 

 

 

Sonntag, 21.07.02   Autoumsetzen – schwer gemacht                                                           Wetter: Sonne, bewölkt

 

 

AUSABEN

2 Baguette + 4 Croissants     5,40 €

2 Pkw-Abstellg. CP Brassac  21,70 €

SUMME                               27,10 €

Eigenanteil                         18,06 €

Tanken                                30,00 €

SUMME                              48,06 €

 

MENUE

* Gemischte Salatplatte

* Ailerons de Poulet + Frites (gebratene Hähnchenschenkel)

* Tarte Tatin + Glace / Fromage blanc

Ein letztes Frühstück im Quartett, dann heißt es für Dieter, Abschied nehmen, zurück in die Zivilisation, die Arbeit ruft. Der Rest des Tages vergeht mit Autoumsetzen von Brassac-les-Mines bis Gien, wobei die Fahrt nach Gien mit Umwegen verbunden ist. Kaum auf der Nationalstraße, werden wir von der Polizei wieder herunter- und umgeleitet. Ein späterer Versuch, ein Stück Autobahn fahren zu können, erschwert sich durch einen Riesenstau. Den Grund für das Verkehrschaos erfahren wir

auf der Rückfahrt nach Moulins: Formel 1 – Rennen in Magny-Cours.

 

 

CP-RESTAURANT “LA PALLIOT”

2x Menü                           25,00 €

Fl.  Saint Pourcain bl.         9,30 €

SUMME                           34,30 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 22.07.02   Portage – leicht gemacht                                                                          Wetter: Sonne, heiß

 

Abfahrt  13:20 h  in Moulins               / Rast  14:15-15:05 h / Ankunft  17:15 h  zwischen Villeneuve-s.-A. und Veurdre

 

 

AUSABEN

Lebensmittel, Getränke 29,54 €

Wein                                7,79 €

SUMME                         33,33 €

Eigenanteil                   24,90 €

2 Törtchen                       1,54 €

kl. Schippe                       2,48 €

3 Straßenkarten            13,35 €

SUMME                         42,27 €

Vormittags schwelgen wir in den Gängen des Supermarktes Leclerc und Rotwein, Käse (bevorzugt der

von der Ziege!) u. a. feine Sachen wechseln den Besitzer. Mittags steht die Portage über die Straße

 

an, um hinter das Wehr zu kommen. Lassen wir es auf einen Machtkampf zwischen Motor- und

 

Muskelkraft an dem stark frequentierten Kreisel ankommen? Keine Frage! Unser Auto ersetzt die

 

Bootswagen und schont somit unsere Nerven! Bis wir endlich ablegen, ist es bereits früher Nachmittag.

 

Im Sonnenschein glitzert das Wasser des träge dahin strömenden Alliers. Im Gegensatz zum oberen

 

Verlauf des Flusses nehmen die Baumleichen im Wasser zu. Da sich der Allier in der weiten Landschaft

 

immer mehr ausbreitet, lassen die sich trotz Niedrigwassers ohne große Manövrierkunst problemlos

 

umfahren. Dem unermüdlichen Gegenwind können wir allerdings nur entgehen, wenn der Fluß im Windschatten verläuft. Endlich mal eine Atem-/Paddelpause! Fast in Bewegungslosigkeit erstarrt, warten wir auf die nächste Attacke.Auf einer Insel zwischen Villeneuve-sur-Allier und Veurdre beenden wir die heutige Etappe, wo wir auch abends endlich mal spüren, daß sich die Jahreszeit zu Recht Sommer nennt. Es ist der erste milde Abend auf unserer Tour.

 

 

 

Dienstag, 23.07.02   Wer wohnt denn da?                                                                Wetter: Sonne

 

Abfahrt  10:40 h / Rast  13:40-14:40 h  kurz vor Mornay-sur-Allier / Ankunft  16:50 h  kurz vor Apremont

 

Wie schon gestern, verläuft auch diese Etappe: träger Fluß, viele Baumleichen, Wasserstand fallend. Nur eins hat sich geändert: haben wir bisher den Eindruck gehabt, wir seien die einzigen Wanderpaddler, sehen wir jetzt hin und wieder Zelte und Boote am Ufer oder auf Inseln. Breit windet sich der Allier an sandigen Hängen vorbei, in denen u. a. die zahlreichen Uferschwalben ihr Zuhause gefunden haben. Manchmal grenzt es schon an ein Wunder, daß die Steilwände – löchrig wie ein Schweizer Käse - überhaupt noch halten. Große, rechteckige Öffnungen wecken besonders Jupps Interesse: „ Welche Vögel hauen wohl solche Löcher in die Wände?“ So angestrengt er diese auch durch seinen Feldstecher beobachtet, es läßt sich niemand blicken. Kurz vor Apremont legen wir an einer Insel an, um dort zu lagern. Aufgeheizt von der Sonne, genießen wir das erste Mal auf dieser anfänglich so kühlen Tour das erfrischende Naß des Flusses – „Show-Time“ für die gegenüberliegend weidenden Charolais.

