M E C K L E N B U R G E R  S E E N P L A T T E

 

IM LAND DER TAUSEND SEEN   30. April – 04. Mai 2003

 

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Tour-Planung

 

1. Etappe Donnerstag, 01.05.:

 

Start: Mirow (C39, mit Strandgaststätte) > Zotzensee > Vilzsee > Umtragestelle Fleether Mühle > Rätzsee > Drosedower Bek > Gobenowsee > C27 (Imbiß auf dem Platz), ca. 21 km

 

2. Etappe Freitag, 02.05.:

 

C27 > Klenzsee > Umtragestelle Wustrow > Plätlinsee > Schwaanhavel > rechts in den Havelkanal > Ahrensberg > Drewensee > C10 (Imbiß auf dem Platz, Restaurant ca. 1 km entfernt), ca. 19 km

 

3. Etappe Samstag, 03.05.:

 

C10 > Finowsee > Wangnitzsee > Großer Priepertsee > Schleuse Strasen > Großer Pälitzsee > Kleiner Pälitzsee > Canower See > Schleuse Canow > Labussee > Schleuse Diemitz > C24a (Imbiß und gutes Restaurant), ca. 19 km

 

4. Etappe Sonntag, 04.05.:

 

C24a > Vilzsee > Mössensee > Zotzensee > Mirow > C39, ca. 11 km

 

 

 

Mittwoch, 30.04.2003   Ins Land der tausend Seen

 

Abfahrt 14:10 Uhr in Albaxen / Rast 16:35-16:50 Uhr Autohof BS-Nord / Ankunft 20:20 Uhr in Mirow

Anfahrt alternativ A39 Richtung Wolfsburg wegen Stau auf der A7 bei Bockenem, A2 Richtung Berlin, A10, Ausfahrt Neustrelitz

 

Als wir nach der langen Autofahrt endlich im Herzen der Mecklenburger Seenplatte am Campingplatz in Mirow ankommen, packt uns zunächst blankes Entsetzen.  Es gibt keine direkte Zufahrt zum Platz. So schleppen wir  erst einmal unsere Siebensachen durch die kleine Pforte. Auch das Wetter spielt nicht so richtig mit. Kaum liegen die Zelte ausgebreitet zum Aufbau bereit, öffnet der Himmel alle Schleusen. Ein heftiger Platzregen läßt geschwind viele weitere Seen entstehen – auf den liegenden Zelten. Die Zeit drängt aber. Bis 21 Uhr muß das Essen im hiesigen Strandrestaurant bestellt werden. Geschafft! Kurz vor Schließung der Küche sitzen wir dort im Warmen und Trockenen. Eifriger Austausch von gehörten Wetternachrichten  und gegenseitige Motivation für unsere Paddeltour gehört heute zum Abnedprogramm.

 

Schließlich suchen wir uns einfach die beste Prognose aus. Hiram, völlig unsensibel,  dämpft sofort unseren aufkommenden Optimismus. „Für diese Region müssen sie doch gutes Wetter vorhersagen, die Touristen sollen schließlich kommen.“

 

Mirow: Tor zur Müritz, wo die Wiege der englischen Königin stand Ordenssitz, herzogliche Residenz, liegt verträumt zwischen hunderten Seen direkt an der Müritz-Havel-Wasserstraße

 

 Donnerstag, 01.05.2003   Vom Mirower See bis zum Gobenowsee: Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag

 

Abfahrt 12:35 Uhr in Mirow / Rast 14:25-15:15 Uhr / Ankunft 18:30 Uhr in Drosedow

Umtragen an der Fleether Mühle  16:10-16:30 Uhr / Wetter: leichter Regenschauer, bewölkt, kräftiger Gegen- u. Seitenwind

 

Leichte, äußerst windig begleitet Regenschauer lassen uns, geschützt unter einer offenen Holzhütte, lange und ausgiebig frühstücken. Zumindest macht die Prognose eines Einheimischen etwas Mut: „Wenn der Wind um 10 Uhr weht, ist es ab mittags windstill.“ Wir warten‘s ab. Tatsächlich flaut der gegen Mittag ab. Eben mal kurz die Autos umsetzen zum Zielort - laut Manfred – dauert eine gefühlte Ewigkeit und verzögert unseren Start um eine Stunde.