 

Mittwoch, 24.07.02   Aurevoir Allier – Bonjour Loire!                                                           Wetter: Nieselregen, bewölkt

 

Abfahrt  10:50 h / Rast  11:10–11:50 h  in Apremont / Rast  14:30-15:00 h  am Aquädukt / Ankunft  16:15 h  Insel in der Loire     

 

Portagen: 12:10-12:50 h  Wehr Laurins / 13:30-14:30 h  Aquädukt des Loire-Seitenkanals

 

Sonne begleitet uns bis Apremont, angenehme Wärme spendend. Leider muß sie dort einem leichten Regenschauer weichen. Auch unter verhangenem Himmel lohnt sich ein Rundgang durch das alte, sehr gepflegte Städtchen. Enttäuscht müssen wir aber feststellen, daß das Restaurant, in dem wir letztes Jahr noch vorzüglich gespeist hatten, nicht mehr existiert. So paddeln wir weiter, bis uns das Wehr Laurins kurz hinter Apremont wieder zum Aussteigen zwingt. Aufgrund des geringen, stetig fallenden Wasserstandes gestaltet sich das Umtragen wie eine Rutschpartie. Von wegen: „Bei Niedrigwasser kann alles über das Schrägwehr gehoben werden.“! Ein Balanceakt über die glitschige Schräge beginnt und nichts, an dem man sich zur Not festklammern kann. Wir schaffen auch das ohne Blessuren. Kurz nachdem wir vor dem Wehr angelandet sind, stößt auch eine französische Wanderkanutruppe zu uns. Staunend verfolgen wir deren Überwindung des Wehres. Die beiden vollbeladenen Canadier werden einfach über den knapp vom Wasser überspülten Teil des Schrägwehres geschoben. Halteversuche scheitern allerdings an der Wucht des Abwärtsgangs, was den beiden Männern eine glatte Wasserrutsche beschert, übrigens sehr zum Vergnügen der Kinder und anderer Anwesender. Zu unserer Ehrenrettung sei aber gesagt, daß es sich bei den Booten um reine „Plastikwannen“ handelt, die beiden Einerkajaks haben sie nämlich genau wie wir vorsichtig getragen.               Der fallenden Tendenz des Flusses haben wir es auch zu verdanken, daß wir die Stufe der folgenden Eisenbahnbrücke nicht fahren können. Treideln im linken Bogen ist möglich, wobei Jupp eine unliebsame Begegnung mit den glitschigen, kantigen Steinen hat. Eine Portage noch über das rechte Ufer am Aquädukt des Loire-Seitenkanals und der Allier mündet in einem breiten Delta in die Loire. Irgendwie verpasse ich diesmal diesen Augenblick. Wir paddeln längs schon auf der Loire, als mir das bewußt wird. Wo war ich bloß? Unter sich immer mehr verdichtenden Wolken steuern wir eine der nächsten Inseln an, um dort unsere Zelte aufzuschlagen. Von einem nassen Gruß bleiben wir verschont, dafür bekommen wir ungebetene Gäste. Kaum ziehen angenehme Düfte aus dem Kochtopf, gesellen sich Wespen zu uns. Die Reste der geöffneten Schinkendose scheinen sie magisch anzuziehen.. Von wegen, Vegetarier!

 

 

 

LOIRE  25.– 29. Juli 2002

 

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Donnerstag, 25.07.02   Kreative Konstruktionen                                                                     Wetter: Sonne, bewölkt

 

Abfahrt  10:10h / Rast  10:50-12:10h in Fourchambault / Rast  13:35-14:25h hinter Marseille-des-Aubigny /

 

Ankunft  15:15h zwischen Marseille-d.-A. und La Marche                                                                           

 

Bis Fourchambault zeigt der Himmel mit seinem Wechselspiel von Sonne und z. T. recht dunklen Wolken mehr Bewegung als die Loire. An die ruhige Landschaft angeglichen, zieht sie gemächlich dahin, an schönen Sandbänken entlang und Inseln entlang.

 

 

AUSABEN

Baguette         1,48 €

Lebensmittel  31,19 €

SUMME        32,67 €

Eigenanteil   21,78 €

Unterhalb des Industriegebietes von Fourchambault landen wir an, um in dem nahe gelegenen Supermarkt

einzukaufen, wobei wir das Hoch- und Runterklettern der Böschung nur allzu gern in Kauf nehmen. Ein kleiner

 

Erfahrungsaustausch mit holländischen Faltbootfahrern bringt etwas Abwechslung. Sie sind mit vier Personen,

 

einem Hund und zwei Pouchbooten unterwegs und haben das Gepäcktransportproblem auf ihre Art gelöst.

 

Fasziniert bewundern wir deren Kreationen: Aufbauten auf den Hecks ihrer Boote. Jupp, ganz erstaunt: „Wir

 

haben unser Gepäck aber immer alles untergekriegt, wenn wir unterwegs waren.“ „Das meiste war ja auch in unserem Canadier!“ erwidere ich darauf nur, um ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Kräftiger Gegenwind sorgt auf der weiteren Fahrt dafür, daß Arme und Paddel nicht zur Ruhe kommen. Der Wind und die ansteigende Hitze veranlassen uns schon am frühen Nachmittag eine Insel anzusteuern, um die heutige Etappe zu beenden. Aus unserer „Siesta“ werden wir aber recht unsanft gerissen durch einen Mähdrescher. Zum Glück ist seine Arbeitsfläche so groß, daß er nur in großen Abständen seinen Motorenlärm zu uns herüberschickt. Um so mehr genießen wir später die abendliche Ruhe am Lagerfeuer.

 

 

 

Freitag, 26.07.02   Jupps „Loire-Taufe“                                                  Wetter: Sonne, bewölkt, schwül

 

Abfahrt  10:55 h / Rast  11:50-13:10 h  in La Charité-sur-Loire / Rast  13:40-15:15 h  kurz hinter La Charité-s.-L. /

 

Ankunft  16:00 h  in Pouilly-sur-Loire              

 

 

BAR DE LA PLAGE

2 Grand Café         4,30 €

Morgens kündigt es sich schon an: dieser Tag wird es in sich haben. Bleiernde Schwüle hängt in der Luft. Der Kreislauf verweigert fast seine Arbeit und verlangsamt sehr unsere morgendlichen Bewegungsabläufe. Kaffeekochen, frühstücken, packen... - alles geht im Zeitlupentempo vor sich und treibt trotzdem den Schweiß aus allen Poren. Als wir endlich ablegen, macht die Sonne ihrem Namen alle Ehre – bis wir Sunblocker auflegen. Prompt verabschiedet sie sich hinter einer aufziehenden Wolkenfront. Nur die drückende Luft bleibt. Bald liegt die alte Steinbogenbrücke von La Charité-sur-Loire vor uns. Schwungvoll zieht uns deren Schwall durch den mit „CANOE“ gekennzeichneten dritten rechten Bogen. Daß der Loire bzw. unserem Canadier etwas mehr Wasser gut tun würde, merken wir im zweiten Schwall. Leichte Steinberührung läßt sich nicht ganz vermeiden. Noch im Schwung der Strömung paddelnd, tauchen vor uns plötzlich Wellenbewegungen auf, die nichts Gutes ahnen lassen. Bedrohlich schnell fahren wir darauf zu. Der Canadier will einfach nicht schnell genug auf die notwendigen Paddelkorrekturen reagieren. Es hilft nur noch eins: Aussteigen und festen Halt auf dem Boden finden. Und was macht Jupp inzwischen? Michaels Zeichen nicht beachtend, versucht er fatalerweise mit-tig durch den zweiten Schwall zu fahren. Das Boot stellt sich quer,  Jupp – ganz souverän eine Eskimorolle verweigernd - steigt aus und geleitet sein Boot bis ans Ufer. Nach einer kurzen Entwässerungsaktion lassen wir es erst einmal bei einem Grand Gafé Creme im

Strand-Restaurant gut gehen. Als wir weiterpaddeln, entpuppt sich das o. g. Hindernis gerade mal als eine

 

Miniatur-Sandbank, dessen Pflanzenbewuchs die heftigen Wellenbewegungen verursacht. Wieder entspannt

 

ziehen wir die Paddel durchs Wasser und gleiten durch die idyllische Auenlandschaft, bis die Silhouette der

 

 