 

Währenddessen werden die Wartenden von einer Liveband malträtiert, die beim Einspielen erst einmal ihre Lautsprecher voll austestet. Besonders passend dazu das Motto der heutigen Kundgebung am See: „Wassersport – Natur und Stille…“. Endlich ist es soweit, die Boote sind beladen, und wir tauchen ein in eine herrliche Seenlandschaft, eingerahmt von sanften Erhebungen und Wäldern. Noch ist kaum Betrieb auf dem Wasser. Hin und wieder sehen wir nur vereinzelt Paddler oder langsam fahrende Motorboote. Aktive Phasen brauchen natürlich auch den Ausgleich. Deshalb lassen wir uns auch gern von einem idyllischen Plätzchen zur Rast einladen. Dann beginnt aber doch der Kampf mit dem windigen Gesellen. Der z.T. sehr heftige Seitenwind spielt mit uns und treibt uns manches Mal auf dem turbulenten Wasser von der Ufernähe weg in die Seemitte, obwohl er Richtung Ufer bläst. Niemand braucht jetzt einen Gedanken an eine Paddelpause zu verschwenden. Die ergibt sich erst an der Fleether Mühle, deren Wehr wir auf kurzem Weg umtragen. Auf dem Rätzsee genießen wir endlich einmal Rückenwind, der uns auf den Wellen surfen läßt. Absolute Stille umgibt uns im Drosedower Bek, einer romantischen Waldpassage zwischen dem Rätz- und Gobenowsee. Nur einmal wird diese Ruhe durch Vogelgezwitscher unterbrochen. Auf dem Campingplatz am Gobenowsee beenden wir unsere 1. Etappe, noch nicht ahnend, was uns dort erwartet. Michael steht gerade eingeseift unter der Dusche, als kein Wasser mehr kommt. Jupp beschwert sich und kommt mit einer Freimarke zurück. Fazit: Ordentliches Duschen ist nur mit mindestens zwei Duschmarken möglich, da die angegebene Dauer von drei Minuten bereits nach zwei Minuten endet.

 

Freitag, 02.05.2003   Vom Gobenowsee bis zum Drewensee: Im Angesicht der Stille

 

Abfahrt 11:30 Uhr in Drosedow / Rast 14:00-15:00 Uhr an der Schwaanhavel/ Ankunft 16:30 Uhr in Ahrensburg

Umtragen in Wustrow  12:20-12:45 Uhr / Wetter: sonnig-bewölkt

 

Dank Bootswagen ist die Umtragestelle in Wustrow vom Klenz- in den Plätlinsee gut zu bewältigen.

 

Vom Plätlinsee gleiten wir in den schönsten Abschnitt der heutigen Etappe, in die Schwaanhavel, einem engen Wasserlauf durch einen idyllischen Wald. Groß ist die Enttäuschung, als wir auf dem Campingplatz in Ahrensburg erfahren, daß das Restaurant im Ort geschlossen hat – angeblich für immer. So bleibt uns nichts anderes übrig, als am Kiosk auf dem Platz teuer einzukaufen – u.a. drei Dosen Erbseneintopf á 2,50 €.

 

 

Samstag, 03.05.2003   Abbruch der Kanutour – Umsetzen zum Woblitzsee: Mecklenburger Tanz des Windes

 

Wetter: Sturmböen auf dem See, heftige Regenschauer im Laufe des Tages

 

Der Tag beginnt nicht gerade rosig. Heftige Windböen lassen bereits vormittags weiße Schaumkronen auf den Wellen entstehen. Vergeblich warten wir auf das Nachlassen dieser Naturkräfte. Es wird immer unwirklicher und dunkler, Wolkenberge türmen sich über den See auf.

 

 

Kurz vor Mittag entscheiden wir, die Tour hier abzubrechen und den Platz zu wechseln. Sturmböen mischen inzwischen den See ordentlich auf. Während Manfred, Hiram und Michael per Taxi zu den Autos unterwegs sind, greift der Sturm auf den Platz über. Der Angriff reißt das Tarp um, wobei mir der Wassersack an den Kopf knallt und eine der Stangen bis ins Wasser fliegt. Marianne hechtet hinterher und  rettet die Stange. Eine nette Geste: Obwohl wir erst nach 15 Uhr den Platz verlassen,  brauchen wir für den heutigen Tag nicht nachzahlen. Auf dem Platz des Campingparks  Havelberge am Woblitzsee lassen wir uns ein letztes Mal nieder. Zum Ausklang des  Tages lassen wir es uns im Restaurant auf dem Platz gut gehen und begleiten anschließend Sophia in die „Kinderdisco“.

 

Sonntag, 04.05.2003   Still ruht der See: Bootstests und Rückfahrt

 

 

Abfahrt 14:30 Uhr in Groß-Quassow / Rast 16:25-17:10 Uhr Autohof Groß Kreutz / Rast 18:40-19:10 Uhr Autohof BS-Ost / Ankunft 20:20 Uhr in Albaxen / Wetter: Sonne

 

Der See glitzert verlockend im Sonnenschein. Nur ein leichter Windhauch kräuselt die Wasseroberfläche, und nichts deutet mehr auf die Widrigkeiten des letzten Tages hin. Bevor wir zu unserer Heimreise aufbrechen, nutzen wir deshalb den herrlichen Sonnenschein, um mit vertauschten Booten auf dem See noch ein bißchen zu paddeln.

 

Nach dem Mittagessen im Restaurant auf dem Platz, geht es nach Hause.