HOTEL DE L’ECU DE FRANCE

2x Menü                       30,50 €

Fl. Chasselas                 12,20 €

Fl. Pouilly Fumé             15,20 €

2 Café                            2,30 €

SUMME                       55,45 €

Brücke von Pouilly-sur-Loire am Horizont auftaucht. Der dortige Campingplatz ist unser heutiges Ziel. Erst heißt es aber einmal, dahin zu kommen. Als wir uns der Brücke nähern, sehen wir zuerst nur Sand, dann eine kleine Wasserspur. Diese Handbreit unterm Kiel reicht gerade noch, um durch den zweiten rechten Bogen zu paddeln. Der rechte Seitenarm ist ebenfalls stark versandet – wieder keine Chance, auf dem direkten Weg zum Campingplatz zu kommen. Also paddeln wir links um die Insel herum und den flachen rechten Seitenarm stromaufwärts, wo sich Michaels Befürchtungen schließlich doch noch bestätigen. Der Wasserlauf verringert sich immer mehr, die Sandbänke werden immer breiter, dann geht gar nichts mehr. So schleppen wir mal wieder unsere sieben Sachen – über die breite Sandbank und den Trampelpfad zum Platz nach oben. Nur der Gedanke an ein schönes Menü

 

MENUE

* Avocado m. Fruits de Mer / Escargots (Schnecken)

* Lachsterrine m. kl. Gemüse / Sole (Seezunge) Meuniére

* Glace / Fromage

sowie den wunderbaren Wein der Gegend

(Chasselas und Pouilly Fumé) hält dabei noch

 

 unsere Motivation aufrecht. Deshalb sind wir

 

schließlich hier, und die Mühe hat sich gelohnt!

 

 

 

Samstag, 27.07.02   Irrwege?                                                                                                                  Wetter: Sonne, heiß

 

Abfahrt:  11:50 h  in Pouilly-sur-Loire / Rast  13:35-14:15 h  kurz hinter St. Thibault / Rast  15:40-16:00 h /

 

 

AUSABEN

2 Baguette, 3 Croissant 3,50 €

Lebensmittel                 9,32 €

Wein                             8,38 €

SUMME                       19,55 €

Eigenanteil             13,04 €

Ankunft  17:30 h  zwischen Myennes u. KKW Belleville

Es ist bereits Mittag, als die schweißtreibende Prozedur bis zum Ablegen erledigt ist. Unsere

 

Entscheidung, auf dem rechten Seitenarm weiter zu paddeln, erweist sich auch nicht als die klügste.

 

Die folgenden Inseln haben sich zu einer langgezogenen großen Landmasse verdichtet, und der flache

 

Wasserstand zwingt uns einige Male zum Aussteigen. Wir paddeln und paddeln. Irgendwo muß es doch

 

eine Lücke geben! Fast resignieren wir schon, ob wir uns überhaupt noch auf dem richtigen Fluß

 

befinden? Nach ca. einer dreiviertel Stunde vereinigen sich beide Arme wieder. Die Strömung ist

 

zwar immer noch nicht berauschend, aber wir empfinden das Gegenteil. Wasserknappheit beeinflußt auch den Schwall des quer verlaufenden Naturwehres an der Brücke von  St.-Thibault. Entgegen meiner Bitte, erst anschauen, steuert Michael direkt auf den linken ersten Bogen zu. Eine breite Zunge in der Mitte des Schwalls scheint eine passable Durchfahrt zu garantieren. Nichts weist auf den dicken Brocken hin, der in der anvisierten Passage lauert. Ihn sehen und einen heftigen Seitenschlag versetzt zu bekommen dauert nur einen Augenblick. Jupp geht es wesentlich besser. Auf Michaels Anweisung paddelt er weiter rechts neben dem Brückenpfeiler durch das Wehr. Die Eisenbahnbrücke von Le Port Aubry weist im dritten rechten Bogen keine Hindernisse auf und läßt sich ohne Schwierigkeiten durchfahren. Mehrere Schattenpausen vor der glühenden Sonne teilen den Nachmittag in kurze Paddeletappen. Selbst der aufkommende Gegenwind hat sich der Temperatur gut angepaßt, und seine Kraft zerrt an unseren Kräften. Dementsprechend zermürbend verläuft heute die Suche nach einer Lagerstatt. Aber als wir endlich zu aller Zufriedenheit eine Insel gefunden haben und die Zelte stehen, ist schon wieder alles vergessen. Beim Wein und den Düften des brutzelnden Essens über dem Lagerfeuer läßt über solche Unwegsamkeiten ganz schnell ganz klein werden.

 

 

 

Sonntag, 28.07.02   Gegensätze!                                                                                                Wetter: Sonne

 

Abfahrt  9:55 h/Portage  10:50-11:20 h am KKW Belleville/Rast  13:00-13:30 h  gegenüber Ousson-sur-Loire/Ankunft  16:30 h  in Gien

 

Wenige Kilometer nach unserer nächtlichen Lagerinsel verunzieren schon die dicken Kühltürme des KKW Belleville den Horizont. Zumindest sind die Betreiber paddlerfreundlich, befinden sich doch vor und hinter dem Wehr breite Rampen, die eine kurze Portage ermöglichen. Die Trockenheit in der Gegend und die anhaltende Hitze läßt das saftige Grün der Bäume nach und nach verschwinden und macht schon einer vorzeitigen Herbstfärbung Platz. Diese Dürre bekommen ebenfalls die Rinder zu spüren, die z. T. sehr ausgemergelt am Ufer stehen. Die Insel bei Ousson-sur-Loire teilt den Fluß wieder in zwei Arme. Obwohl das verblockte Naturwehr des linken Seitenarmes in diesem Jahr rechts eine Öffnung hat, entscheiden wir uns für den rechten Seitenarm. Ab Mitte der Insel wird dieser zunehmend flacher, so daß uns schließlich das Knirschen unter den Booten mal wieder zum Aussteigen zwingt und leise Zweifel immer lauter werden: Vielleicht hätten wir doch den Schwall des anderen Armes fahren sollen? Zehn Kilometer weiter steigt der Adrenalinspiegel, die Nerven spannen an. Wir nähern uns der Schwallstrecke, deren Felsen schon auf uns warten. Laut sucht sich das wenige Wasser seinen Weg durch die Brocken, die sich ohne große Schwierigkeiten von der linken Seite aus bewältigen lassen. Jupp traut der ganzen Sache allerdings nicht. Er treidelt lieber am linken Ufer lang. Sitzt ihm etwa „La Charité“ noch in den Knochen?

 

 

PIZZERIA RIVE GAUCHE

Pizza Vesuvio              7,30 €

Pizza Regina                7,10 €

Fl. Coteaux Gienois   12,20 €

Jus de Fruits             2,30 €

Ricard                        2,50 €

2 Café                        2,20 €

SUMME                   36,70 €

Ein Schläfchen im Schatten bzw. ein kurzes Bad in der Loire bringen etwas Abkühlung von der nachmittaglichen Glut, bevor wir die letzten Kilometer bis Gien hinter uns bringen. Daß wir die Stadt bald erreichen, ist unüberhörbar. Schon von weitem hört man den Motorenlärm der Jet-Skifahrer, die auf einem abgesteckten Parcour ihre schnellen Runden auf dem

Fluß drehen. Gegensätze prallen hier aufeinander: Natur gegen Technik, Ruhe gegen Lärm,

 

Gemächlichkeit gegen Schnelligkeit, Entspannung gegen Anspannung.Noch ein paar Paddelschläge, schon

 

fahren wir durch den Schwall im zweiten rechten Bogen der schönen alten Steinbrücke und landen bald

 

 

CAMPINGPLATZ GIEN

3 Pers., 1 Platz  20,00 €

Eigenanteil       13,34 €

darauf am Campingplatz von Gien an. In der nahegelegenen Pizzeria „Rive

Gauche” beratschlagen wir bei deren fantastisch schmeckenden Pizza den

 

Verlauf unserer weiteren Tour. Ein paar Tage bleiben uns ja noch, und die

 

wollen wir nicht ungenutzt verstreichen lassen.

 

 

 

Montag, 29.07.02   Stromaufwärts mit Pferdestärken                                                          Wetter: Sonne, 39°C

 

 

AUSABEN

1 Baguette         0,70 €

3 Croissant        2,25 €

Lebensmittel   34,26 €

Wein                12,95 €

SUMME           50,16 €

Eigenanteil    33,44 €

Apfelsaft          2,35 €

SUMME           35,79 €

Der immer geringer werdende Wasserstand der Loire beunruhigt uns schon. Wer weiß, wie es weiter

stromabwärts aussieht. Da der Fluß im oberen Verlauf mit seinem kristallklaren Wasser auch sehr reizvoll

 

ist, beschließen wir, zurückzufahren. Die restlichen Tage wollen wir noch einmal von Digoin aus paddeln. Dort

 

begann vor vier Jahren unsere erste Loire-Tour. Etwas Unruhe kommt auf, als jemand erzählt, der Campingplatz von Decize sei geschlossen. Dort wollen wir eigentlich unsere Kanufahrt beenden. Wie auch immer so ein Gerücht entsteht,

 

 

CP DE LA CHEVRETTE

3 Personen        9,00 €    

1 Platz               5,70 €

SUMME           14,70 €

Eigenanteil       9,80 €

eigene Erkundigungen ergeben das Gegenteil.

 

CP MOULINS

Pkw-Abstellung 8Tg.

32,00 €

 

CLUB STADE NAUTIQUE

2 Menü                   18,30 €

Getränke                  5,15 €

SUMME                23,45 €

 

MENUE

* Großer Salat m. Schinken + Käse

* Jambon blanc + Frites

* Glace / Fromage blanc

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LOIRE  30. Juli – 03. August 2002

 

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Mittwoch, 30.07.02   Eine Felsenlandschaft unter Wasser                    Wetter: sonnig bis bewölkt, heftiger Gegenwind

 

Abfahrt  10:40 h  in Digoin / Rast  12:55–13:40 h  hinter La Talenne / Rast 15:30-16:00 h / Ankunft  17:35 h in Diou

 

 

CAMPINGPLATZ DIOU

2 Personen          4,90 €

Zelt                    2,30 €

SUMME             7,20 €

 

AUSABEN

Jambon, Frites                3,60 €

Saucisses, Frites             3,60 €

Tomantensalat                  1,60 €

5 Mayon., Ketchup, Senf  0,65 €

Bier                                  1,60 €

Grand Café                       1,60 €

SUMME                         12,80 €

Während wir unsere Ausrüstung minimieren und zusammenpacken, steigert sich der aufkommende Wind immer mehr. Das Ablegen gleicht deshalb schon einen Balanceakt, um auf dem schaukelnden Wasser die Fahrtrichtung nicht zu verfehlen. Geruhsames Dahingleiten ist für heute jedenfalls nicht angesagt! Der Wind schwächelt zwar hin und wieder, aber nur, um sich anschließend noch vehementer aufzuspielen. Vereint mit der Loire tanzen wir auf den hohen Wellen gegen dieses Gebläse. Ohne Atem- bzw. Paddelpause „rasen“ wir stromabwärts. Oder vermittelt das nur der kieselige Untergrund? Irgendwann hat wohl auch die Sonne vom Wind genug. Sie verabschiedet sich, und läßt den restlichen Tag trübe erscheinen. Wir haben aber Besseres zu tun, als sich dieser Stimmung anzupassen. Riesige bizarre Felsen verwandeln den Grund der Loire in eine faszinierende Unterwasserlandschaft. Erinnerungen an unsere erste Tour tauchen auf. Mir haben damals diese unter uns lauernden Brocken eine Heidenangst eingejagt: Monsterfelsen, die nur darauf warten, daß wir auflaufen. Heute kann ich sie wesentlich gelassener betrachten und sie einfach nur bewundern. Durch unsere Paddelschläge stöbern wir ab und zu Fischschwärme zwischen den Felsenklüften auf, die eiligst das Weite suchen, um einen neuen Unterschlupf zu finden. Vor der Eisenbahn- und Straßenbrücke kurz vor Diou flacht die Loire wieder mächtig ab, so daß wir die Boote gerade noch rechts über die Kiesbänke ziehen können. Vereinigt fließt das Wasser danach durch zwei Bögen der Brücke. Der Schwall läßt sich zwar gut fahren, führt aber eng an der Spundwand neben dem Pfeiler entlang. Ein Kilometer weiter landen wir an der breiten Rampe zum Campingplatz in Diou an und beziehen eine der kleinen Parzellen. Der Platz und die

einfachen Sanitäranlagen sind noch unverändert. Neu ist die Rezeption, die nicht mehr im Wohnwagen

 

sondern in einem kleinen schicken Holzhäuschen residiert. Michaels Eingebung, am Ortsanfang (oder

 

–ende) befände sich ein Restaurant, entpuppt sich aber leider als

 

Phantasiegebilde, so daß wir schließlich mit dem Imbißstand vor dem

 

Campingplatz vorlieb nehmen, der – seine Monopolstellung ausnutzend –

 

übrigens stolze Preise vorweist.

 

 

 

Donnerstag, 31.07.02   Dekorierte Felsenstufen

 

Abfahrt 1 0:30 h von Diou /               Portage  10:50-11:50 h Verfallenes Wehr mit drei Felsstufen hinter Diou / Rast  13:25–14:10 h hinter Le Fourneau / Ankunft  19:25 h hinter Thareau / Wetter: bewölkt, kühl, Regen, Sonne

 

Voller Spannung paddeln wir auf das verfallene Wehr mit seinen drei Felsstufen hinter Diou zu und landen rechts davor an, um die Lage zu erkunden. Was sofort ins Auge fällt, kann sehr wohl als Warnung verstanden werden. Überreste eines blauen Faltbootes dekorieren aufs Allerfeinste die Felsstufen. Da wir nicht das Bedürfnis haben, unsere Anwesenheit ebenfalls zu dokumentieren, treideln wir nach dem Regenschauer ganz langsam unsere Boote links durch die ersten zwei Felsstufen. Der letzte Absatz läßt sich gut fahren. Je weiter wir uns von dem verfallenen Wehr entfernen, desto ruhiger wird die Loire. Es scheint, als müsse sie sich selbst erst einmal von den Anstrengungen erholen. Ab und zu lebt sie mal wieder auf und strömt über kleine Kieselsteingefälle rauschend hinab. Wir haben ihn nicht vermißt. Trotzdem drängt er sich gegen Mittag schon wieder auf: Des Paddlers „liebster Freund“, der Wind! Dazu noch die dichte Bewölkung und die Kühle – nichts mehr von Sommerfeeling und das mitten im Juli! Fast schon vergessen sind die Tage, an denen wir entnervt unter der Hitze stöhnten und jede Brise willkommen war. Baumleichen und die bereits erwähnten Felsen im Wasser verhindern aber, daß uns solche Gedanken mürbe machen. Außerdem wollen wir uns den Blick für die Umgebung nicht trüben lassen. Auch die Loire hat hohe Steilwände in ihren Außenkurven zu bieten, von denen einige durch die alljährlichen Hochwasserfluten gefährlich ausgespült worden und einsturzgefährdet sind. Nicht umsonst wird vor dem Betreten gewarnt! Trotzdem werden auf ihren Plateaus weiterhin Weidenzäune errichtet, dicht an der Kante entlang. So mancher Erdrutsch nimmt alles mit, wovon baumelnde Zaunpfosten und Stacheldraht ihre eigenen Geschichten erzählen können.  Sie haben wir vermißt: die wärmende Sonne! Als ihre Strahlen wieder durch die Wolken dringen, werden die Paddel sofort lustvoller durchs Wasser gezogen. Das sich im Wasser brechende Sonnenlicht wirft ausgefallene Muster auf den Untergrund und läßt die Steine in der kristallklaren Loire golden schimmern. Ab Thareau nehmen die Inseln im Strom zu, und Auwälder säumen die flacher werdenden Ufer. Wir paddeln noch an dem kleinen Ort vorbei und landen zu unserer letzten Inselnacht an. Jupp spuken noch immer die Geschichten der Holländer im Kopf herum, die u. a. von absichtlich abgetriebenen Kanus auf dem Allier erzählten. Vor lauter Sorge kettet er unsere Boot an einem dicken Baumstamm fest:  „Da soll mal einer kommen, der wird sich die Zähne ausbeißen!“ Ein letztes Mal hängt der Topf über dem Feuer, reichlich gefüllt mit Schlemmereien. Jetzt brauchen wir ja nicht mehr zu knausern! Von einem Digestif als krönenden Abschluß können wir nur träumen, aber der Rotwein tut’s auch.

 

 

 

Freitag, 01.08.02   Zurück in die Zivilisation

 

Abfahrt  11:10 h / Ankunft  14:35 h in Decize / Wetter: Regenschauer, kühl, sonnig bis bewölkt

 

Der Kreis schließt sich: wie der erste Tag beginnt auch unser letzter mit Regen. Nach dem leichten Schauer lugt die Sonne zwar manchmal durch die Wolkendecke hervor, schafft es aber nicht, die Temperatur um einige Grade nach oben zu bringen. Die letzte Etappe liegt vor uns, die letzten Male heißt es: „Vorsicht, da liegt ‚ne Baumleiche!“. Über etliche, auf dem Grund gestrandete, gleiten wir ungehindert hinweg. Allmählich verändert die Loire ihr Bild. In weiten Schleifen zieht sie an zunehmend sandig werdenden Ufern und sich ausbreitenden Kiesbänken vorbei. Treibend können wir heute auch wieder viele Fischschwärme beobachten, die ihrer Wege ziehen – ein Paradies für Angler. Daß die der natürliche „Feind“ des Paddlers sein sollen, davon merkt man an der Loire nichts. Unser Gruß wird immer freundlich und oft mit einem „Bon voyage!“ erwidert. Die letzten Kilometer bis Decize arten schon fast in Quälerei aus, da der Fluß immer träger wird. Der Rückstau des Wehres bewirkt schließlich fast den Stillstand. Nur noch mühsam erkämpfen wir uns die Strecke bis zum einmündenden Aron. Noch 300m diesen Fluß ohne Gegenströmung hinauf –  ein Kinderspiel! -, und wir landen am Campingplatz von Decize an. Wie immer suchen wir uns einen schönen Platz am Ufer aus. Doch leider vergebens. Die  freistehenden Flächen sind bereits reserviert, die französischen Sommerferien und somit die Hochsaison der Campingplätze haben begonnen.

 

Schnell werden die notwendigen Arbeiten (Zeltaufbau, Gepäcksortierung...) erledigt, anschließend unser Auto von Digoin geholt, und der gemütliche Teil kann beginnen. Zuerst ein einfaches, aber reichhaltiges Vier-Gänge-Menü im „Club Nautique“, zum Abschluß das obligatorische Glas Rotwein am Ufer des Flusses. Nur die Scharen von Krähen stören diese abendliche Ruhe. Laut krächzend ziehen die in einer nicht enden wollenden schwarzen Wolke über uns hinweg, auf der Suche nach einem gemeinsamen Nachtquartier.

 

 

CAMPINGPLATZ DECIZE

3 Pers., 1 Platz, 1 Pkw  14,85 €

Eigenanteil                   9,90 €

 

STADE NAUTIQUE

2x Frites       3,40 €

Café              2,00 €

SUMME        5,40 €

 

MENUE

* Pate ou Croute / Jambon cru

* Omelette + Frites / Saucisses + Frites

* Glace / Fromage blanc

 

CLUB NAUTIQUE

2x Menü        18,30 €

0,5 l Merlot   3,05 €

SUMME       21,35 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 02.08.02   Abschied

 

Abfahrt  10:45 h  in Decize / Rast  12:30–13:45 h  in Autun / Grenze Mulhouse 16:50 h / Ankunft  19:15 h  in Wachenheim                           

 

 

AUSGABEN

Baguette         0,72 €

Lebensmittel 29,60 €

Tanken          34,00 €

SUMME        66,32 €

Abreisetag – Abschiedsstimmung. Auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende. Eine abwechslungsreiche

Kanutour liegt hinter uns und hat wieder viele Eindrücke hinterlassen. Sind erst einmal die Fotos entwickelt,

 

werden wir sie noch einmal erleben. Dieter, der nur eine Woche mit uns paddeln konnte, wobei er mehr

 

außerhalb seines Kleppers als darin unterwegs war, hat uns gedanklich weiter begleitet. Wie gern wäre er

 

geblieben. Meine anfängliche Frage, ob sich unsere Leidenschaft für den Allier und die Loire auf die beiden

 

Erstbefahrer übertragen wird, läßt sich durchaus mit einem „Ja“ beantworten. Irgendwann werden auch sie

 

 

AB-MAUT

Beaune – St. Maurice     11,20 €

St. Maurice - Mulhouse  2,20 €

SUMME                       13,40 €

 

RESTAURANT AM CP

Bunter Salatteller            7,50 €

Saumagen, Kartoffelbrei  6,80 €

0,4 l Bier                           2,15 €

0,25 l Apfelschorle           1,50 €

Cappuccino                        2,00 €

Riesling                             1,05 €

3 Dornfelder                    9,60 €

SUMME                          31,40 €

wiederkommen! Bis zur Grenze fahren wir noch gemeinsam, danach trennen sich unsere Wege: Jupp Richtung Heimat und wir Richtung Rhein, um noch eine Zwischenstation (und Weinpause) einzulegen. Aufgeschreckt von Staumeldungen im Bereich Rastatt/Karlsruhe-Durlach kehren wir kurzerhand wieder nach Frankreich zurück, um

dort weiter gen Norden zu fahren. So umgehen wir zwar den Stau,

 

kommen aber nicht mehr sehr weit. In Wachenheim beenden wir

 

unsere Fahrt. Ein schmaler Streifen auf dem dortigen Campingplatz

 

 

HOTEL DE LOGIS AUTUN

2x Menü                  21,40 €

2x Fruchtsaft          5,00 €

2 Café                      2,60 €

SUMME                 29,00 €

 

MENUE

* Pastete Parisienne

* Seelachsfilet, Reis, gedünst. Tomate, Kartoffeln

* Tarte de Pommes

reicht gerade noch für unser

Zelt. Der ist zwar nicht

 

berauschend, aber ausreichend

 

für eine Nacht.

 

 

 

 

 

Samstag, 03.08.02   Zum Geburtstag nach Tönnhausen

 

Abfahrt   9:30 h  in Wachenheim / Rast  14:30-15:20 h  Autohof Schwarmstedt / Ankunft  16:50 h  in Tönnhausen

 

 

AUSGABEN

3 Brötchen   1,20 €

Zigaretten   6,00 €

Tanken       30,00 €

SUMME     66,32 €

 

AUTOHOF SCHWARMSTEDT

§ Cappuccino                5,70 €

Suflaki, Reis                8,30 €

Spaghetti Bolognese    5,75 €

SUMME                     19,75 €